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»Verlieren darf keine Mannschaft«

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Gießen (thos). »Es wird sehr viel Druck da sein. Ich denke, die Tagesform wird entscheiden, wobei wahrscheinlich auch die Nerven dazu kommen werden. Ich erwarte kein schönes Spiel. Verlieren darf keine Mannschaft.«

FC Gießen - FSV Frankfurt (Heute, 17 Uhr)

Mit diesen Worten von Trainer Daniyel Cimen ist bereits vieles gesagt, was die Bedeutung des Kellerduells am späten Dienstagnachmittag zwischen dem FC Gießen und dem FSV Frankfurt (Anstoß 17 Uhr) anbelangt. Zwar ist der FK Pirmasens durch ein 3:0 bei Hessen Kassel mit einem Zähler Vorsprung an Gießen vorbeigezogen, hat aber auch schon zwei Partien mehr bestritten. Am Ostersamstag, nach der zu erwartenden 0:2-Niederlage bei den Offenbacher Kickers, ging der Blick deswegen schnell auf die Ergebnisse von zwei Konkurrenten im Abstiegskampf, die den Lahnstädtern deutlich eher in die Suppe spucken können. Die Frankfurter waren mit 1:2 gegen den VfB Stuttgart II unterlegen, die SGS Großaspach hatte mit 0:1 beim FC Homburg den Kürzeren gezogen.

So ist die Lage des FCG nahezu gleich geblieben. »Die Resultate sind nicht schlecht für uns gewesen, aber ich möchte nicht auf die anderen schauen müssen«, sagt Cimen. Im Klartext: Gelingt den Gießenern ein Sieg über den FSV, ziehen sie dank des besseren Torverhältnisses an den Bornheimern vorbei und haben überdies noch ein Match mehr zu bestreiten. Auf die Aspacher, die den ersten Nichtabstiegsplatz belegen, würde der Rückstand in diesem Fall nur einen Punkt betragen. Hinzu kommt, dass Großaspach ein knüppelhartes Restprogramm hat und in den verbleibenden vier Begegnungen neben RW Koblenz auf das Spitzentrio bestehend aus der SV Elversberg, Offenbach und dem SSV Ulm trifft, die sich allesamt im äußerst engen Meisterschaftsrennen befinden.

Die Frankfurter haben ebenfalls ein extrem schweres Saisonfinale vor der Brust, am vorletzten und letzten Spieltag warten Elversberg und Offenbach auf den Ex-Zweitligisten. Der FC Gießen empfängt dagegen am Samstag den Rangzweiten Ulm, danach folgen die Aufgaben in Koblenz, gegen die TSG Hoffenheim II und in Kassel, die auf dem Papier machbar scheinen und zuversichtlich stimmen sollten. Aber was heißt schon »machbar«? Die Gießener haben 2022 erst einen Dreier eingefahren und sind im April ohne einen einzigen Treffer auf der Haben-Seite.

Bei allen Konstellationen im Rundenendspurt gilt der volle Fokus nun erst einmal dem FSV Frankfurt. Er habe eine »gewisse Anspannung« gespürt, so Coach Cimen zur Atmosphäre im Abschlusstraining am Ostermontag: »Es war bei allen Übungen einen Tick ruhiger, auch bei denen, die sonst mit Spaß verbunden sind.« Bei den Frankfurtern hat sich die Beförderung von Tim Görner vom Assistenten zum Cheftrainer im März nicht wie erhofft ausgezahlt. Von seiner individuellen Qualität her hat der im Winter unter anderem mit Ex-Bundesligaprofi Marcel Heller nochmals verstärkte Kader einiges zu bieten, bringt es aber zu selten auf den Rasen. Seit dem 2:0 bei der TSG Balingen gelangen nur zwei Remis, am Samstag folgte die bittere Niederlage gegen Stuttgart.

Zwei nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzende Mannschaften, zudem die Brisanz des Spiels: Was heißt das für die 90 Minuten? Cimen: »Es kann in alle Richtungen gehen. Eine 1:0-Führung könnte auch entscheidend sein.« Umso wichtiger für den FCG, dass er bei Standardsituationen wachsam verteidigt. In zwei der drei letzten Partien gab es einfache Gegentore nach ruhenden Bällen zu verzeichnen. »Wir reden hier von Konzentration und Aufmerksamkeit. Die Gegner mussten sich für diese Treffer nicht großartig anstrengen«, sagt Cimen dazu. Für einen Sieg muss gleichzeitig endlich vorne die Flaute enden - der Auftrag ist klar formuliert an Giuseppe Burgio, Aykut Öztürk und Co. In Sachen personelle Ausfälle gesellen sich zu den Langzeitverletzten (Lo Scrudato, Takehara, Bogicevic) mit muskulären Problemen Benedict dos Santos und Ben-Luca Fisher. Für mehr Präsenz im zentralen Mittelfeld steht die Rückkehr von Kapitän Nikola Trkulja nach abgebrummter Gelbsperre, ferner ist Angreifer Takero Itoi (Muskelbündelriss) nach längerer Pause wieder dabei.

Aufgebot FC Gießen: Löhe, Grbovic, Birol - Fisher, Sarr, Fink, Reithmeir, Gaudermann, Kling, Mohr, Tiliudis, Trkulja, dos Santos, Münn, Sevim, Owusu, Sawada, Daghfous, Beal, Makanda, Öztürk, Burgio, Itoi. - Es fehlen: Fisher, dos Santos (beide muskuläre Probleme), Lo Scrudato (Meniskus), Takehara (Bänderriss), Bogicevic (Hüft-OP).

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