1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Stotternd und Augen reibend

Erstellt: Aktualisiert:

gispor_1304_roll_140422_4c
Im Angriff: Thomas Böhme (RSV, links) gegen Tobias Hell (Hannover). © Röczey

Wetzlar. Jetzt gilt alle Konzentration beim RSV Lahn-Dill im Kampf um die Deutsche Meisterschaft 2022 im Rollstuhlbasketball den Auftritten gegen den Erzrivalen Thuringia Bulls.

Nach dem 68:42-Hinspielerfolg vor zwei Tagen in Hannover nutzten die heimischen Rollis den ersten Matchball und setzten sich im zweiten Halbfinalspiel in der Wetzlarer Buderus-Arena nach ganz schwachem und stotterndem Start mit 56:48 (26:28) gegen den Bundesliga-Dritten Hannover United durch, was gleichbedeutend mit dem Endspieleinzug war. Der Titelverteidiger aus Thüringen hatte im Semifinale souverän die Hürde gegen die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden genommen.

Zum ersten Kräftemessen im Finale kommt es am 14. Mai, wieder in der Arena an der Lahn. Das zweite Spiel der »best of three«-Serie ist am 21. Mai in Elxleben angesetzt, wo auch einen Tag später das mögliche dritte und entscheidende Spiel stattfinden würde. Dazwischen liegt am Wochenende 6. bis 8. Mai die Champions-League-Endrunde in Erfurt.

Doch das war vor knapp 600 Zuschauern in der heimischen Arena erst einmal Nebensache. Nur 48 Stunden nach dem (Corona-bedingt verlegten) Hinspiel in Hannover hatte sich die personelle Situation auf beiden Seiten nur zum Teil entspannt.

RSV Lahn-Dill - Hannover United 56:48

Positive Corona-Tests verhinderten weiterhin Bestbesetzung. Bei den Lahn-Dillern war zwar Hiroaki Kozai wieder dabei, doch fehlten neben Cheftrainerin Janet Zeltinger einmal mehr Brian Bell, Catharina Weiß und Peyman Mizan. Bei den Gästen, im Hinspiel mit nur einem Auswechselspieler angetreten, ergänzte Center Jan Gans das Team von Trainer Martin Kluck.

Trotz ihrer Notbesetzung setzten aber die Niedersachsen in der Anfangsphase die Akzente. Deutlich sogar. Eingefleischte RSV-Fans rieben sich die Augen. Als das erste Viertel abgepfiffen wurde, hatte der ehemalige Lahn-Diller Jan Gans zu einer 18:9-Führung für die Gäste eingeworfen. Bei den Gastgebern traf bis dahin nur Reo Fujimoto in die Reuse, während das United-Team mit einem unbändigen Kampfgeist aufwartete und immer wieder gute Einwurfmöglichkeiten herausspielte. »Wir hatten in der Offense keine Struktur«, haderte RSV-Trainer Günther Mayer mit der Angriffsleistung seiner Schützlinge.

Die Aktionen der Böhme und Co. fanden keinen Rhythmus, die Bälle fanden nicht ins Ziel und die Mittelhessen fanden nicht den Anschluss. Lange nicht. Zum Seitenwechsel war der Rückstand durch Kapitän Thomas Böhme zumindest auf 26:28 verkürzt. Die von Mayer nun angeordnete aggressive Defensive trug langsam Früchte.

Die zweite Führung der Lahn-Diller durch einen Fujimoto-Dreier zum 31:28-Zwischenstand (21.) hatte nicht lange Bestand, ähnlich dem 9:7 nach sieben Minuten. Auch nach dem Fastbreak durch Simon Brown zum 42:38 (29.) war der Bann noch nicht gebrochen.

»Das war schwerer als gedacht«

42:41 hieß es vor dem letzten Quarter für den Favoriten, der weiter mit der Wurfausbeute haderte. »Im Laufe des Spiels haben wir aber den Weg gefunden«, keimte dann etwas Zufriedenheit beim RSV-Coach auf. Der Dreier von Böhme zum 47:41 sechs Minuten vor Schluss war aber noch kein Befreiungsschlag.

»Das war schwerer als gedacht«, sagte Mayer mit einem Seufzer. Doch der Weg zum Einzug ins erhoffte Finale gegen die Thuringia Bulls war geebnet.

Lahn-Dill: Böhme (20/1 Dreier), Brown (8), Fujimoto (15/3), Mosler, Beissert, Blair (4), Zantinge (2), Kozai (7/1).

Hannover: Haller (9), Vigoda (14/2), Jantz (16), Hell, Budde (7), Seebold, Gans (2).

Auch interessant