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TVH-Torhüter machen den Unterschied

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Von: Nico Hartung

Lössnitz. Maximilian Lux schritt 33 Sekunden vor Spielende selbstbewusst und voller Tatendrang zur Siebenmeterlinie. Kein Wunder, denn der Rechtsaußen von Handball-Zweitligist EHV Aue hatte beim Heimspiel gegen den TV Hüttenberg am Samstagabend bislang bei 15 Würfen 13 Treffer erzielt. Beim Stand von 27:28 für den Gast aus Mittelhessen trat ihm TVH-Schlussmann Dominik Plaue gegenüber, der den Wurf des 26-Jährigen kurz darauf mit einem blitzschnell hochgerissenen Bein über die Querlatte lenkte - und dadurch einen ganz wichtigen Teil dazu beitrug, dass sich der TV Hüttenberg am Ende über einen 28:

27 (14:17)-Auswärtssieg und zwei Punkte zum Restrundenauftakt freuen durfte.

»Manchmal musst Du als Torhüter keinen guten Tag haben, sondern nur den entscheidenden Ball halten«, brachte TVH-Trainer Johannes Wohlrab den Arbeitstag von Plaue hinterher treffend auf den Punkt. Die Hüttenberger Nummer eins hatte seinen Platz im Tor bereits nach 20 Spielminuten für Simon Böhne räumen müssen, kam jedoch eigens für den Lux-Siebenmeter eine halbe Minute vor Schluss noch einmal auf die Platte und avancierte zum Matchwinner.

EHV Aue - TV Hüttenberg 27:28

Doch wenn Wohlrab im Anschluss an die Partie davon sprach, dass seine Mannschaft »in der zweiten Halbzeit richtig gute Unterstützung aus dem Tor« erhalten hatte, war damit aber vor allem Böhne genannt. Der 21-Jährige zeigte allein im zweiten Abschnitt neun zum Teil enorm wichtige Paraden, die die Hüttenberger schließlich auf die Siegerstraße einkehren ließen. Denn danach hatte es lange Zeit nicht ausgesehen.

Die Gäste, die ohne Kapitän Dominik Mappes ins Erzgebirge gereist waren, hatten zu Beginn Probleme, Lösungen für die forsche und aggressive Gangart der Sachsen zu finden. War die Partie bis zum 4:4 (9.) noch ausgeglichen gewesen, erspielte sich Aue anschließend ein deutliches Übergewicht, das nach dem Treffer von Sebastian Paraschiv in eine komfortable 14:8-Führung mündete (20.). »In dieser Phase haben wir es geschafft, viele individuelle Hüttenberger Stärken wegzunehmen, das war richtig gut von uns«, analysierte hinterher Kirsten Weber, neben Stephan Swat und Michael Hilbig einer von drei gleichberechtigten Auer Trainern. Doch anstatt »stabil zu bleiben und genauso weiterzumachen« (Hilbig), schien es nach dem Seitenwechsel, als würden die Beine seiner Schützlinge durch die Aussicht auf einen Überraschungserfolg gegen den Tabellenvierten schwer werden. Die 17:14-Pausenführung des EHV hielt keine fünf Minuten, dann hatte Hüttenbergs Hendrik Schreiber über die zweite Welle zum 17:17 ausgeglichen. Und noch einmal zehn Minuten später war es Ryuga Fujita, der mit einem sehenswerten Heber eine 22:19-Führung besorgte (45.).

Die Gastgeber wankten, fielen aber nicht, denn sie durften sich auf Maximilian Lux verlassen, der mit seinem zwölften Tagestreffer zum 22:23 zwischenzeitlich mehr als die Hälfte aller EHV-Tore erzielt hatte (49.). Doch auch die hervorragende Trefferquote des Rechtsaußen reichte nicht, weil ihm im entscheidenden Moment die Nerven versagten. Die Hüttenberger mussten, nachdem Plaue den entscheidenden Siebenmeter 33 Sekunden vor dem Ende pariert hatte, ihren Ballbesitz bei offener Auer Deckung nur noch ausspielen, ehe sie anschließend in wilde Jubelarien ausbrachen.

Wohlrab froh

»Die zweiten 30 Minuten sind nun einmal die, die über den Sieg entscheiden, und da waren wir heute besser. Insgesamt wäre eine Punkteteilung sicherlich ein gerechtes Ergebnis gewesen«, analysierte Wohlrab diplomatisch auf der anschließenden Pressekonferenz, ehe er rasch nachschob: »Aber natürlich sind wir sehr froh darüber, dass es nicht so gekommen ist und wir stattdessen beide Punkte mitgenommen haben.«

EHV Aue: Petursson, Töpfer - Roch (2), Ebert, Egilsnes (1), Lux (13/1), Bombelka, Dutschke, Sova, Slachta, Schauer, Kammlodt (4), Paraschiv (2), Halfdansson (3), Ribeiro (2).

TV Hüttenberg: Plaue, Böhne - Schwarz (4), Kneer (1), Kirschner (3), Opitz, Theiß (2), Fujita (2), Weber (8/3), Rompf, Zörb, Reichl (1), Hahn, Klein (2), Jockel, Schreiber (4).

Schiedsrichter: Scharfe/Kittel (Neuenhagen/Berlin). - Zuschauer: 550. - Zeitstrafen: drei (Roch, Slachta zwei), vier (Opitz, Weber, Klein, Schreiber). - Verworfene Siebenmeter: Lux (60., Aue) scheitert an Plaue.

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