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Vereinsmeister beim BC Nauborn

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HSGWetzlar25Jahreerstklassi © Red

Wetzlar. Wer sich oberflächlich mit der Bundesliga-Geschichte der HSG Wetzlar befasst, könnte meinen, dass diese nur aus zwei Trainern bestanden hat. Einmal Velimir Petkovic, der nach dem Aufstieg 1998 bis 2004 den Grundstock für die weitere Erstliga-Zugehörigkeit legte, und dann Kai Wandschneider, der in den Jahren von 2012 bis 2021 für besondere Glanzpunkte sorgte.

Es ist erstaunlich, wie viele Übungsleiter neben diese beiden Konstanten auf der Trainerbank die sportlichen Geschicke der Grün-Weißen leiteten. Etwa Volker Mudrow.

Der am 30. Juni 1969 in Bortfeld (bei Braunschweig) geborene ehemalige Spielmacher hatte vom Februar 2007 an als Nachfolger von Dragan Markovic das Sagen. Zuvor trug er in 19 Länderspielen das deutsche Trikot und arbeitete nach einem frühen, verletzungsbedingten Ende seiner Spielerkarriere ab 1998 in diversen Trainerstationen. Dabei führte er unter anderem den TBV Lemgo 2003 zur Deutschen Meisterschaft und gilt als Erfinder der Schnellen Mitte. Mudrow musste sein HSG-Engagement kurz vor Ende der Saison 2008/09 beenden.

Nach weiteren Trainerstationen ist er seit 2013 der »Macher« bei seinem Stammverein MTV Braunschweig, den er als Trainer in die 3. Liga führte. Seine Zeit in Wetzlar hat Volker Mudrow überwiegend in guter Erinnerung.

Wie kam es zu Ihrem Engagement bei der HSG? Wer hat Sie verpflichtet?

Als ich zum Jahresanfang in Lemgo entlassen wurde, hat Rainer Dotzauer mit einer Penetranz immer wieder angerufen, um mich zu verpflichten. Ich habe mir damals für mich gesagt, Wetzlar wird es schwer haben in dieser Saison und habe es immer abgelehnt. Da muss man Rainer Dotzauer seine Zähigkeit zugutehalten. Denn irgendwann bin ich schwach geworden.

Was war das größte Negativerlebnis in Ihrer Zeit bei der HSG?

Natürlich hätten wir ein paar Spielchen mehr zu Hause gewinnen müssen. Aber sonst wüsste ich keine wirklich negativen Erlebnisse. Auch bei meiner Entlassung habe ich viel gelernt und wichtige Erfahrungen gesammelt.

Worüber haben Sie sich am meisten gefreut in dieser Zeit?

Als ich kam zum Ende der Saison 2006/07, ging es ja nur um den Klassenerhalt. Mit dem Sieg gegen Magdeburg (30:29, Anm. d. Red.) am letzten Spieltag haben wir die Sensation geschafft und Wetzlar und die Handball-Region Mittelhessen am Leben erhalten. Das war eine tolle Sache. Als ich kam damals, war das größte Problem, eine Abwehr zu stellen, die bundesligatauglich ist. Dann hat sich in der Saison mit einer 5:1-Deckung mit Timo Salzer vorne eine neue erfolgreiche Deckungsvariante aufgetan. Wir waren auf einem guten Weg, haben aber am vorletzten Spieltag in Wilhelmshaven verloren (27:28) und waren Vorletzter. Da hingen die Köpfe. Ich war der Einzige, der Hoffnung hatte und diese verbreitet hat. Und dann haben wir ein überragendes Spiel gemacht, vor allem Valter Matosevic, Lars Kaufmann und Savas Karipidis. Das war ein toller Erfolg, ein einmaliges Erlebnis. Und nicht zu vergessen, dass ich bei meiner Zeit in Wetzlar zweimal Tischtennis-Vereinsmeister beim BC Nauborn geworden bin.

Volker Mudrow

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Volker Mudrow © Red

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