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Trainer fiebert aus der Ferne mit

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Von: Rüdiger Dittrich

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Hadi Darvishpourgohardani (Mitte) freut sich über seinen deutschen Titel nebst Urkunde und politischem Bekenntnis. Foto: ACE © ACE

Gießen/Greifswald (rd). Theo Strippel war diesmal in einer ebenso ungewohnten wie ungewollten Rolle: Der ehemalige Powerlifting-Weltmeister und -Weltrekordhalter konnte erstmals in seiner langen Karriere als Trainer beim Athletic Club Eulenkopf (ACE) Gießen seine Schützlinge bei einer Meisterschaft nicht vor Ort betreuen. Grund dafür, dass der 60-Jährige nur via Livestream aus der Ferne mitfieberte, war allerdings nicht das allgegenwärtige Corona, sondern die Tatsache, dass Strippel derzeit mit einem Wadenbeinbruch in einer Klinik in Bad Wildungen in Reha ist.

»Das war schon ungewohnt und komisch, ich war richtig nervös«, sagte Strippel im Nachgang zum Auftritt seiner Athleten Stephan Szekulla und Hadi Darvishpourgohardani, »man sieht den Ablauf, kann aber nicht eingreifen«.

Im fernen Greifswald waren bei den Deutschen Titelkämpfen allerdings diesmal auch nur zwei Blau-Gelbe gemeldet, drei weitere ACEler, die sich qualifiziert hatten, konnten aus privaten oder Verletzungsgründen in Mecklenburg-Vorpommern nicht teilnehmen.

Immerhin aber vermochten die beiden Gießener das blau-gelbe Fähnlein hochzuhalten. So war es Stephan Szekulla, der sich in der Altersklasse I in der Gewichtsklasse bis 93 Kilogramm die Bronzemedaille sicherte. »Er hat gepokert«, sagte Strippel zu Szekullas Zweikampf mit einem Magdeburger Kontrahenten um den dritten Treppchenplatz. Der Gießener stemmte dabei 135kg in die Höhe, dem Magdeburger blieb mit 132,5kg nur Rang vier.

Unangefochten war Szekullas iranischer Teamkollege Hadi Darvishpourgohardani, der bei den Aktiven (bis 83kg) enorme 182,5kg zur Strecke brachte und sich damit überlegen die Goldmedaille und den deutschen Titel sicherte. Sein ärgster Konkurrent Benjamin Haugk vom gastgebenden Verein Greifenpower blieb 12,5kg hinter dem Strippel-Schützling. Der machte sich nach dem Livestream erstmal »ein Bierchen auf« und freute sich über einen weiteren deutschen Meister seines ACE Gießen. Und verkündete zugleich, dass »der Gießener Championcup im Mai 2023 als Qualiturnier für die Deutschen zugelassen wurde. Das bringt uns mehr Starter und wertet unser eigenes Turnier auf.« Und dann ist Trainer Strippel auch sicher vor Ort wieder dabei. Als Trainer und Moderator.

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