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Viele Beispiele, die zur Nachahmung einladen

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Einfach nur bei der Veranstaltung abhängen? Das geht nicht. Nicole Gouriya von der TSG Blau Gold Gießen präsentiert zur Kurzweil der Gäste Akrobatik vom Feinsten. © Wißner

Sport- und Fußballkreis Gießen verleihen Innovationspreise und zeichnen Ehrenamtssieger aus

Gießen . Eine gute Idee war es auf jeden Fall. Doch ob es für die Verleihung eines Innovationspreises gereicht hätte, bleibt dahingestellt. Niemand hatte vorab einen Antrag gestellt, um das Engagement zu würdigen, dass Angehörige der Schiedsrichter-Vereinigung des Fußballkreises Gießen an den Tag legten. Die jungen Herren kümmerten sich im Forum der Volksbank Mittelhessen im Schiffenberger Tal in Gießen um den Service. Und ein guter Service war nötig. Denn nach langer Pause hatten der Sportkreis und die heimischen Fußballer wieder einmal zu einem Treffen in Präsenz geladen, um Innovationspreise und Ehrenamtswürdigungen zu verleihen. Die Resonanz konnte sich mit gut gefüllten Tischen sehen lassen.

»Wir haben alle die Schnauze voll von Kacheln«, hatte Landrätin Anita Schneider schon zu Beginn ihres Grußwortes gesagt. »Toll, dass wir einen solchen Abend präsentieren konnten«, befand später Kreisfußballwart Henry Mohr. »Ich blicke in viele zufriedene Gesichter«, ergänzte bei seinen Abschlussworten Klaus-Dieter Greilich als Stellvertretender Sportkreis-Vorsitzender. Dass die Krise auch eine Chance sei, darauf spielte sein »Chef«, Sportkreisvorsitzender Heinz Zielinski an, als er anmerkte, dass der Sport zuletzt doch gelitten habe. »Wir wollen neue Initiativen starten«, forderte der Lindener.

Eine davon ist der von Mohr und Schneider im November 2019 ins Leben gerufene »Sportvereinspreis für Innovation und Kooperation«. Dabei werden jährlich 12000 Euro vom Landkreis verteilt. Die »best practice«-Beispiele aus den Vereinen, diesmal 22 an der Zahl, »sollen zum Nachahmen einladen«, sagte die Landrätin. Die eingereichten Konzepte sollen in Kürze auf der Homepage des Sportkreises einsehbar sein. Sie reichen von neuen Management-Ansätzen beim TSV Bellersheim über die Aktivierung der Jugend-Abteilung beim FV Fortuna Ober-Bessingen und dem Wandel vom Fußball- zum Breitensport beim FC Allertshausen bis zum Inklusions-Tennis beim TC Laubach.

Bei der Auszeichnung der Ehrenamtssieger in Fußball- und Sportkreis sowie dem »Jungen Ehrenamt« bei beiden Organisationen dürfen Karina Götz von der SG Kinzenbach und Tim Balser (FSV Fernwald) als Kreissieger im Fußball noch weitere Ehrungen vom Deutschen Fußballbund erwarten, wie Thomas Becker vom Vorstand des Hessischen Fußball-Verbands bei der Auszeichnung ankündigte. Eine besondere Ehrung erfuhr auch Ümit Koc vom 1. SC Gießen-Sachsenhausen. Er wurde von Mohr und Kreisschiedsrichterobmann Andreas Reuter bei der Aktion »Danke Schiri« besonders hervorgehoben. Er stehe kurz vor seinem bereits hundertsten Spiel als Referee in dieser Saison, sagte Henry Mohr. Normal seien 40 bis 45 in der gesamten Runde.

Doch das Treffen im Volksbank-Forum hatte noch weitere Neuigkeiten zu bieten. So erklärte »Hausherr« Alexander Zippel, dass die Volksbank Mittelhessen im Rahmen der seit Jahren laufenden Defibrillatoren-Aktion wieder 60 »Defis« für Vereine ausgeschrieben habe. Landrätin Schneider gab bekannt, dass die Zusage des Landes Hessen für einen Bewegungskoordinator im Landratsamt zur Unterstützung der Vereine vorliege. Zudem sei es mit dem genehmigten Kreis-Haushalt 2022/23 möglich, dass eine zusätzliche Mitarbeiterstelle im Schulamt für den Sport geschaffen werden könne. Im Blick auf die Unterbringung der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sagte Schneider: »Wir tun alles, um die Sporthallen nicht zu belegen.« Fügte aber direkt an: »Ob wir es schaffen?«.

Während Finja Rolshausen und Nicole Gouriya von der TSG Blau-Gold Gießen am Areal Hoop für sportliche Kurzweil sorgten, lotete Sportkreisvorsitzender Heinz Zielinski in einer Gesprächsrunde zum Thema Ehrenamt die Motivation dazu aus. »Sport hat mir viel gegeben. Das ist für mich die einfachste Form, etwas zurückzugeben, vor allem für Kinder und Jugendliche«, erklärte Fußball-Weltmeisterin Nia Künzer. »Ich tue es für unsere Stadt und meine Familie, und ich mach’s auch für mich«, nannte Annette Gümbel von Lich Basketball ihre Beweggründe. »Es macht mir einfach Spaß«, brachte es Kreisfußballwart Henry Mohr auf einen kurzen Nenner. Die Service-Kräfte von der Schiedsrichtervereinigung waren nicht gefragt worden.

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