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Stotterstart für eine coole Liga

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Gießen (rd). Während die diversen Fußballigen auf Kreis- und Darüberebene bereits ihre Runden gestartet haben, gibt’s einen Nachzügler, der ab kommendem Wochenende in die Vollen geht, morgen aber seinen Stotterstart in die neue Saison mit einem Nachbarschaftsduell aufnimmt. Um 15 Uhr erwartet in der Kreisliga B1 der TSV Rödgen, mit einer völlig neuformierten Truppe, den ACE Gießen, der eine nicht minder neuformierte Elf ins Rennen schickt.

Und in diesem Fall mit seinem ebenfalls neuen Trainer Alexander Steinmetz zum ersten Auswärtsspiel auch locker zu Fuß gehen könnte, oder in ein paar Minuten mit dem Stadtbus da wäre.

Überhaupt bietet die B1 mit ihren zwölf Mannschaften ein anheimelndes Ambiente mit vielen fußläufig erreichbaren Auswärtsspielen - samt ordentlich Gießener Lokalkolorit. Und während sich in der B2 und B3 in erster Linie die zweiten Mannschaften aus A-Liga und Kreisoberliga duellieren, verströmt die B1 einen nostalgischen Charme jener Zeit, als in den 90ger Jahren des letzten Jahrhunderts in prall gefüllten B-Klassen noch 1. Mannschaften (ohne Spielgemeinschaften) am Start waren.

Ergänzt werden die Gießener Vereine Sachsenhausen, ACE, Blau-Weiß, Besa, Freie TSG, Hellas, Schwarz-Weiß und Stadtteilverein Rödgen durch die Rückkehrer SG Kinzenbach II und FC Grüningen, die nach Pause ihr Comeback geben und auch nicht gerade weit vom (Tor-)Schuss liegen. Und dann wären da noch die Dritten der FSG Wettenberg und des MTV 1846 Gießen. Ein interessantes Stelldichein also, bei dem die Frage nach dem Favoriten schwer zu beantworten ist.

Rödgen mit seinem feinen Gelände habe »schon das Ziel oben mitzuspielen.« Nach einer gut verlaufenen Vorbereitung, sagt Torwart-Routinier Andreas Schütze (vom MTV gekommen) in Abstimmung mit dem Coach, dass »die Stimmung sehr gut« sei und »die Qualität grundsätzlich vorhanden«. Es bleibe aber abzuwarten, »wie schnell alles ineinander« greife. Bei Sonntagsgegner ACE will man »nach einigen Turbulenzen in den vergangenen Jahren eine stabile Saison spielen.«

Ein Kandidat, der immer eine Rolle spielt im Aufstiegsrennen ist Besa Gießen, das seine A-Liga-Erfahrungen sicher wieder ausbauen möchte. Vorne mit dabei war zuletzt auch Schwarz-Weiß Gießen. Das aber sei in diesem Jahr nicht das Ziel, weiß Schwarz-Weiß-Macher Erwin Pitz. »Wir sind froh, wenn uns der Neuaufbau gelingt und wir eine vernünftige Runde durchspielen können«, sagt Pitz, der in der vergangenen Runde aufgrund »unglaublich vieler Verletzungen und Krankheiten« nicht glücklich wurde. Die Mannen von der Margaretenhütte wären deshalb froh, »wenn wir im vorderen Mittelfeld ankommen, aber Meisterschaft ist wirklich nicht das Ziel. Wenn wir aber unter die ersten Fünf kommen und davon der Beste sind, wäre das auch schön«, so Pitz mit seinem üblichen Schalk im Nacken. Thomas Dzepinski, der Stefan Hassler aufgrund dessen beruflicher Belastung als Coach der Freien TSG abgelöst hat, sieht es auch entspannt. Auch die Freien Turner haben einen »erneuten Umbruch« hinter sich, wie Dzepinski weiß. Er wolle erst einmal ein Gemeinschaftsgefühl herstellen und »dann schauen, wie es sich fußballerisch entwickelt«, ohne große Ziele auszugeben. Froh ist der Freie-Trainer über die kurzen Wege und vielen Derbys (»man kennt sich in Gießen«), da hoffe man auch auf ein paar mehr Zuschauer.

Norbert Matt, Fußball-Abteilungsleiter bei Blau-Weiß Gießen, sieht das ähnlich. »Keine großen Fahrten und viele Nachbarschaftsduelle. Das ist positiv«, erläutert Matt, der seine Elf mit dem Ziel »unter die ersten Sechs« zu kommen, ins Rennen schickt. »Unter die ersten Vier wäre ein Traum, aber wir werden sehen, wie es läuft.« Hauptsache man könne die Runde entspannt durchspielen. Das ist wohl das Ziel aller im Fußballkreis.

1. Spieltag (Sonntag, 14.8., 15 Uhr): TSV Rödgen - ACE. So., 21. 8.,: FC Besa - MTV III (13 Uhr), FC Grüningen - SW Gießen, Blau-Weiß - FSG Wettenberg III (beide 15 Uhr), spielfrei: Hellas, Freie TSG. SC Scahsenhausen - SG Kinzenbach II (Dienstag, 13.9.)

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