Über Augsburg nach Europa

Frankfurt . Mindestens 60 Punkte werden in dieser bislang so ausgeglichenen Bundesliga-Saison benötigt, um sich für die Champions-League zu qualifizieren. Davon geht zumindest Eintracht Frankfurts Trainer Oliver Glasner aus. Nach dieser Rechnung wären zwischen 52 und 58 Punkte nötig, um in einem der beiden anderen europäischen Wettbewerbe zu spielen.

Die Eintracht hat nach 18 Spieltagen 27 Zähler auf ihr Konto geschaufelt, es wird also noch viel Arbeit nötig sein, um eines der großen Ziele zu erreichen.

Jetzt, im Januar und im Februar, kommen jene Spiele, bei denen die Frankfurter in der Vorrunde vergeblich versucht hatten, zu gewinnen. Ob Augsburg oder Bielefeld, Stuttgart oder Wolfsburg und Köln, es hat immer nur zu einem Punkt gereicht, von möglichen fünfzehn wurden es nur fünf. Dementsprechend bieten sich nun Chancen, sich zu verbessern. Mit dem Auswärtsspiel am Sonntag beim FC Augsburg beginnt für die Eintracht also der Kampf um die internationalen Plätze.

Schon in der vergangenen Saison war Augsburg zum Wendepunkt für die Frankfurter geworden. Nach einer langen Misserfolgsserie, noch unter Trainer Adi Hütter, hatte ein 2:0-Sieg eine ebenso lange Erfolgsserie eingeleitet, die die Eintracht zwischenzeitlich bis in die Champions-League-Ränge gespült hatte. Auch Trainer Oliver Glasner weiß, wie es geht, die bayerischen Schwaben zu besiegen. Mit seinem ehemaligen Klub VfL Wolfsburg hat er in der vergangenen Saison beide Spiele gegen den FCA gewonnen, 1:0 und 2:0. »Wir müssen aus der Niederlage gegen Dortmund die richtigen Schlüsse ziehen«, sagt der Eintracht-Coach ganz allgemein beim Blick nach vorn. Eine ganze Woche hatte er Zeit, mit seiner Mannschaft konzentriert zu trainieren, bislang ohne irgendwelche zusätzlichen Corona-Fälle.

Mit Almamy Touré, Danny da Costa, Erik Durm und vor allem mit Djibril Sow haben sich vier Profis aus der Krankheit zurückgemeldet, die letzte Woche noch gefehlt hatten. Glasner hat also deutlich mehr Auswahl als zum Rückrunden-Auftakt. Besonders im Mittelfeld gibt es nun ein großes Gedränge. »Es ist doch ein schönes Gefühl für den Trainer, wenn er so viele Optionen im Mittelfeld hat«, sagt Ajdin Hrustic. Es gehöre zu den ganz großen Stärken von Oliver Glasner, dass er alle Spieler auf den Weg mitnimmt »und allen das Gefühl gibt, wichtig für die Mannschaft und den Klub zu sein.«

Demgegenüber ist es die Vielseitigkeit, die Hrustic für die Eintracht so wertvoll macht. Als er aus Groningen kam, galt er noch als Mann für den Flügel. Vor dieser Saison hatte er sich zwischenzeitlich im offensiven Mittelfeld ins Team gespielt, bevor ihn eine Corona-Erkrankung stoppte. Nun hat er zum Rückrundenstart gegen Dortmund eine defensive Rolle bekleidet. »Gut gemacht«, lobte Trainer Glasner. Hrustic, ein Mann für viele Fälle.

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