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Tag der harten Arbeit - auswärts und daheim

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Von: Nico Hartung

Hüttenberg. Erst fünfeinhalb Wochen ist es her, dass der TV Hüttenberg und der Dessau-Roßlauer HV die Klingen gekreuzt haben. Ende März war es, als sich die Blau-Weiß-Roten im Nachholspiel vor heimischer Kulisse mit 29:27 (13:9) durchsetzen konnten. Bereits an diesem Sonntag (Anwurf: 17 Uhr) treffen beide Mannschaften erneut aufeinander.

Dieses Mal jedoch in der bis zu 3000 Zuschauer fassenden Anhalt-Arena und zum regulären Termin - obgleich der aus Sicht von Trainer Johannes Wohlrab nicht ganz glücklich gewählt ist. »Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen als am 1. Mai einen Tagesausflug nach Dessau zu machen, wo alle anderen einen Feiertag und damit frei haben«, scherzt der 35-Jährige, ehe er rasch mit der gewohnten Professionalität hinterherschickt: »Es ist nun einmal so, wie es ist. Wir werden das Spiel voll annehmen und unser Bestes geben.«

Dessau-Roßlauer HV - TV Hüttenberg (Sonntag, 17 Uhr)

Zwar nicht ihre beste, aber trotzdem eine starke Vorstellung haben die Hüttenberger am vergangenen Wochenende abgegeben. Das Heimspiel gegen den VfL Eintracht Hagen wurde völlig verdient mit 35:31 gewonnen, die Negativspirale der letzten Wochen mit zuvor vier Niederlagen aus fünf Begegnungen ist vorerst gestoppt worden. Nun soll, wenn es nach Wohlrab geht, endlich auch die schwache Auswärtsbilanz der Seinen aufgehübscht werden. Von allen Spitzenteams weisen die Hüttenberger die magerste Punkteausbeute in der Fremde auf (11:17 Zähler), was in der Gast-Tabelle derzeit Rang 13 bedeutet. »Seit dem Rückrundenbeginn und unserem Sieg in Aue haben wir noch ein Pünktchen beim HC Elbflorenz geholt. Ansonsten haben wir alle Auswärtsspiele in diesem Jahr verloren«, weiß der TVH-Coach.

Nun ist der Dessau-Roßlauer HV, geht es nach dem Namen und nach der aktuellen Tabellenplatzierung (15.), eigentlich kein Gegner, vor dem der Rangfünfte aus Hüttenberg in Ehrfurcht erstarren sollte. Und doch reisen die Mittelhessen vermutlich in der Rolle des Underdogs in die Bauhausstadt.

Grund ist die aktuelle Form, die die Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas nicht nur dazu befähigt hat, am vergangenen Montag unter den Augen von Bundestrainer Alfred Gislason Ligaprimus VfL Gummersbach mit 33:32 zu schlagen, sondern ebenso dazu, die letzten vier Heimspiele allesamt zu gewinnen. So beträgt der Vorsprung auf den Tabellenkeller für den DRHV mittlerweile fünf Punkte, zudem hat man ohnehin noch eine Partie weniger absolviert als der TV Emsdetten auf dem ersten Abstiegsrang. »Die Mannschaft belohnt sich jetzt für die harte Arbeit, die sie zuvor investiert hat. Uns erwartet am Sonntag eine echte Herausforderung, denn alle Mannschaften der zweiten Liga tun sich schwer mit der Hüttenberger 3:2:1-Deckung, die nur mit viel Aufwand, Energie und Kreativität geknackt werden kann«, lobt Trainer Jungandreas den TVH. Der 60-Jährige verfügt mit Linksaußen Jakub Hrstka nicht nur über den drittbesten Torschützen des Unterhauses (173/38), sondern mit Vincent Sohmann auch über einen kreativen und schnellen Ideengeber in der Schaltzentrale. Ob Max Emanuel (zuletzt erkrankt) und Max Scheithauer (Fersenprobleme) wieder mitwirken können, steht noch nicht fest.

Ähnlich sieht es bei Tristan Kirschner und Tobias Hahn im Hüttenberger Kader aus, beide waren zuletzt positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Ob sie in Sachsen-Anhalt mitwirken können, wird sich erst nach den kardiologischen Untersuchungen am Freitag und Samstag final sagen lassen. Definitiv nicht in den Mannschaftsbus steigen wird indes Niklas Theiß.

»Nicht zumuten«

Der 18-Jährige absolviert in der kommenden Woche seine schriftlichen Abiturprüfungen an der Wetzlarer Goetheschule, so dass »sowohl die Geschäftsführung als auch die Sportliche Leitung und ich als Trainer gesagt haben, dass wir ihm diese Tagestour nicht zumuten wollen. Wir sagen ganz klar, dass wir die Jungs auf ihrem Bildungsweg unterstützen wollen«, so Berufsschullehrer Wohlrab, der weiß, dass seinen Schützlingen am Sonntag wohl ein Tag der harten Arbeit bevorstehen wird.

Der TV Hüttenberg hat den Vertrag mit Rückraumspieler Phillip Opitz vorzeitig um ein Jahr verlängert, so dass der 20-Jährige nun mindestens bis 2024 für den TVH auflaufen wird. »Phillip hat im letzten Jahr eine positive Entwicklung vollzogen. Wir sind sehr stolz, dass wieder ein einheimischer Spieler aus der eigenen Talentschmiede den Schritt in den Zweitligakader geschafft hat«, erklärte Geschäftsführer Fabian Friedrich. (niha)

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