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Tolle Moral wird nicht belohnt

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Von: Nico Hartung

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Durchgesetzt: Nachwuchstalent Till Bastian Uth trifft für den TV Hüttenberg gegen Coburg. © Röczey

Hüttenberg. Eines konnten sich die Zweitliga-Handballer des TV Hüttenberg am späten Dienstagabend nicht vorwerfen lassen. Nämlich nicht alles versucht zu haben, um die Partie gegen den HSC Coburg zu ihren Gunsten zu entscheiden. Am Ende mussten sich die Schützlinge von Trainer Johannes Wohlrab dem Bundesliga-Absteiger aus Nordbayern, allem Kampf und allem leidenschaftlichem Einsatz zum Trotz, mit 25:

27 (13:14) geschlagen geben.

TV Hüttenberg - HSC Coburg 25:27

Die Gastgeber, bei denen Simon Böhne zwischen den Pfosten erneut den Vorzug von Dominik Plaue erhalten hatte und bei denen Hendrik Schreiber nach überstandener Knieprellung in die Startsieben zurückgekehrt war, erzielten zwar durch den abermals sehr konstanten Tristan Kirschner das erste Tor des Abends (2.), hatten jedoch zu Beginn der Partie noch Sand im Getriebemotor. Dies lag vor allem daran, dass Coburgs Schlussmann Jan Kulhanek über die gesamte Spielzeit der stärkste Akteur seines Teams war. Der Tscheche hatte nach 18 Minuten bereits sieben Paraden vorzuweisen und war somit Hauptgarant dafür, dass seine Mannschaft zunächst durch den Ex-Hüttenberger Merlin Fuß mit 6:4 führte (11.), ehe Tobias Varvne bei drohendem Zeitspiel zum 11:7 einwarf (19.).

Hatte es zu Beginn noch den Anschein gehabt, als hätte sich die Unsicherheit aus zuletzt drei Niederlagen in den vier vorangegangenen Begegnungen in die Hüttenberger Pässe geschlichen, kämpften sich die Wohlrab-Schützlinge bis zum Pausenpfiff in die Partie. Jedes gelungene Stoppfoul gegen die Coburger Angriffe wurde gefeiert, wobei sich Ian Weber erneut besonders als Motivator seiner Mitstreiter hervortat.

Der Kampfgeist des TVH, gepaart mit der Übersicht von Spielmacher Dominik Mappes und zwei Treffern von Routinier Stefan Kneer, führten dazu, dass die Blau-Weiß-Roten vor dem Seitenwechsel wieder voll auf Augenhöhe waren. Den zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand ließ Linksaußen Philipp Schwarz nach einem Ballgewinn und schnellem Umschalten durch Mappes auf einen 13:14-Pausenstand zusammenschmelzen (30.).

Diese Phase sollte nicht die letzte sein, in der die Hausherren Nehmerqualitäten bewiesen. Denn die ersten Minuten nach der Pause gehörten erneut den von Brian Ankersen trainierten Oberfranken. Fuß tankte sich durch und besorgte das 17:13 für die Schwarz-Gelben (34.), die die kurze Schwächeperiode der Hüttenberger jedoch nicht entscheidend auszunutzen wussten. Das »Original aus Mittelhessen«, bei dem mittlerweile Plaue für Böhne gekommen war, brauchte fünf Minuten, um durch einen verwandelten Mappes-Strafwurf und einen 5:0-Lauf nun seinerseits mit 18:17 in Front zu gehen.

Die Begegnung wogte jetzt hin und her, beide Teams erzielten schnelle Führungen, um anschließend nur noch schneller den Ausgleich zu kassieren. Und doch waren es die Vestestädter, die sich in der entscheidenden Phase absetzen konnten.

Das 26:22 durch den starken Coburger Linksaußen Milos Grozdanic fühlte sich bereits wie eine Vorentscheidung an (52.), obgleich die Gastgeber noch zwei Mal, jeweils durch Schwarz-Tore, auf zwei Treffer verkürzen konnten.

Spätestens nachdem der überragende Kulhanek mit seiner 18. und letzten Parade das 26:27 durch Hendrik Schreiber verhindert hatte, war der Corburger Auswärtserfolg unter Dach und Fach (60.).

Hüttenberg: Böhne, Plaue (31.-52.) - Schwarz (3), Kneer (3), Kirschner (4), Uth (1), Opitz, Theiß (3), Fujita, Weber (2), Rompf, Zörb (3), Mappes (3/1), Klein, Jockel, Schreiber (3).

Coburg: Kulhanek, Jochens - Preller, Steinn Runarsson (1), Fuß (5), Toom, Billek (5), Mubenzem, Juskenas, Knauer, Varvne (2), Schäffer (2), Kurch (3), Grozdanic (7/3), Schröder (2), Bauer.

Schiedsrichter: Hillebrand/Umbescheidt (Unna) - Zuschauer: 780 - Zeitstrafen: Hüttenberg vier (Schreiber zwei, Klein, Kneer), Coburg fünf (Varvne zwei, Schäffer zwei, Kurch) - Rote Karte: Bauer (18., Coburg) wegen groben Foulspiels).

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