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Toller Kampf wird nicht belohnt

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Von: Nico Hartung

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Kein Durchkommen für den Hüttenberger Johannes Klein, der an der Nordhorner Wand - bestehend aus Robert Wagner (l.) und Johannes Wasielewski (r.) - abprallt. © Röczey

Hüttenberg. Es hat nicht ganz gereicht für den TV Hüttenberg: Im Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga musste sich das »Original aus Mittelhessen« am Mittwochabend gegen die HSG Nordhorn-Lingen mit 24:26 (10:10) geschlagen geben. Vorzuwerfen hatten sich die Mannen von Trainer Johannes Wohlrab im Nachhinein jedoch nichts - im Gegenteil: Denn obwohl sie in den vergangenen zwei Wochen angesichts von zahlreichen Corona-Fällen kaum ein ordentliches Mannschaftstraining hatten absolvieren können und folglich körperlich bei Weitem nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren, verlangten sie dem als Favorit angereisten Gast über die gesamte Spielzeit alles ab und zeigten eine ebenso mitreißende wie beeindruckende Leistung.

Und wohl selten war im Hüttenberger Sportzentrum nach dem Schlusspfiff so lange für eine unterlegene Heimmannschaft Beifall gespendet worden.

TV Hüttenberg - HSG Nordhorn-Lingen 24:26

Die Hüttenberger, bei denen die erfahrenen Stützen um Kapitän Dominik Mappes, Linksaußen Christian Rompf sowie Kreisläufer Vit Reichl fehlten, boten dem Gast von Beginn an die Stirn und agierten trotz ihres Personaladerlasses mutig und unerschrocken. Insbesondere Ian Weber und Hendrik Schreiber, die aufgrund des Mappes-Ausfalls fast die gesamte erste Halbzeit über durchspielen mussten, riskierten bei ihren Eins-gegen-Eins-Duellen manches Mal Kopf und Kragen und bekamen so nicht nur einmal die harten Bandagen der Nordhorner Abwehr zu spüren. Vor allem Weber bereitete der HSG-Deckung dabei immer wieder Probleme. Der 21-Jährige hatte bei der 6:5-Führung (9.) der Hüttenberger bereits zum vierten Mal getroffen und war auch sonst immer wieder Dreh- und Angelpunkt der TVH-Angriffsbemühungen.

Nach zehn Minuten war es dann Nordhorns Johannes Wasielewski, der seine Farben beim 7:6 erstmals in Front warf. Wohlrab, der den Kader angesichts der personellen Schwierigkeiten in den letzten Tagen mit den U23-Akteuren Nicolai Martin du Till Uth aufgefüllt hatte, begann nach knapp 13 Minuten damit, seine Startsieben nach und nach auszutauschen, wodurch dem Hüttenberger Spiel für kurze Zeit ein Bruch anzumerken war. Die Gäste führten jetzt zwar mehrfach, konnten sich jedoch nicht entscheidend absetzen, sodass die Hausherren nach achtminütiger torloser Zeit noch vor der Pause durch Webers verwandelten Siebenmeter zum 10:10 ausglichen.

Hatte die erste Hälfe aus Hüttenberger Sicht noch mit einem Hoffnungsschimmer geendet, begann die zweite indes mit einer Hiobsbotschaft. Nachdem gleich zwei Gegenspieler am Kreis auf ihn gestützt waren, hielt sich Moritz Zörb anschließend das linke Knie, das Gesicht von Schmerzen verzerrt. Der Hüttenberger Vizekapitän musste kurz darauf das Parkett verlassen. Nachwuchsmann Patrick Jockel erlebte nun seine Feuertaufe am Kreis und machte seine Sache mehr als ordentlich.

Es hatte den Anschein, als ob diese unschöne Szene den Wohlrab-Schützlingen frische Kräfte eingehaucht hätte. Die Gastgeber lieferten dem Bundesliga-Absteiger weiterhin einen leidenschaftlichen Kampf, agierten im Angriff mit beeindruckender Kaltschnäuzigkeit und Coolness. Und nachdem Rechtsaußen Tristan Kirschner nach zum 16:14 (40.) eingenetzt hatte, feuerte HSG-Coach Daniel Kubes entnervt die grüne Karte auf den Tisch.

Entscheidung fällt in der Crunchtime

Die Hüttenberger hielten ihren Zwei-Tore-Vorsprung bis zur 47. Minute, ehe Georg Pöhle per Rückhandwurf zum 20:20 ausglich. Der TVH, der jetzt zunehmend auf dem Zahnfleisch ging, scheiterte jetzt immer häufiger am eingewechselten Björn Buhrmester Nordhorner Tor. Als Patrick Miedema dreieinhalb Minuten vor dem Ende zum 24:22 einwarf, war die Vorentscheidung gefallen. Georg Pöhle machte den Blau-Weiß-Roten mit seinem 25:22 den Garaus (59.).

Lange Zeit, um ihre Kräfte zu sammeln, haben die Hüttenberger allerdings nicht, denn bereits am Sonntag steht mit dem Auswärtsspiel beim HC Elbflorenz bereits das nächste Kräftemessen an.

TV Hüttenberg: Plaue, Böhne (ab 45.) - Martin, Schwarz (1), Kneer (1), Kirschner (5), Uth, Opitz, Theiß (2), Fujita, Weber (6/3), Zörb (1), Hahn, Klein, Jockel (2), Schreiber (5).

HSG Nordhorn-Lingen: Ravensberger, Buhrmester (ab 43.) - Torbrügge (5), Weber (2), Mickal (3), Miedema (1), Stegefelt (3), Patzel, Fontaine, de Boer, Visser, Seidel, Wasielewski (5), Pöhle (7/1), Kalafut

Schiedsrichter: Bona/Frank (Remscheid). - Zuschauer: 450. - Zeitstrafen: Hüttenberg vier, Nordhorn sechs. - Verworfene Siebenmeter: Weber (51., Hüttenberg).

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