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Viele Köche verderben (sich) den Magen

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Von: Rolf Birkhölzer

Fernwald (bir). Dieser Schuss ging nach hinten los! Und das kann man wörtlich nehmen.

Teambuilding-Maßnahmen sollen bei Sport-Mannschaften oder leistungsorientierten Arbeitsgruppen helfen, die Gemeinschaft durch gemeinsame Erlebnisse zu stärken und damit wirkungsvoller und erfolgreicher zu machen. Diesen Gedanken hatte auch Daniyel Bulut, Trainer des Fußball-Hessenligisten FSV Fernwald. Nicht dass seine Mannschaft das aufgrund schlechter Ergebnisse - der FSV steht derzeit auf einem respektablen achten Tabellenplatz und punktemäßig fernab der abstiegsgefährdeten Mannschaften - unbedingt nötig hätte, aber solche Gemeinschaftsaktivitäten kommen auch bei den Spielern gut an.

Kartoffeln schälen unter Anleitung

So verbrachte die Fernwalder Mannschaft mit ihrem Trainer einen gemeinsamen Abend in einem Restaurant der gehobeneren Klasse mit Essen-Zubereiten, Kochen und einem gemeinsamen Abendessen mit mehreren Gängen. Goncalves, Solak und Kollegen schälten unter Anleitung eines erfahrenen Koches Kartoffeln, backten Brötchen und grillten Burger. »Alles sehr professionell, eine geile Sache«, befand Bulut, dessen Mannchaft anschließend am Sonntag zum Punktspiel beim TSV Steinbach II antreten musste und 2:0 gewann. »Alle haben sich in Steinbach super gefühlt«, freute sich Bulut, wurde allerdings am folgenden Montag geschockt, als sein Telefon nicht mehr stillstand. Eine Absage nach der anderen der Spieler für das anstehende Training am Abend.

Testmahlzeit nach Walldorf

Alle, die beim Teambuildungs-Abend dabei waren, klagten über Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, teilweise Fieber, und einige Spieler mussten zum Arzt und wurden krankgeschrieben. »Allen ist unerklärlich, woher das genau kam«, waren Bulut und die 24 anwesenden Spieler ratlos. Aber bis zum folgenden Spieltag am letzten Samstag, als die Fernwalder sich zuhause 0:0 von Rot-Weiß Walldorf trennten, waren alle Akteure wieder fit. Nach dem Spiel gab es wie gewohnt von Willi Seidler und Karl-Heinz Becker, die die Mannschaft nach Heimspielen ehrenamtlich bekochen und bedienen, ein würziges Chili con Carne. »Das war praktisch eine Testmahlzeit. Alle haben kräftig gegessen - und es hat bei allen gehalten«, freute sich Bulut mit einem Augenzwinkern. Letztendlich war die Teambuildungsmaßnahme also doch erfolgreich gewesen.

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