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Überraschung bleibt aus

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Keinen Schritt weiter: Der Offenbacher Forent Bojaj weiß geschickt, Leonidas Tiliudis vom Ball zu trennen. © Hübner

Offenbach/Gießen. Die große Überraschung ist ausgeblieben, der Kampf des FC Gießen in der Fußball-Regionalliga Südwest wird immer härter. Im Gastspiel beim Titelkandidaten Kickers Offenbach unterlag die Elf von Trainer Daniyel Cimen am Ostersamstag erwartungsgemäß und zweifellos leistungsgerecht mit 0:2. »Die Niederlage ist verdient. Wir müssen und jetzt schütteln und dann geht es am Dienstag weiter«, erklärte Gießens Coach Daniyel Cimen im Nachgang der 90 Minuten und hatte da bereits den Abstiegs-Showdown gegen den FSV Frankfurt im Blick.

Kickers Offenbach - FC Gießen 2:0

Ein starker Frederic Löhe im Tor und ein im Vorwärtsgang gut aufgelegter Ko Sawada waren zu wenig, um in Offenbach einen Coup zu landen und im Tabellenkeller Zählbares zu holen. Vor 6121 Zuschauern am Bieberer Berg bestimmten die Hausherren über weite Strecken des ersten Durchgangs den Takt. Wenn der OFC das Tempo anzog und die Schlagzahl erhöhte, drohte der FCG ins Schwimmen zu geraten, wobei sich die Einschussmöglichkeiten bis zum Seitenwechsel noch in Grenzen hielten. Paul Milde verzog in der 29. Minute, bei Dejan Bozics Versuch aus spitzem Winkel war Löhe zur Stelle.

Und Gießen? Schaffte es ab und an, das Pressing der Offenbacher zu überspielen, und kam auch deshalb in die gegnerische Hälfte, weil der OFC phasenweise auch nicht in vorderster Front attackierte. Hier ein Pass von Angreifer Giuseppe Burgio, der sich häufiger aus dem Sturmzentrum wegbewegte, dort ein Solo oder eine kreative Idee vom Japaner Sawada - das zeigte die Cimen-Truppe, ohne wirklich gefährlich zu werden. »Da hat uns im letzten Dittel die letzte Entschlossenheit gefehlt.«

Der 0:1-Rückstand resultierte aus einem kurz ausgeführten Eckstoß. »Da hat die Zuteilung nicht gestimmt«, ärgerte sich Daniyel Cimen über diese Szene, als sich die Kickers bei dieser Standardsituation viel zu leicht in den Strafraum kombinieren konnten. Florent Bojaj legte auf Osarenren Okungbowa zurück, der die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie stocherte (11.).

Zum zweiten Durchgang sah sich Coach Cimen dazu gezwungen, verletzungsbedingt umzustellen. Er musste mit Benedict dos Santos aufgrund von muskulären Problemen einen Achter vom Feld nehmen und brachte Dennis Owusu. Taktisch ging diese Maßnahme damit einher, dass aus dem bisherigen Doppel-Sturm mit Burgio und Öztürk eine Dreierreihe einschließlich Owusu wurde und aus dem Trio im Mittelfeld ein Duo mit Sawada und Leonidas Tiliudis. Die Folge war, dass die Kickers einige gute bis sehr gute Abschlüsse besaßen. Keeper Frederic Löhe verhinderte gegen Philipp Hosiner (51.) und Dejan Bozic (56.) Einschläge für seine Farben. Cimen korrigerte und wechselte Nejmeddin Daghfous für Öztürk ein, um die Mittelfeldzentrale zu verstärken. Löhe hielt danach auch Davud Tuma (61.) auf. Zuvor war ein Kopfstoß Hosiners in den Maschen gelandet, doch Schiedsrichterin Wacker hatte auf Abseits entschieden.

Burgio geblockt, Fink unglücklich

Auf dem Weg dazu, den Spielverlauf auf den Kopf zu stellen, war in der 64. Minute Ko Sawada. Er zog mit einem sehenswerten Dribbling von außen nach innen und scheiterte aus glänzender Ausgangsposition an David Richter, im Anschluss wurde Giuseppe Burgio geblockt. Vier Zeigerumdrehungen darauf bauten die Offenbacher ihren Vorsprung auf 2:0 aus. Erneut offenbarte sich dabei die Schwäche der Gießener bei ruhenden Bällen. »Der Gegner muss sich nicht großartig anstrengen, um gegen uns Tore zu erzielen«, ärgete sich Cimen. Nach einem Freistoß aus der eigenen Hälfte enteilte Lucas Hermes, 60 Sekunden zuvor eingewechselt, Kevin Kling und passte quer, wo Gießens Michael Fink den Ball vor dem einschussbereiten Hosiner ins eigene Netz beförderte. Damit war die Angelegenheit erledigt, Löhe bewahrte seine Farben gegen Hermes (71.) und Elsamed Ramaj (82.) noch vor einem deutlicheren Ergebnis.

Schließlich war die dritte Niederlage in Serie perfekt, zudem sind die Lahnstädter seit vier Matches ohne eigenen Treffer. Diese Serie hätte der eingewechselte Louis Münn beenden können, doch er konnte Richter quasi mit dem Abpfiff in einer Eins-gegen-Eins-Situation nicht bezwingen.

Kickers Offenbach: Richter - Breitenbach, Okungbowa, Marcos, Milde, Deniz (74. Garcia), Huseinbasic, Bojaj, Tuma (80. Ramaj), Bozic (67. Hermes), Hosiner (74. Fetsch).

FC Gießen: Löhe - Gaudermann, Kling, Fink, Sarr, Reithmeir, Sawada (80. Sevim), Tiliudis (80. Münn), dos Santos (46. Owusu), Öztürk (58. Daghfous), Burgio (74. Makanda).

Tore: 1:0 Okungbowa (11.), 2:0 Fink (68., Eigentor). - Schiedsrichterin: Wacker (Backnang). - Zuschauer: 6121. - Gelbe Karten: Hosiner / Sarr.

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