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»Unglaublich, wie wir das Spiel gedreht haben«

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Lissabon (pep). Die Spieler der Frankfurter Eintracht waren mit kindlicher Freude unterwegs. Sie hüpften und sie tanzten über den Platz im »Estadio Alvalade« nach dem 2:1 (0:1)-Sieg bei Sporting Lissabon und dem damit verbundenen Einzug ins Achtelfinale der Champions-League. Der Trainer spazierte noch ein wenig in sich gekehrt ein paar Meter auf den Rasen.

»Ich kann es selbst noch gar nicht glauben«, sagte Oliver Glasner noch eine Stunde später, »wir haben in der ersten Champions-League-Saison zehn Punkte geholt, das ist eine Sensation«.

Vorstandssprecher Axel Hellmann, nahm den Trainer noch auf dem Spielfeld in die Arme. Es war eine innige Umarmung in beiderseitigen großen Respekt. »Der Trainer kann ein Vulkan sein, heute hat er in der Halbzeit eine ruhige Hand bewiesen«, sagte Hellmann. Das war die Untertreibung des Abends. Glasner hatte nach einer »ganz schwachen ersten Halbzeit«, als alles bereits verloren schien, die Eintracht mit ein paar Kniffen zurück auf Kurs gebracht.

Der Trainer hatte erkannt, »dass es keine Frage der Taktik und des Könnens, sondern der Überzeugung war.« Die Köpfe waren unten nach dem 0:1 durch Arthur Gomes. Die Ansprache hat die Mannschaft inspiriert, die personellen Wechsel haben auf Anhieb gegriffen. Hinterher sah das alles so leicht, so selbstverständlich aus. Aber wer wechselt bei einem Rückstand schon einen Mittelfeldspieler für einen Stürmer ein? Glasner hat es getan. Die Einwechslung von Sebastian Rode für Jesper Lindström hat die Statik des Spiels komplett verändert. »Rode war der Schlüsselspieler«, sagte später Sportvorstand Markus Krösche, »er hat das Spiel angekurbelt und viele Bälle erobert.« Rode wurde von der UEFA zum »Man of the Match« gewählt, eine gute, die einzige richtige Wahl.

Des Trainers personelle Reaktionen waren damit noch lange nicht am Ende. Er stellte Daichi Kamada in die Spitze. Er brachte später nach langer Verletzungspause Ansgar Knauff auf der rechten Seite für Junior Ebimbe. Alles hat funktioniert. Kamada erzielte vorne viel mehr Wirkung als vorher Lindström, und erzielte mit der Selbstverständlichkeit des eigenen Selbstvertrauens per Elfmeter den Ausgleich. Knauff bereitete mit einem klugen Heber in den Lauf von Randal Kolo Muani den Siegtreffer vor. »Unglaublich wie wir das Spiel gedreht haben«, jubelte Sportchef Krösche.« Der Held des Abends aber hieß Oliver Glasner.

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