1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Trainer-Pass zur Erinnerung

Erstellt:

gispor_1309_trainer_1309_4c
Alle mal herhören: Hier geht’s um den Trainer-Pass. Foto: Mohr (KFW) © Mohr (KFW

Gießen (red/rd). Es gibt was Neues für die Trainer: Den Trainer-Pass, der zur gerade gestarteten Saison 2022/2023 im Hessischen Fußball-Verband flächendeckend für alle Übungsleiter im Senioren-, Frauen- und älteren Juniorenbereich der A- und B-Jugend verpflichtend eingeführt wird.

»Der Pass, den die Übungsleiter, wenn sie nicht gerade als Spielertrainer selbst auf dem Platz stehen, während des Spiels um den Hals tragen sollen, hat nichts mit einer Lizenz zu tun«, erläutert Kreisfußballwart Henry Mohr.

Der Trainer-Pass steht vor allem unter dem Fair-Play-Aspekt. Das machte Stefan Mandler, Koordinator für Qualifizierung im Fußballkreis Gießen, gemeinsam mit Mohr bei der ersten von vier Schulungen im mit rund 30 Teilnehmern gefüllten Sportheim der SG Kinzenbach immer wieder deutlich.

Der Trainer-Pass wurde schon vor drei Jahren im Kreis Offenbach auf den Weg gebracht. »Wir wollen, dass die Trainer als Multiplikator in die Vereine und auf die Sportplätze gehen und sich noch stärker bewusst werden, welch große Vorbilder sie sind«, sagte damals Offenbachs Kreisfußballwart Jörg Wagner bei der Vorstellung.

Damit die Trainer immer wieder an die (fairen) Spielregeln erinnert werden, sind diese auf der Rückseite des Passes abgedruckt: 1. Fußball spielen - Spaß haben. 2. Respekt zeigen - Vielfalt leben. 3. Fair zum Gegner - Fair zum Schiri, 4. Statt meckern - Selber machen. 5. NEIN! zu Diskriminierung und Gewalt.

Statistiken hatten die Offenbacher seinerzeit auf die Idee gebracht, gerade die Trainer für mehr Fair-Play zu sensibilisieren. So gebe es Kreise, da seien die Übungsleiter im Vergleich zu den Spielern überproportional häufig wegen Fehlverhaltens auf dem Platz von Sportgericht und Einzelrichtern verurteilt worden, hatten die Offenbacher seinerzeit festgestellt.

»Davon kann im Fußballkreis Gießen keine Rede sein, aber auch hier gibt es immer wieder einmal Meldungen von Schiedsrichtern. Daher ist es gut vorzubeugen«, argumentiert Henry Mohr. »Wenn ihr anfangt, zu meckern, machen das eure Spieler nach. Seid euch eurer Vorbildrolle bewusst«, unterstrich auch Stefan Mandler.

In der Praxis, so Mandler, solle der Trainer vor dem Spiel auf den Schiedsrichter zugehen und sich vorstellen. Auch ein Handschlag mit dem gegnerischen Coach sollte die Regel sein. »Das mache ich sowieso«, sprachen einige Anwesende dabei von einer Selbstverständlichkeit.

Wie auch immer - das Tragen des Trainer-Passes ist in der Spielordnung des HFV verpflichtend vorgesehen und soll bei Missachtung von den Klassenleitern bestraft werden, wenn der Schiedsrichter es in seinem Spielbericht vermerkt hat. »Es wird aber eine längere Einführungsphase geben und wir werden vorerst keine Bestrafungen durchführen«, stellte Henry Mohr allerdings klar, dass zunächst ein Auge zugedrückt wird. »Im Optimalfall sollen die Vereine, gerade wenn sie nur über Spielertrainer oder nicht drei, vier Übungsleiter für ihre zwei Mannschaften verfügen, auch Mitglieder aus dem Spielausschuss schulen. Wir werden das dann genauestens beobachten und später entscheiden wie wir weiter vorgehen.«

Bevor die Trainerpässe übergeben wurden, gab es noch Ausführungen von Alexander Pächthold und Eduard Basmaci vom Kreisschiedsrichterausschuss. Die nächste Gelegenheit zur Trainerpassschulung ist am morgigen Mittwoch, 14. September (18.30 Uhr), in Geilshausen und am 19. September in Fernwald (18.30), wie Henry Mohr ankündigte.

Auch interessant