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»Unsere Pflicht, daran zu glauben«

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Glanztat von Frederic Löhe. Wie hier gegen den FSV Frankfurt, kommt es auch in Koblenz auf die Nummer eins an. Und treffen sollten seine Kollegen auch endlich mal wieder. © Ben

Der FC Gießen hat nur noch geringe Chancen auf den Klassenerhalt, will diese in Koblenz aber beim Schopfe packen.

Gießen (tsu). Am Samstag nächster Woche steht für den FC Gießen in der Fußball Regionalliga Südwest in der dritten Saison seit Zugehörigkeit gegen die U23 der TSG Hoffenheim Spiel Nummer 100 in der auf dem Programm. Es könnte ein trauriges Jubiläum werden, denn es droht die erste Partie nach dem feststehenden Abstieg oder aber die Begegnung zu werden, mit der der Gang zurück in die Hessenliga besiegelt wird. Anders formuliert: Der FCG hat heute den ersten Matchball gegen sich, wenn er beim FC RW Koblenz (14 Uhr) antritt. Die Elf von Trainer Daniyel Cimen hat es immerhin noch in der eigenen Hand, das sehr wahrscheinlich Unausweichliche zumindest aufzuschieben.

»Die Hoffnung ist noch da. Solange rechnerisch noch etwas möglich ist, ist es auch unsere Pflicht, daran zu glauben«, sagt Cimen, der weit davon entfernt ist ein Traumtänzer zu sein, im Vorfeld der Partie. Der 37-Jährige ist als pragmatisch-realistischer Coach in Gießen bekannt, deshalb macht seine Aussage vor dem Koblenz-Auftritt durchaus Mut: »Die Trainingswoche war gut, sogar überraschend gut dafür, dass sich die Situation durch die Niederlage gegen Ulm weiter verschlechtert hat.« Und er ergänzt: »Die Jungs geben mir nicht das Gefühl, dass sie schon aufgegeben hätten. Wir werden versuchen, in Koblenz zu gewinnen.«

RW Koblenz - FC Gießen (Heute, 14 Uhr)

Um den Abstieg zu vertagen, dazu würde ein Sieg am Dreiländereck genügen. Bei einem Remis dürfte der FSV Frankfurt, der derzeit den ersten Nichtabstiegsplatz belegt, beim FC Homburg nicht gewinnen. Und sollte das Tabellenschlusslicht bei den Koblenzern, die als 13. um den Ligaverbleib zittern, verlieren, dürfte Frankfurt keinen Punkt holen und die SGS Großaspach bei Kickers Offenbach keinen Überraschungsdreier einfahren, damit die Lahnstädter rein theoretisch eine minimale Restchance behalten.

Was wäre, wenn? Und wann? Diese Fragen spielen mit Beginn der 90 Minuten spätestens keine Rolle mehr - zumindest bis zum Abpfiff. Losgelöst von allen Konstellationen im Keller des Klassements geht es für die Gießener darum, mal wieder ein Fußballspiel für sich zu entscheiden.

Dieses Glücksgefühl kennen Keeper Frederic Löhe und Co im Jahr 2022 bei elf Auftritten lediglich vom 3:1 über Großaspach Mitte März und ansonsten lediglich vom Hörensagen. Aufbauen können die Gießener zweifellos auf die erste Hälfte gegen Aufstiegsanwärter SSV Ulm, als sie das Duell lange offen hielten und zwei Großchancen von Michael Fink und Kristian Gaudermann ungenutzt verstreichen ließen. Nicht nur deshalb deutet einiges daraufhin, dass im Stadion am Oberwerth in Koblenz kein Torspektakel zu erwarten ist. Gießen schoss in den letzten sechs Spielen einen Treffer, Koblenz ist seit drei Matches torlos.

Dass die Mittelhessen sich trotz dieser Flaute erlaubten, ohne Nej Daghfous und vor allem den einzigen typischen Knipser, Giuseppe Burgio, anzutreten, hatte bekanntermaßen disziplinarische Gründe, auf die Cimen in bekannter Diskretion nicht weiter eingehen wollte. Auch Jabez Makanda war suspendiert, doch Daniyel Cimen saggt dazu, dass er trotzdem »keine Unruhe oder Ähnliches« in der Mannschaft wahrgenommen habe. Und ergänzt: »Wenn Nej und giuseppe fit gewesen wären, wären sie auch wieder Kandidaten für den Kader gewesen.«

Sind sie aber nicht. Und so tritt der FC Gießen die Reise an den Rhein erneut personell geschwächt an, wobei zwei Aspekte Hoffnung machen. Erstens habe man »mit Takehara, Itoi und Owusu« in vorderster Front »schon ein paar Optionen.« Und zweitens ist Rot Weiß Koblenz nicht gerade von großem Heimspirit beseelt. Die Mannschaft fühlt sich offenbar in der Fremde wohler als zu Hause, datiert deren letzter Heimsieg doch vom Oktober 2021.

Heim- gegen Auswärtsschwach

Allerdings: Der letzte Auswärtserfolg der Gießener liegt auch schon lange zurück. Am 13. November gewann die Cimen-Elf mit 2:1. Übrigens in Hoffenheim. Dem am kommenden Samstag vielleicht letzten Heimspielgegner in der Regionalliga überhaupt.

Aufgebot Gießen: Löhe, Grbovic, Birol - Fisher, Fink, Sarr, Reithmeir, Gaudermann, Kling, Mohr, Trkulja, Sawada, Takehara, Itoi, Tilliudis, dos Santos, Owusu, Münn, Beal, Öztürk (fraglich, Wade). - Es fehlen: Lo Scrudato, Bogicevic (beide lagzeitverletzt), Burgio (muskuläre Probleme), Daghfous (Rückenprobleme).

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