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Die Jagd auf den Ball wird eröffnet: In der Kreisliga A müssen gleich sechs Absteiger ermittelt werden. Foto: Froese

Verzweifelt gesucht: sechs Absteiger!

Gießen (rol). Das ist mal ein Brett, was der Fußball-Kreisliga A Gießen da als Vorgabe in die in Kürze startende Saison mitgegeben wird. Gleich sechs Absteiger sollen in der kommenden Runde ermittelt werden, um die Liga später von 18 Teams auf die Richtzahl 16 drücken zu können.

»Das muss man schon mal verdauen«, sieht auch Kreisfußballwart Henry Mohr die Besonderheit dieser Regelung und erklärt, dass es letztlich den in der Kreisliga A Wetzlar gemeldeten TSF Heuchelheim II zu verdanken sei, dass es nicht sogar eine 19er-Liga wurde. Auf- und Abstiegsrunden wird es in der kommenden Saison nicht geben. Die Rückkehr zum Hin- und Rückrundenmodell hat schließlich eine Spielrunde mit 34 Spieltagen zur Folge.

Ein Umstand, der vor allem dem SV Annerod zupasskommen dürfte. Denn der SVA zeigte sich nach einer nahezu fehlerfreien Einfachrunde in der vergangenen Saison bereit für den Aufstieg, musste sich aber in der Aufstiegsrunde geschlagen geben und belegte dort gar nur den letzten Platz. Hier heißt es also mit neuem Mut die jüngst verpassten Ziele nun zu erreichen.

Mit Türkiyemspor Gießen hat sich allerdings ein hartnäckiger Konkurrent zu Wort gemeldet. Mit Barbaros Koyuncu vom SC Waldgirmes haben sich die Gießener, die die vergangene Spielrunde mit der Vizemeisterschaft beendet haben, einen ehemaligen Hessenligaspieler an Bord geholt, der als Spielertrainer zum angestrebten Aufstieg beitragen soll. Dieses Ziel wird auch klar als solches benannt.

Als Meisterschaftsanwärter wird auch häufig Eintracht Lollar genannt. Nach der beendeten Spielgemeinschaft mit dem SV Staufenberg haben die Lollarer Verantwortlichen neben einem schlagkräftig zusammengestellten Kader Ufuk Ersentürk als Spielertrainer verpflichtet. Ersentürk spielte zuletzt für den Verbandsligisten SG Kinzenbach und sollte eine erhebliche Verstärkung für die Eintracht sein.

Der SV Staufenberg würde sich dagegen mit einer Platzierung im Mittelfeld begnügen. Mit Trainer Steffen Dimmer und Co-Trainer Sven Iffland soll diese Vorgabe umgesetzt werden.

Mit der FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf gesellt sich ein KOL-Absteiger zur Liga. Angestrebt werden hier ebenfalls die oberen Tabellenplätze. Trainerin Silja Römer plant zudem, die jungen Spieler des Vereins »aufzubauen«; in der Gesamtheit sicherlich ein ehrgeiziges und gleichzeitig nachhaltiges Ziel. Sechs Neuzugängen stehen hier zwei Abgänge gegenüber.

Aber auch der FSG Villingen/Nonnenroth/Hungen dürfte einiges zuzutrauen sein. Gerade so in der vergangenen Saison in die Aufstiegsrunde hineingerutscht, spielte sie dort eine ordentliche Rolle. Doch Fußballabteilungsleiter Flo Schneider möchte in Anbetracht von sechs möglichen Absteigern so schnell wie möglich nichts mit der Abstiegszone zu tun haben.

Das Abschneiden des FSV Fernwald II in der vergangenen Saison galt indes eher wenig geglückt, stand am Ende doch lediglich der fünfte Platz zu Buche. Schließlich wollte die Hessenligareserve auch beim Aufstieg ein Wörtchen mitreden. Klar ist in der kommenden Saison auch, dass Neu-Trainer Alexandros Moundreas in gewisser Weise immer wieder in Abhängigkeit zur Kaderbenennung der Ersten steht. Dennoch lautet das selbstbewusste Ziel hier, unter den ersten Fünf zu landen.

