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Und dann platzt der Knoten

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Von: Thomas Suer

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Da war es schon fast durch: Die Gießener bejubeln den Treffer zum 2:0, den Mert Pekesen (24) gerade erzielt hat. Foto: Vogler © Vogler

Nach drei Unentschieden schenkt FC Gießen Ex-Keeper Grbovic mächtig ein. 6:1-Erfolg gegen SV Neuhof.

Gießen . Vor dem Anpfiff hatte es noch aus alter Verbundenheit eine kurze Umarmung zwischen Trainer Daniyel Cimen Vladan Grbovic, der in der Vorsaison beim FC Gießen Stellvertreter von Keeper Frederic Löhe gewesen war, gegeben. Mit den Freundlichkeiten war damit pünktlich vor den 90 Minuten aber Schluss. Der FCG schenkte Grbovic, der inzwischen den Kasten des SV Neuhof hütet, ein halbes Dutzend Treffer ein. Was für die Cimen-Truppe bedeutet: Der Knoten ist nach zuvor drei Unentschieden am Stück mit nur zwei erzielten Toren im letzten Heimspiel vor der Winterpause geplatzt.

FC Gießen - SV Neuhof 6:1

Das 6:1 (3:0) über den Abstiegskandidaten bedeutet für die Rot-Weißen das Ende weitgehend dominant geführter Spiele bei zugleich mangelhalfter Chancenverwertung. »Für uns war es wichtig, nicht an uns zu zweifeln. Nach dem 1:0 war es eine gute bis sehr gute Leistung von uns«, freute sich Cimen über den Dreier.

Weil die beiden Schiedsrichter-Assistenten mit dem Auto im Verkehr stecken geblieben waren, begann die Partie mit zehn Minuten Verzögerung und Marcus Bengelsdorff und Joshua Herbert als Ersatz an den Seitenlinien. Und mit einer Gästemannschaft, die sich nicht darauf beschränkte, hinten Beton anzurühren. Die Osthessen suchten den Weg nach vorne, störten die Gießener in deren Hälfte und hatten gleich in der ersten Minute eine gute Gelegenheit, als Mirza Kovac an Torhüter Daniel Duschner scheiterte. Die Hausherren taten sich in der Anfangsviertelstunde schwer, gewohnt druckvoll in der Vorwärtsbewegung zu agieren. »Das Geläuf war schwierig zu bespielen. Unter der Woche haben wir auf Kunstrasen trainiert, da mussten wir uns erst wieder etwas umgewöhnen«, meinte Cimen dazu.

Dass die Gäste sich weiter nicht verschanzten und zusätzlich zunehmend die Ordnung verloren, wurde ihnen anschließend zum Verhängnis. Der FCG nutzte mit seinen technisch versierten Kickern den sich bietenden Platz und die Fehler des SVN gnadenlos aus, wobei bei Yassine Maingads 1:0 ein bisschen Glück mit dabei war. »Wir wollten mehr Abschlüsse sehen, egal wie das Tor fällt«, ging es Trainer Cimen auch nicht um einen Schönheitspreis. Denn Maingads Schuss wurde unhaltbar für Grbovic abgefälscht (21.). Sechs Zeigerumdrehungen darauf setzte Sechser Denis Mangafic zum Solo an und legte im richtigen Moment quer zu Mert Pekesen, der konzentriert zum 2:0 vollstreckte. Angesichts dieses Vorsprungs waren die Rollen nun klar verteilt, Gießen gestaltete das Match fortan souverän und klar überlegen. Absolut sehenswert für die nur 200 Zuschauer im »Eisschrank« Waldstadion war das 3:0. Maingad chippte die Kugel zu Matheus Beal, dessen Ablage Stoßstürmer Leonid Akulinin locker verwertete (38.).

Sollte Neuhof in der Kabine noch an eine Wende geglaubt haben, so erstickten die Gießener diese Hoffnung schnell. In der 48. Minute profitierte Pekesen von einem Schnitzer von Juan Manuel Paez, stiebitzte das Leder und bediente im Zentrum Akulinin, der zum 4:0 einköpfte. Bis zur nächsten nennenswerten Aktion dauerte es eine Weile. In der 66. Minute verkürzte Younes Djebbari auf 1:4. Der FCG verteidigte in dieser Szene auf seiner linken Seite nicht clever genug und war dann in der Mitte blank. Jedoch brauchte der Rangzweite nicht lange, um den alten Abstand wiederherzustellen. Nach einer strittigen Situation um ein mögliches Foul am eingewechselten Mika Gärtner pfiff Referee Felix Berger 60 Sekunden darauf Elfmeter, nachdem Raymond Williams den für Akulinin gekommenen Michael Gorbunow gelegt hatte. Beal verwandelte sicher zum 5:1 (70.). Das 6:1 war dem jüngsten Gießener vorbehalten. Der 18-jährige Gärtner drückte das Spielgerät auf Vorarbeit von Gorbunow und Mangafic über die Linie. Vor dem Jahresabschluss am kommenden Freitag beim TuS Dietkirchen (Cimen: Dafür wollen wir die Kräfte bündeln) bleibt der FC Gießen dem Spitzenreiter vom Bundesliga-Nachwuchs der Frankfurter Eintracht punktgleich dicht auf den Fersen und hielt den Vier-Punkte-Abstand zu Friedberg.

FC Gießen: Duschner - Assar, Kireski, Fink, Abdel-Ghani (73. Calabrese) - Vural, Mangafic (78. Mahmuti) - Pekesen, Beal (73. Akkus Rodriguez), Maingad (64. M. Gärtner) - Akulinin (64. Gorbunow).

SV Neuhof: Grbovic - B. Gärtner (65. Pandov), Williams, Mihaylov, Paez - Sosa Perez (55. F. Kovac), Igkmpinompa - Costa Sabate (55. Thiry), Yanez Cortes (80. Gamanis), Menezes Nunes (55. Djebbari) - M. Kovac.

Tore: 1:0 Maingad (21.), 2:0 Pekesen (27.), 3:0 Akulinin (38.), 4:0 Akulinin (48.), 4:1 Djebbari (66.), 5:1 Beal (70./FE), 6:1 Gärtner (72.). - Schiedsrichter: Berger (Herleshausen). - Zuschauer: 200.

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