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Fast gleich hoch beim Kopfballduell, in der Tabelle aber weit auseinander: Fabian Kaiser (Langgöns, 8) und Luca Gysbers vom MTV 1846 Gießen.

B und B geben erwartungsgemäß den Ton an

Gießen . Auch die Mannschaften der Gruppenliga Gießen/Marburg sind bereits seit zwei Wochen in den Winterschlaf übergegangen. Im Gegensatz zu den darunterliegenden heimischen Ligen spielen die 18 Teams aber keine im kommenden Jahr gesonderte Meister- oder Abstiegsrunde aus, sondern absolvieren eine »normale Runde« mit 34 Spieltagen. Nach der Hälfte der Saison und zum Ende des Fußballjahres 2021 dennoch genau die richtige Zeit, um einmal einen Blick auf das bisherige Geschehen zu werfen,

Die Spitze

An der Spitze der Gruppenliga liegen nach dem Abschluss der Vorrunde genau die beiden Mannschaften, die die Experten dort auch erwartet hatten. Mit 15 Siegen aus 17 Partien thront der FC Burgsolms (45 Punkte) auf Platz eins. Vor der Saison hatte das Team des Trainergespannes Peter Nagel und Matthias Bassl - auch aufgrund von Verpflichtungen wie der des ehemaligen Drittliga-Spielers Dani Vier (zuletzt Eintracht Stadtallendorf) - ausgegeben, ein gewichtiges Wörtchen um den Aufstieg mitzusprechen. Was sogar gelang, obwohl Torjäger Patrick Schmidt, der in den vergangenen vier Spielzeiten in 83 Spielen 82 Tore erzielte, verletzungsbedingt noch keine Partie absolviert hat.

Ganz oben erwartet wurde auch der VfL Biedenkopf (41), der diesen Vorschusslorbeeren ebenfalls absolut gerecht wurde. Zuletzt gelangen in der Liga sechs Siege am Stück. Mit 46 Toren stellt der VfL auch das torhungrigste Team der Klasse, Goalgetter Dennis Rakowski hat davon schon satte 15 erzielt.

Die Verfolger

Der einzig echte Verfolger scheint zum Ende des Jahres der SSC Juno Burg zu sein, der aber mit 36 Punkten schon fünf Zähler hinter Biedenkopf zurückliegt. Doch der Aufstieg war alles andere als das Ziel des Teams von Trainer Steffen Haardt, sodass die Herborner sicherlich als die Überraschungsmannschaft der Liga gelten können. Basis der tollen Erfolge ist die beste Defensive der Liga (erst 13 Gegentore kassiert).

Dahinter rangiert mit den TSF Heuchelheim (29) der erste Gießener Vertreter. Dabei startete das Team von Daniel Marx und Yannik Pauly schwach, kletterte aber bis Ende Oktober mit sechs Siegen am Stück, bei nur zwei Gegentoren, ordentlich. Viele Ausfälle prägten aber bei den Heuchelheimern das Geschehen, gegen Ende der Vorrunde, vor allem in der Defensive. So ging der Anschluss nach ganz oben bei nur vier Punkten aus den letzten vier Spielen und gleich elf Gegentreffern etwas verloren. Hinter den Mannschaften aus Wetter und Leusel (je 27) rangiert die SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen (26). Die Truppe von Trainer Dennis Frank begann stark (13 von 15 möglichen Punkten zu Saisonbeginn), hatte aber wie die TSF zwischenzeitlich mit enormen Personalproblemen zu kämpfen. Dies gipfelte sogar in der Absage der Partie in Leusel, die dank des Entgegenkommens der SpVgg. aber nachgeholt werden konnte. Umso mehr kann sich die bisherige Ausbeute der Lumdataler mehr als sehen lassen

Das Mittelfeld

Äußerst eng geht es in der Tabellenmitte zu, denn zwischen dem Achten FSV Schröck (24) und dem Zwölften SG Eschenburg (23) liegt nur ein einziger Zähler. In diesem Feld ist auch der MTV 1846 Gießen (24) platziert, der zu Saisonbeginn fast ausschließlich zuhause punktete, auswärts zwischenzeitlich aber vier Niederlagen am Stück kassierte. Mit Siegen in Eschenburg (3:1) und in Lang-Göns (4:1) gelangen aber am Ende des Jahres wichtige Erfolge in der Fremde. Zudem hatte die Elf von Michael Delle damit zu kämpfen, dass zahlreiche Stammspieler länger fehlten. Vor allem Top-Torjäger Marvin Dannewitz wurde schmerzlich vermisst.

Der Tabellenkeller

Bei maximal vier Absteigern aus der Gruppenliga beginnt aktuell die »gefährdete Zone« wohl beim sechstletzten TSV Bicken (19). Dahinter liegen gleich drei Teams mit 15 Zählern, der SV Emsdorf weist als Vorletzter 14 auf.

Auf Rang 15 liegt zurzeit die FSG Wettenberg (15), bei der zumeist nur die Unbeständigkeit beständig war. So folgten Niederlagen auf eigenem Platz gegen Eschenburg (1:3) oder Braunfels (0:2) Siege in Wetter (3:0), Leusel (4:1) oder Bicken (3:2).

Die vermeintliche Wankelmütigkeit des Teams von Trainer Bastian Panz lag aber wie bei vielen anderen Teams auch darin begründet, dass die FSG von Verletzungspech gebeutelt wurde und oftmals auf mehrere wichtige Stammspieler verzichten musste. Auch in Wettenberg ein Zeichen für die Anstrengungen des eng getakteten Corona-Jahres nach längerer Fußball-Abstinenz. Dennoch ist der Klassenerhalt für Wettenberg noch absolut machbar.

Langgöns weit weg

Auf dem letzten Platz liegt der TSV Lang-Göns (10), der schon fünf Zähler Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze aufweist und dessen Runde mit einem 1:9 beim SV Emsdorf direkt schauerlich begann. Allein aufgrund dieses Ergebnisses ist es wenig überraschend, dass die Weinecker-Elf über die bislang schlechteste Defensive der Liga (bereits 54 Gegentore), gemeinsam mit dem RSV Büblingshausen aber auch über die ungefährlichste Offensive (nur 18 Tore) verfügt. Bei Siegen in Eschenburg (2:0) und Braunfels (3:2) ließ der TSV seine durchaus vorhandenen Qualitäten aufblitzen.

Alles in allem sorgte aber auch bei den Grün-Weißen die enorm hohe Ausfallquote im Laufe der Hinrunde dafür, dass die Langgönser der Musik nun doch schon ein gutes Stück hinterherlaufen.

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