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»Trainerfrage stellt sich nicht«

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Pohlheim (fro). Fußball-Verbandsligist FC Turabdin/Babylon steckt in der Krise. Höhepunkt der sportlichen Talfahrt war am Wochenende die 0:4-Niederlage gegen Marburg. Nun stand der 1. Vorsitzende, Aziz Kartal, für ein Gespräch zur aktuellen Situation und der Trainerfrage zur Verfügung.

Wie schätzen Sie die aktuelle sportliche Situation Ihres Vereins in der Verbandsliga Mitte ein?

Das 0:4 gegen Marburg war eine ganz bittere Niederlage. Auch die letzten Wochen waren für uns nicht gerade erfolgreich. Wenn wir nur nach den Punkten schauen, dann stehen wir zu Recht da unten in der Tabelle. Dabei spielt die Mannschaft nicht so schlecht, wie dies die Ergebnisse vermitteln. Wir hätten in Breidenbach zur Pause 6:1 führen müssen. Leider Gottes schießen wir nicht die Tore und die Gegner kommen einmal vor unser Tor und treffen. Diesmal haben wir den Fehler gemacht, nach dem 0:1 die Abwehr sofort aufzumachen. Es wäre noch genügend Zeit gewesen, um das Spiel wieder in den Griff zu bekommen. Wir sind in dieser Saison mental nicht so stark, um nach einem Rückstand zurückzukommen. Dies hat uns in den vergangenen Jahren immer ausgezeichnet.

Hatten Sie den Eindruck, dass die Mannschaft gegen Trainer Ibrahim Cigdem gespielt hat?

Wir hatten in der ersten Halbzeit ein deutliches Chancenplus. Es hat nicht den Eindruck gemacht, als würde das Team gegen seinen Trainer spielen.

Ihre Elf liegt nun auf dem Relegationsplatz »nach unten« und ist im Abstiegskampf angekommen. Wie beurteilen Sie diese Situation?

Es ist eine ernste Situation. Ich vermisse im Moment den absoluten Willen und das Herzblut meiner Mannschaft. Auch die Laufbereitschaft und das Zweikampfverhalten müssen verbessert werden. Wir kennen diese Tabellensituation noch nicht. Für die Spieler ist dies nach den erfolgreichen letzten Jahren etwas Neues, was erst im Kopf verarbeitet werden muss. Die Situation ist nicht einfach, aber wir haben eine gute Mannschaft, die dies erfolgreich lösen kann.

Welche Rolle spielt die personelle Situation, in der sich Ihrer Elf derzeit befindet?

Wenn du vier erfahrene Führungsspieler wie Mustafa Yaman, Albano Sidon, Kevin Rennert und Ahmet Marankoz ersetzen musst, tut das weh. Ich bin dennoch guter Dinge, dass das Team stark genug ist, um sich zu fangen. Wir sind eine Mannschaft, die in diese Liga gehört. Bislang haben wir immer guten Fußball gespielt und uns im oberen Drittel der Tabelle bewegt. Im Moment haben wir ein Tief, aus dem es herauszukommen gilt.

Sie hatten vor der Partie gegen die SF/BG Marburg ein sehr emotionales Gespräch mit Ahmet Marankoz, der diesmal zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Um was ging es dabei?

Ahmet ist als Führungsspieler bei uns akzeptiert und anerkannt - keine Frage. Er war geknickt, dass er nicht von Beginn an spielen durfte. Die Entscheidungen über die Aufstellung trifft bei uns der Trainer. Er hat sich so entschieden, weil Ahmet aufgrund des Umzugs seiner Firma in dieser Woche nicht trainiert hat. Das Spiel haben wir aber nicht verloren, weil Ahmet in der ersten Halbzeit draußen gesessen hat.«

In sportliche weniger erfolgreichen Zeiten machen sich Vereine Gedanken….

Fragen Sie direkt - sitzt Ibrahim Cigdem in der nächsten Woche noch auf der Bank bei uns? Ja, denn die Trainerfrage ist bei uns überhaupt kein Thema. Die Gründe für die aktuelle Situation liegen nicht in der Trainerarbeit. Man fragt als Verein auch die Spieler, wie zufrieden sie mit dem Trainer sind. Hier haben wir von allen eine positive Rückmeldung erhalten.

mit Aziz Kartal

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