Umbruch bei den Sportfreunden Oberau

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OBERAU - Gruppenligist Sportfreunde Oberau steht vor einem großen personellen Umbruch. Der Club aus dem Fußballkreis Büdingen setzt nach der Trennung von Ralph Rackensperger nicht nur auf zwei neue Übungsleiter. Chefcoach Mario Anthis und Co-Trainer Christoph Werner bekommen zudem zwölf neue Spieler für die kommende Runde. Mindestens fünf Akteure des aktuellen Kaders werden den Oberauern nicht mehr zur Verfügung stehen.

Mit verändertem "Gesicht" wollen sich die Sportfreunde, die zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs Tabellenplatz 17 belegten, langfristig in der Gruppenliga etablieren.

"Eine ganz wichtige Rolle" in den Planungen des Clubs spielt Jonas Jacobi. Der Defensivspezialist kommt vom Büdinger Kreisoberligisten KSV Aulendiebach. "Trotz seiner 39 Jahre ist Jonas topfit. Mit seiner Erfahrung und Kopfballstärke soll er die Abwehr als Innenverteidiger stabilisieren und die jungen Spieler führen", sagt Oberaus Spielausschusschef Peter Kuhl. Jacobi stand übrigens schon einmal in Diensten des Gruppenligisten. Zudem spielte er für den SC Viktoria Nidda (Gruppenliga) und den SSV Lindheim (Verbandsliga) höherklassig.

Neue Impulse in der Offensive soll Falk van Haaren setzen. Der 22-Jährige stand zuletzt beim Gruppenliga-Konkurrenten SG Bruchköbel unter Vertrag. Davor trug er unter anderem das Trikot der SG Büdingen. Ebenfalls jung und noch entwicklungsfähig ist Berkant Varol (21), der vom A-Ligisten VfR Hainchen kommt. "Wir wurden auf Berkant im Kreispokal aufmerksam, als er gegen uns eine starke Leistung zeigte. Er spielte in der Jugend höherklassig für den FC Bayern Alzenau und fühlt sich auf der Zehnerposition wohl", berichtet Kuhl. Ex-Profi Sven Hassler, der den Sportfreunden treu bleibt, soll diese Talente auf dem Platz "führen".

Ebenfalls neu in Oberau sind Fabian Helfrich vom A-Ligisten SG Usenborn/Bergheim, Christian Steiper vom Kreisoberligisten FC Germania Ortenberg, Benjamin Röhlig vom Kreisoberligisten TV Kefenrod und Julian Noll, der zuletzt für den KSV Klein-Karben in der A-Junioren-Hessenliga aktiv war.

Oliver Schön komplettiert das Torhüter-Team um Gian-Luca Klahr und Tobias Kling. "Oliver spielte früher für einen Hamburger Oberligisten. Aus beruflichen Gründen zog er vor fünf Jahren nach Hessen und baut jetzt ein Haus in Oberau. Er kann zwar nur einmal pro Woche trainieren, will es aber mit seinen 33 Jahren noch einmal wissen", so Kuhl.

Was dem Spielausschusschef besonders wichtig ist: "Wir werden in der kommenden Saison vier Nachwuchsspieler vom A-Junioren-Gruppenliga-Team des JFV Oberau in unseren Gruppenliga-Kader aufnehmen." Kuhl freut sich auf Niklas Kraft, Kai Schmied, Jona Loos und Mustafa Xhafer. "Nicht alle haben die Sportfreunde als Stammverein in ihrem Pass stehen. Umso schöner ist es, dass dieses Quartett die Zusage für die neue Runde gegeben hat." Denn: Oberau setzt in Zukunft verstärkt auf die Jugend. Kuhl verfolgt einen Fünfjahresplan. "In dieser Zeit sollen die Talente zu Säulen des Teams reifen. Mit ihnen wollen wir uns nach Möglichkeit langfristig in der Gruppenliga etablieren. In der kommenden Saison geht es aber erst einmal um den Klassenerhalt." Und dafür sieht er sein Team gerüstet. "Wir haben genau die Spieler verpflichtet, die wir haben wollten."

Nicht mehr zum Kader gehören die zum KSV Eschenrod abgewanderten Pierre-Maurice Jung, Johannes Kinzer Valencia und Vincent Tessin (wir berichteten). Der Kapitän geht ebenfalls von Bord: Tim Rackensperger zieht es zum Gruppenliga-Konkurrenten SG Marköbel. Oliver Howard muss seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen beenden. "Das tut uns richtig weh", gesteht Kuhl, der ergänzt, "dass die Kaderplanung noch nicht abgeschlossen ist". Er befindet sich aktuell in Gesprächen mit einem weiteren potenziellen Neuzugang. Zudem sei die Zukunft von zwei, drei Spielern des aktuellen Kaders noch nicht geklärt.

"Am Ende des Tages sollen circa 43 Spieler für beide Mannschaften auf unserer Liste stehen", betont der Spielausschusschef. Das sei auch für das in der A-Liga spielende B-Team wichtig. "Dort hatten wir zuletzt nur drei, vier Leute im Training. Das muss besser werden", betont Kuhl und fährt fort: "Aufgrund der vielen Neuzugänge, die zunächst alle ihre Chance im A-Team erhalten werden, wird auch unsere zweite Mannschaft zwangsläufig qualitativ und quantitativ besser."

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