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»Und sage immer das Gleiche«

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Es geht doch: Der 20-Meter-Kracher von Nikola Trkulja passt zum 1:1. Wieder nur ein Tor, aber was für eins. © Bär

Gießen. »Ich stehe hier und sage jede Woche das Gleiche. Das ist nicht schön.« Das, was Emre Can nach dem 1:1 von Borussia Dortmund am Sonntag in Augsburg in die Mikrofone sprach, hätte auch von Daniyel Cimen nach dem 1:1 seines FC Gießen gegen den VfR Aalen am Samstag stammen können. Und so ähnlich hat er es auch gesagt, wenn auch diesmal nicht ganz so unzufrieden, wie es die beiden Wochen zuvor und eben bei Can in Bezug auf Dortmund klang,

Cimen hatte am Samstag ein Spiel gesehen, das genauso gut der ehemalige Zweitligist von der Ostalb hätte gewinnen können. In beide Richtung gab’s Kippmomente zugunsten des Gastgebers oder eben der Gäste. Nur: es kippte nichts. Aber: Der VfR Aalen kann angesichts der Tabellensituation besser mit dem Punkt leben. Das wusste auch Daniyel Cimen während der hitzig-umkämpften 90 Minuten. Immer wieder trieb der Ex-Profi, sonst an der Linie eher ein ruhiger Vertreter, seine vorderste Linie um Itoi, Öztürk, Bogicevic und Owusu an, draufzugehen, früh zu stören.

Das aber gelang besonders in der ersten Hälfte nur bedingt. Aalen hatte die feinen Füße und die richtigen Laufwege, um gut strukturiert die attackierenden Gießener im Griff zu halten. Und dabei selbst gefährliche Gegenstöße zu inszenieren. Die freieren Chancen hatte paradoxerweise vor allem in Durchgang zwei trotzdem der FC Gießen, dessen größtes Manko (»Ich stehe hier und sage immer das Gleiche«) der überlegte und konsequente Abschluss bleibt und bleibt und bleibt.

So fragte sich mancher Tribünengast des durchaus kurzweiligen Spiels: Kann das denn so schwer sein? Die trainieren das doch die ganze Woche? Selbst bei freier Schussbahn landete der Ball ein ums andere Mal als Rückgabe in den Armen von Gästekeeper Tim Paterok. Oder die Kugel wurde gleich gar nicht getroffen. Könnte man ja alles gelassen sehen, wenn es am Tabellenende nicht zugehen würde wie am mallorquinischen Ballermann zur Hochsaison. Ab Rang zwölf abwärts liegen sie dicht an dicht.

Der FCG, der froh sein konnte, dass der FSV Frankfurt und Schott Mainz sich beim 2:2 noch gegenseitig Punkte stahlen, ist seit Samstag wieder auf dem ersten Abstiegsplatz. Wenig erfreulich für die Rot-Weißen auch, dass die SG Sonnenhof Großaspach mit Neuzugang Sascha Mölders zu punkten beginnt, zwei Siege in Folge gab es für den Sonnenhof. Und jene Großaspacher sind in drei Wochen nächster Gast der Cimen-Elf, die am kommenden Wochenende spielfrei und danach am Freitagabend beim TSV Steinbach-Haiger gefordert ist. Zwei Gründe, warum Daniyel Cimen »die drei Punkte gegen Aalen sehr , sehr gerne mitgenommen« hätte. Denn am kommenden Samstag geht’s nicht um Punkte und in Haiger hängen sie denkbar hoch. So bleibt das torlose bis torarme Unentschieden Gießens Freude und Gießens Fluch. Einerseits beweist es ein ums andere Mal, dass Trkulja und Co in der Regionalliga Südwest locker ebenbürtig sind, andererseits zeigt es, dass es zum Klassenerhalt doch gerne noch einen Ticken mehr sein dürfte.

Denn die Zeit wird knapp: Elf Spiele hat der FC Gießen noch zu bestreiten, mit einer interessanten Konstellation. Denn fünfmal geht es gegen Spitzenmannschaften von Platz eins bis sechs und fünfmal gegen unmittelbare Konkurrenten im Kampf um den Ligaverblieb. Erst am letzten Spieltag empfängt mit dem KSV Hessen Kassel ein Team aus dem Mittelfeld die Gießener zum Saisonausklang. Gegen die Nordhessen hatte der FCG das Hinspiel übrigens 1:0 gewonnen. Ob es in Kassel zum Klassenerhalt reichten wird, dürfte auch daran liegen, ob der FC Gießen gerade gegen die mitgefährdeten Mannschaften mal von seinem 1:1-Standardergebnis abrückt. Und zumindest in diesen fünf Spielen ein Tor mehr als der Gegner erzielt.

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