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Von einem Derby zum nächsten

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Von: Nico Hartung

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Auswärts nicht noch einmal stolpern: Stefan Kneer tritt mit dem TV Hüttenberg in Großwallstadt an. © Röczey

Hüttenberg. Die Spieler des TV Hüttenberg sind aktuell nicht zu beneiden. Kaum ist eine Partie mental abgehakt, steht der Handball-Zweitligist schon wieder auf der Platte und hat es mit dem nächsten Kontrahenten zu tun. So ist das Auswärtsspiel in der Untermainhalle des TV Großwallstadt an diesem Samstagabend (Anwurf: 19.30 Uhr) für die Schützlinge von Trainer Johannes Wohlrab das dritte Kräftemessen binnen sieben Tagen, ehe in der kommenden Woche abermals zwei Begegnungen anstehen.

TV Großwallstadt - TV Hüttenberg (Samstag, 19.30 Uhr)

Am Mittwoch unterlagen die Blau-Weiß-Roten nach einer schwachen zweiten Halbzeit beim abstiegsgefährdeten TuS Ferndorf mit 23:30. Ohne den angeschlagenen Kapitän Dominik Mappes, der aufgrund von muskulären Problemen ausgefallen war und ohne den aufgrund einer Herzmuskelentzündung langfristig nicht zur Verfügung stehenden Vit Reichl erwies sich das Hüttenberger Aufgebot als nicht breit genug.

»Die Saison ist lang, der Kader ist dünn, das ist alles nichts Neues. Wir sind in der Breite einfach qualitativ nicht so aufgestellt wie die anderen Mannschaften. Selbst Ferndorf hat im Kader 20 zweitligaerfahrene Spieler. Dann muss man eine solche Niederlage eben auch manchmal einfach akzeptieren«, erklärte Wohlrab hinterher und brachte die Spielanalyse auf eine einfache Formel: »Am Ende haben uns die nötigen Körner gefehlt.«

Was vor allem im Angriff sichtbar wurde. Während die Hüttenberger bis zur Pause (11:13) noch gut hatten mithalten können, lief nach der Pause phasenweise gar nichts mehr zusammen. Erst in der 52. Minute gelang Stefan Kneer mit seinem Tor zum 26:16 der fünfte Treffer im zweiten Durchgang. An eine Wende glaubte zu diesem Zeitpunkt selbstredend niemand mehr.

»Das Gute an einer englischen Woche ist, dass man direkt wieder die Möglichkeit hat, es in der nächsten Partie besser zu machen. Und diese Möglichkeit wollen wir am Samstagabend in Großwallstadt nutzen«, gibt sich Wohlrab vor dem zweiten Auswärtsderby innerhalb von vier Tagen gewohnt kämpferisch. Es ist für den TVH nicht nur das nächste Nachbarschaftsduell, wenngleich die Spielstätten beider Mannschaften gut 100 Kilometer auseinander liegen, sondern zudem erneut ein Duell mit einem Team, das mitten im Abstiegskampf steckt. Gerade ein magerer Punkt trennt den Tabellen-17. aus Unterfranken von den Abstiegsrängen, entsprechend groß ist der Druck für den mehrmaligen Europapokal-Sieger, gegen das »Original aus Mittelhessen« zu gewinnen.

Eigens für die »Mission Klassenerhalt« nach Großwallstadt zurückgekehrt ist dabei ein alter Bekannter: Maik Handschke, von 2013 bis 2015 schon einmal Coach des TVG, wurde von seinem Arbeitgeber, dem luxemburgischen Handballverband, bis Juli 2022 nach Großwallstadt ausgeliehen.

»Die Mannschaft hat ein enormes Potenzial, das weiß sie auch. Es geht jetzt nur darum, dieses Potenzial auch freizusetzen«, sagt Handschke, der seit seiner Nachfolge für den beurlaubten Ralf Bader in acht Partien ebenso viele Punkte eingefahren hat. Wichtigster Akteur der Nordbayern, bei denen auch der ehemalige Hüttenberger Schlussmann Jan-Steffen Minerva (von 2008 bis 2013, damals noch als Jan-Steffen Redwitz) unter Vertrag steht, ist zweifellos Savvas Savvas, der mit seinen 216 Toren den zweiten Rang in der Torschützenliste innehat. »Savvas wird fast immer in Position gebracht, das Großwallstädter Spiel ist komplett auf ihn zugeschnitten. Wir werden eine harte und aggressive 3:2:1-Abwehr stellen müssen, um ihn zu verteidigen und aus dem Spiel zu nehmen«, plant Wohlrab.

Ob sein Schlüsselspieler, Kapitän Dominik Mappes, am Samstagabend auflaufen kann, steht indes noch nicht fest. »Es wird sich erst am Freitag entscheiden, ob ich spielen kann«, erklärte der Spielmacher, der in der kommenden Saison mit dem VfL Gummersbach in der Beletage des Handballs an den Start gehen wird, auf Nachfrage. »Unabhängig davon wer dabei ist und wer nicht, werden wir alles raushauen, unsere Axt auspacken und dann versuchen, zwei Punkte aus Großwallstadt mitzunehmen«, so Wohlrab.

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