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TSG-Nachwuchs geht als Sieger der Herzen vom Feld

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Hätte das 1:1 sein können: Kevin Luca Gleissner erwischt den Kopfball kurz vor der Pause aber nicht perfekt. Foto: Bär © Bär

Trotz Niederlage sind sie (moralische) Gewinner: Die B-Junioren der TSG Wieseck verpassen zwar den Bundesliga-Aufstieg, überzeugen aber mit viel Kampf und Mut.

Gießen . »Respekt vor dieser Leistung. Die Jungs können erhobenen Hauptes das Feld verlassen.« Der Sound auf der Facebook-Seite der TSG Wieseck nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg der B-Junioren traf den Nagel auf den Kopf. Zwar hatte die Mannschaft von Deniz Solmaz mit 2:3 den Kürzeren gezogen, was in der Summe mit der 0:2-Hinspielniederlage das Aus bedeutete, aber vorzuwerfen hatten sich die »2005er« der TSG nichts. Denn sie waren mit dem 1. FC Saarbrücken an einem spielerisch reiferen Gegner gescheitert, der zwei, drei Schlüsselspieler hatte, die an diesem Tag den Unterschied machten.

Vor allem in Durchgang eins war der Druck des Gewinnen-Müssens den Jungs um den auffälligen Sturmtank Kevin Luca Gleissner anzumerken, lähmte die Angst vor einem frühen Gegentor in Kombination mit dem stark aufspielenden Kontrahententen den Hessenmeister doch sehr. Umso respektabler allerdings, dass die Mannschaft trotz Rückstand und brütender Hitze in der zweiten Halbzeit die Saarländer immer wieder ins Schwitzen brachte. Wobei wir beim Thema wären, denn dass die Solmaz-Elf trotz der Backofentemperaturen bis zur letzten Minute kämpfte und nicht nachließ, lässt den Betrachter, der auf der Tribüne schon Blut und Wasser schwitzte, den (Sonnen-)Hut ziehen. Beide Mannschaften wuchsen über sich hinaus.

Ähnlich wie das TSG-Umfeld, das für ein stimmungsvolles Ambiente und beste Verpflegung sorgte, den Tribünengästen mangelte es jedenfalls an nichts. Es soll Vereine geben, wo selbst in höheren Herren-Ligen solche Fußball-Feste nicht möglich wären. Von der Unterstützung von den prall gefüllten Rängen - auch wenn die offiziell gemeldeten 1150 Zuschauer die realistischer erscheinenden Augenschein-Schätzungen von 800 bis 900 deutlich übertrafen - ganz zu schweigen. Aber, auch das darf der Hitze und Hitzigkeit des K.o.-Spiels zugeschrieben werden, so mancher schoss über das Ziel hinaus. Sei es Zuschauer, die die Bande traten bis diese sich bog, sei es TSG-Torwart Kandic, der zum Schluss sein Mütchen kühlte, indem er sich zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ. Unschöne Randaspekte eines gelungenen Fußball-Nachmittags, der vom spielerischen Niveau her Lust auf Jugendfußball macht.

Dass das Reglement mit zwei K.o.-Spielen nach einer von beiden Mannschaften grandiosen Saison überdacht werden sollte, bleibt als fader Beigeschmack bestehen. Denn auch Wieseck hätte den Aufstieg als Hessenmeister verdient. Gerade im Juniorenbereich ist eine solche Lösung kontraproduktiv für den jugendlichen Seelenhaushalt.

Wer eine Saison lang seine Liga so dominiert, sollte auch aufsteigen dürfen. Auch wenn die Aufstiegsspiele, und daran besteht kein Zweifel, ein tolles Event waren.

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