Tates Aufholjagd kommt zu spät

Gießen. Was wohl möglich gewesen wäre, wären die Gießen 46ers nicht so katastrophal in den 9. Spieltag der Basketball-Bundesliga gestartet? Wenn sie nicht den Gästen von ratiopharm Ulm das erste Viertel geschenkt hätten? Ein Heimsieg wäre durchaus im Bereich des Möglichen gewesen, insbesondere dank der am Ende treffsicheren Nuni Omot und Jalen Tate.

Da das Leben aber kein Konjunktiv ist, musste sich das Team von Headcoach Pete Strobl den Gästen am Freitagabend mit 76:87 geschlagen geben.

Gießen 46ers -

ratiopharm Ulm 76:87

Ohne Neuzugang TJ Williams, aber dafür mit »Rückkehrer« Johannes Lischka verschliefen die 46ers den Start komplett. Bereits nach fünf Minuten scorten die Ulmer gleich sechsfach, Pointguard Kyan Anderson sah sich nur Sekunden später zu seinem breits dritten Foul gezwungen. Das katastrophale Spiel der Mittelhessen setzte sich auch im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts fort. Bereits zur ersten Viertelpause war man geneigt, aus der Osthalle zu flüchten (11:32, 10.).

Doch so schlecht das Strobl-Team im ersten Akt agierte, umso besser fand es in den zweiten. Die 46ers schalteten nun drei Gänge höher und belohnten sich in der Folge: Ein sehenswertes Dunking von Phillip Darnell Fayne sowie ein sehenswertes Solo von Regisseur Kendale McCullum weckten wieder Hoffnungen (30:44, 17.). Im Anschluss wäre sogar ein noch besseres Ergebnis für die Lahnstädter möglich gewesen, doch ließ Maximilian Begue gleich zweimal freistehend den Ball nur am Korbring entlang tanzen - jedoch ohne Punkterfolg.

Nach der Halbzeit zogen die Gäste von der Donau allerdings in Sachen Tempo wieder an, die Gastgeber mussten nun endgültig ablassen. Zwischenzeitlich prangte sogar die höchste Ulmer Führung, vollendet von Per Günther (42:65, 26.), von der Anzeigetafel - die Vorentscheidung.

Daran sollte sich auch im finalen Viertel nichts mehr ändern. wenngleich Tate plötzlich in Korblaune verfiel. Der US-Boy vollendete zunächst viermal von der Freiwurflinie (32.) und brachte seine Farben im weiteren Verlauf auf 60:79 (33.) und schließlich auf 64:79 (35.) wieder heran. Durch Korbleger von Omot, McCullum und Tate (sowie einem Dreier von letzterem) kamen die Mittelhessen nochmals auf Tuchfühlung (76:85, 39.).

Am Ende sollte es dennoch bei einer glücklosen Aufholjagd bleiben, die aus Sicht der Gießen 46ers viel zu spät gestartet wurde.

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