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Ungewohnte Lücken

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Von: Albert Mehl

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Frei beim Abschluss, traurig nach Abpfiff: Leon Friedel unterliegt mit der HSG Pohlheim. Foto: Bär © Bär

Holzheim. Wenn die Handballer der HSG Pohlheim zum Ende der Saison 2022/23 wieder die 3. Liga Süd-West verlassen müssen, dann auch, weil sie vier Punkte gegen den Mitaufsteiger VTV Mundenheim abgegeben haben. Nach der 28:30-Hinspiel-Niederlage bei den Ludwigshafenern, als die Blau-Weißen in der Schlussphase den Faden verloren, mussten sie sich jetzt auch in heimischer Halle geschlagen geben.

29:30 (14:17) lautete der Endstand gegen eine Mannschaft, die zwar nach einer ungemein packenden Schlussphase verdient gewann, die aber zu bezwingen gewesen wäre.

HSG Pohlheim - VTV Mundenheim 29:30

»Wir haben normalerweise eine der stärksten Abwehrreihen der Liga und das auch zuletzt bewiesen«, setzte HSG-Trainer Andreas Lex in seinem Fazit an, musste dann aber eingestehen, dass diese Qualitäten an diesem Abend lange nichts zählten.

»17 Gegentore sind zu viel«, wusste er bereits beim 14:17-Halbzeitrückstand, dass da nicht alles nach Plan lief gegen den Mitaufsteiger. Dabei schien bei der schnellen 2:0-Führung durch Johannes Träger und Stefan Lex alles nach Plan zu verlaufen, auch wenn Max Rühl fehlte, der nach seiner Verletzung in Saarlouis mindestens sechs Wochen fehlen wird. Doch schnell waren die Gäste beim 2:2 gleichgezogen, und das 4:3 (6. Spielminute) durch ein Gegenstoßtor von Daniel Schier bedeutete schon das Ende der Pohlheimer Herrlichkeit. Für längere Zeit zumindest.

Fortan bestimmten die Mundenheimer mit Tempo, geschickten Angriffszügen und einer klug eingestellten Defensive das Geschehen. Sie waren einfach wacher als ihr gastgebender Kontrahent. Beim 19:25-Rückstand in der 40. Minute wurde es Andreas Lex aber zu viel. In einer Auszeit ging er seine Akteure energisch an und formierte die Abwehr um. Was das VTV-Team aus dem Rhythmus brachte. Tor um Tor kam die HSG heran. Beim 26:27 sieben Minuten vor dem Abpfiff hatte Moritz Lambrecht wieder den Anschluss geschafft. Doch nach dem 27:28 durch Tom Marcel Gilbert (56.) schwächten sich die Pohlheimer selbst, als sie nach zwei (fragwürdigen) Zeitstrafen auch noch einen Wechselfehler produzierten. In den letzten Sekunden wackelten die Gäste zwar, retteten aber den Sieg ins Ziel.

Was für VTV-Trainer Steffen Schneider »einen geilen Sieg zum Abschluss eines geilen Jahres« bedeutete. Die Pohlheimer haben in einer Woche im Gastspiel beim TV Kirchzell noch die Möglichkeit, etwas für ein ähnliches Gefühl zum Jahresabschluss zu tun.

Pohlheim: Schlegel, Wüst; Friedel (4/2), N. Happel, Schier (1), Niclas (1), Lex (6), Drommershausen, L. Happel, Weinandt (1), Lambrecht (5), Gilbert (2), C. Träger (1), J. Träger (7), Wagner (1).

Mundenheim: Klein, Kunz, Cule; Binnes (1), Pönisch, A. Schleidweiler (3), Naas, Wilbrandt (3), Novo (9), Thilmann, T. Schneider (1), Seitz (1), Müller, M. Schneider (7/6), B. Schleidweiler (2), Schmieder (3).

Schiedsrichter: Argav/Frankholz (Frechen/Wuppertal). - Zuschauer: 280. - Zeitstrafen: 16:6 Minuten. - Rote Karten: B. Schleidweiler (36., grobes Foulspiel), Niclas (56., dritte Zeitstrafe). - Siebenmeter: 3/2:7/6.

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