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Timm Schneiders Rückkehr vor der Rückkehr

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Von: Nico Hartung

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Das letzte Mal auswärts im Hüttenberger Sportzentrum, bevor im Sommer die Rückkehr in die Heimat ansteht: der (Noch-)Gummersbacher Timm Schneider. © imago

Wenn am Samstag der VfL Gummersbach zum Zweitliga-Topduell beim TV Hüttenberg gastiert, tritt mit Timm Schneider ein Spieler im Sportzentrum an, der in der ab Sommer das TVH-Trikot tragen wird.

Hüttenberg. Ein letztes Mal noch wird Timm Schneider als Gast im Sportzentrum Hüttenberg auflaufen, wenn sein VfL Gummersbach an diesem Samstagabend-Abend (19.30 Uhr) bei den Blau-Weiß-Roten antritt. In jener Halle also, in der er im Sommer 2012 in Richtung TBV Lemgo verabschiedet wurde. Damals hatte es den Rückraum-Allrounder in die große Handballwelt gezogen: Auf drei Jahre in Ostwestfalen folgten fünf Spielzeiten bei der MT Melsungen, anschließend noch zwei Jahre in Gummersbach. Doch bereits an seinem letzten Abend im TVH-Trikot hatte Schneider im Juni 2012 einen ganz bestimmen Wunsch: »Ich habe bei meiner Verabschiedung gesagt, dass ich irgendwann wiederkommen würde, und das damals auch genau so gemeint«, sagt der heute 33-Jährige und weiß: »Da gehören immer zwei Seiten dazu, dass so etwas auch in Erfüllung geht. Ich bin dem TVH und hier insbesondere Lothar Weber, der den Draht zur aktuellen Geschäftsführung hergestellt hat, sehr dankbar, dass es geklappt hat.«

Ein besonderer »Spielertausch«

Anderthalb Wochen ist es her, als die Hüttenberger bekanntgaben, dass Schneider ab der kommenden Spielzeit zu »seinem« TVH zurückkehren wird. »Ich hatte hier die zwei schönsten Jahre meiner Handball-Karriere, die 2011 mit dem Aufstieg in die Bundesliga gekrönt wurden«, erinnert sich die 1,96-Meter-Kante, die auf insgesamt zwölf Spielzeiten in der höchsten deutschen Spielklasse zurückblicken kann.

Von außen betrachtet wirkt die Rückkehr Schneiders zum TVH wie ein Tausch, wird doch der aktuelle Hüttenberger Spielmacher Dominik Mappes im Sommer den gegenläufigen Weg antreten und sich dem einstigen Serienmeister aus dem Oberbergischen anschließen. »Diese beiden Wechsel haben aber eigentlich nichts miteinander zu tun«, erklärt Schneider mit der ihm eigenen ruhigen, sonoren Stimme und klärt auf: »Ich wusste relativ früh, dass ich nach zwei Jahren in Gummersbach keinen neuen Vertrag mehr bekommen würde und habe nach Alternativen Ausschau gehalten. Als meine Situation dann öffentlich wurde, kam der Kontakt zum TVH über Lothar Weber zustande. So nahm das alles seinen Lauf. Dass ›Do‹ eventuell nach Gummersbach kommen würde, hatte ich zwar im Dezember schon einmal irgendwo aufgeschnappt, für meine Planungen spielte das aber keine große Rolle«, so der Vater zweier Söhne.

Viel ausschlaggebender in den Überlegungen des Holzheimers war stattdessen die familiäre Situation. Zwar habe es neben der Offerte des TVH noch weitere Angebote gegeben, doch wären die stets mit viel Fahrerei und Umzügen verbunden gewesen. »Ich bin jetzt 33 Jahre alt, bei Ende meiner Vertragslaufzeit in Hüttenberg werde ich 36 sein. Das ist definitiv mein letzter Wechsel im Handball-Geschäft. Es ist schön zu wissen, dass meine Frau, die Jungs und ich in die Nähe unserer Familien ziehen werden. Andere Adressen waren für uns einfach nicht mehr denkbar«, betont Schneider.

Der Rechtshänder, der auf ein A-Länderspiel 2014 gegen Finnland zurückblicken kann, ist neben David Kuntscher von der MT Melsungen und Jannik Hofmann von den Eulen Ludwigshafen der dritte Hüttenberger Neuzugang, der bereits jetzt für die Runde feststeht. Und auch erst dann will sich Schneider gedanklich mit den kommenden beiden Jahren beschäftigen. »Jetzt fahre ich noch im Trikot des VfL Gummersbach ins Sportzentrum nach Hüttenberg. Da versuche ich natürlich, dass wir dort gewinnen werden, schließlich wollen wir mit unserer Mannschaft am Ende der Spielzeit aufsteigen. Ich bin mir sicher, dass uns ein sehr hitziges und enges Duell erwarten wird, dafür kennen wir den TVH gut genug«, verrät der Rechtshänder, der beim 40:34-Hinspielsieg im Oktober bei vier Versuchen viermal traf.

Ob er sich am Samstag, wo ja feststeht, dass er zum TVH wechseln wird, auf der Platte zurückhalten oder bei Toren verhaltener jubeln wird? »Klar ist das irgendwie komisch, zu wissen, dass Du gegen deinen neuen Club triffst. Aber da mache ich mir erst am Samstag-Abend Gedanken drüber«, lacht Schneider. Dann, wenn er zum letzten Mal als Gast im Sportzentrum auflaufen wird. Denn ab Sommer ist er einer der Hausherren.

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