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Tiefschlag in Nachspielzeit

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Mario Schappert dirigiert, kann seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, muss aber eine bittere Last-Minute-Niederlage hinnehmen. Foto: Bär © Bär

Burghaun. Mit dem bitteren 1:2 (1:0) beim SV Steinbach quittiert Fußball-Hessenligist SC Waldgirmes die dritte Punktspielniederlage in Folge. Der entscheidende Treffer fiel in der Nachspielzeit. Das bei beiden Kontrahenten nach den schwachen Leistungen der Vorwochen Widergutmachungsbedarf bestand, war vom Anpfiff weg zu erkennen.

SV Steinbach - SC Waldgirmes 2:1

Auf dem tiefen und holprigen Rasen im idyllischen Mühlengrund ging es einzig darum, über Kampf zumindest einen Ansatz von Spielkultur zu finden. Was Körpersprache, Einsatz und Leidenschaft betraf stand ein ganz anderer SC Waldgirmes auf dem Feld, als bei der jüngsten 1:5-Heimpleite gegen den 1. FC Hanau 93. Die Gäste verteidigten im ersten Akt konzentriert. Sie ließen in ihrem 4-3-3-System keine einzige Torchance der Steinbacher zu.

Zugute kam ihnen freilich auch, dass die Gastgeber praktisch ohne einen wirkungsvollen zentralen Mittelfeldspieler agierten und dass einzig ihr starker Linksverteidiger Thore Hütsch für Betrieb nach vorne sorgte. »Waldgirmes war vor der Pause die bessere Mannschaft«, wusste Steinbachs Trainer Petr Paliatka senior. Und das obwohl mit Max Schneider verletzungsbedingt der zentral defensive Taktgeber bei den Lahnauern früh vom Feld musste (38.).

Fünf Minuten vor dem Seitenwechsel belohnte sich der SC für seine couragierte Vorstellung. Kian Goalfras kluges Zuspiel verlängerte Felix Erben mit dem Kopf und Lucas Hartmann traf durch die »Hosenträger« von SV-Keeper Sebastian Ernst zum verdienten 0:1.

Es sah gut aus mit dem SC-Plan, nicht nur ein anderes Auftreten zu zeigen, sondern auch Zählbares einzufahren. Mit Wiederbeginn setzte der SV Steinbach Druck auf. Waldgirmes stand insgesamt zu tief und kam außer einer Gelegenheit für Lucas Hartmann (71.) nach vorne hin zu keiner nennenswerten Chance mehr. Auch der eingewechselte Gian Maria Olizzo, den die Lahnauer unter der Woche vom TSV Steinbach verpflichtet hatten, konnte bei seinem Premieren-Kurzeinsatz keine Akzente mehr setzen.

Die Gastgeber rückten im Verbund weiter nach vorne, bezogen nun auch die beiden Außenbahnen in ihre Bemühungen ein und sicherten sich die sogenannten »zweiten Bälle«. Als Waldgirmes nach einer Ecke für Steinbach den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekam traf »Joker« Leon Wittke aus der Drehung zum mittlerweile verdienten 1:1-Ausgleich (69.).

Die Gäste wankten, aber sie fielen selbst in Minute 77 nicht, als Dumitru Alin Neacsus Großchance im prächtig reagierenden Maik Buss im SC-Kasten seinen Meister fand. Und eine Minute später parierte Buss einen durchaus gut getretenen Strafstoß des gefoulten Alexander Reith mit einem tollen Reflex.

»Was soll ich meinen Jungs vorwerfen? In Sachen Zweikampfführung, Laufbereitschaft und Einstellung generell passte das absolut. Wir konnten halt vorne nicht mehr so gut die Bälle festmachen«, erklärte der Waldgirmeser Trainer Mario Schappert. Dass der nicht unverdiente Punkt der Gäste doch noch flöten ging, führte Schappert darauf zurück, »dass wir am Ende in der spielentscheidenden Szene zehn Meter weiter raus rücken müssen, dies aber nicht taten«.

In der dritten Minute der Nachspielzeit durfte dann Petr Kvaca im Nachgang an eine Ecke zum 2:1 einköpfen. In den frenetischen Jubel der Gastgeber, die ebenso unter Druck standen wie der SC Waldgirmes, fand Schappert die treffenden Worte. »Das war heute von uns eine ganz andere Leistung als gegen Hanau. Diese Niederlage tut aber insgesamt noch mehr weh.«

SV Steinbach: Ernst - Hütsch, Neacsu, Bott, Fabian Wiegand - Kehl (70. Tom Wiegand), Reith, Uth - Halimi (46. Wittke), Kvaca, Petr Paliatka jun. (90.+4 Göb)

Waldgirmes: Buss - Safiew, Schmidt, Cost, Gebauer - Golafra, Schneider (38. Recio Perez), Fürstenau - Cinemre (70. Olizzo), Erben, Hartmann (84. Götz)

Tore: 0:1 Hartmann (40.), 1:1 Wittke (69.), 2:1 Kvaca (90.+3) - Schiedsrichter: Schwarz (Bruchköbel) - Zuschauer: 200 - Besonderes Vorkommnis: Torwart Buss (Waldgirmes) hält Foulelfmeter von Steinbachs Reith (78.)

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