So formuliert auch Spielertrainer Philipp Heinemann die Vorgaben für seinen VfR Lich, mit dem er unter den Top-5 der Liga landen will. Gleich sieben Spieler verstärken den Kader, mit dem den Lichern die B-Liga-Meisterschaft in der vergangenen Saison gelang. Lediglich Tolga Travaci wird dem Aufsteiger künftig nicht mehr zur Verfügung stehen (Umzug nach Köln).

Gespannt sein dürfen die Fußballfreunde auch auf den Re-Start des TSV Großen-Linden, der sich in der vergangenen Kreisoberligasaison aus dem Spielbetrieb zurückzog und nun mit sechs Neuzugängen in die neue A-Liga-Saison gehen wird. Mit dem Trainerteam Ivan Mrkonjic und Max Dörfler wird ein Mittelfeldplatz angestrebt.

Ebenso interessant wird das Auftreten der neu gegründeten Fußballspielgemeinschaft Horlofftal sein, die - so schnell es geht - weg will von den sechs Abstiegsplätzen. Dieses Unterfangen soll mit dem Trainerteam Andy Seum, Kevin Stein und Tobias Wolf gelingen. Drei Spieler haben den Verein verlassen, acht neue kommen hinzu.

Und auch die FC Großen-Buseck strebt einen Mittelfeldplatz an. Etienn Römer, der zuvor als sportlicher Leiter beim Nachwuchs des FC Gießen tätig war, löst den bisherigen Trainer Thorsten Hillgärtner ab. Zur Seite stehen Römer die beiden Co-Trainer Benedikt Seng und Jair Salazar sowie Torwarttrainer Herbert Konheiser. In den Nachbarorten Trohe und Alten-Buseck sind derweil die Ansprüche etwas höher angesetzt, bleiben aber auch hier bescheiden. Ein klares Ziel wurde hier nicht vorgegeben, die Spitzengruppe sollte aber noch in Blickweite bleiben. Benni Höfer, Co-Trainer Laurenz Loos sowie Torwarttrainer Marcus Lewerenz werden jedenfalls ihr bestes geben.

In der vergangenen Saison machte die FSG Biebertal die A-Liga-Meisterschaft perfekt und ermöglichte es mit dem Aufstieg in die KOL ihrer Zweiten Mannschaft mit deren B-Liga-Meisterschaft, sich nunmehr mit A-Liga-Mannschaften zu messen. Ein Nichtabstiegsplatz wäre sicherlich schon ein Erfolg für die FSG.

Mit dem Thema Klassenerhalt hat der TSV Lang-Göns II der FSG bereits etwas voraus. Denn der TSV ließ in der vergangenen Saison sieben Mannschaften hinter sich und hatte somit schon sehr bald nichts mit dem Abstieg zu tun.

Da tat sich der TSV Allendorf/Lahn schon deutlich schwerer. Am Ende reichte aber der viertletzte Platz zum Ligaverbleib. Martin Mülln steht nun als Cheftrainer in der Verantwortung des TSV. Mülln hatte die Allendorfer bereits bei der 3:5-Niederlage am letzten Spieltag in Lollar gecoacht und hofft in der kommenden Saison auf eine bessere Platzierung.

Dagegen will Daniel Akyüz für weiteren frischen Wind bei der FSG Garbenteich/Hausen sorgen. Akyüz löst Spielertrainer Tim Schirra-Aff ab, der der FSG als Spieler auch weiterhin zur Verfügung steht. Der junge Akyüz ist voller Vorfreude und hofft auf eine erfolgreich verlaufende Saison für die FSG. Komplettiert wird die Liga vom MTV 1846 Gießen II und der FC TuBa Pohlheim II.