Von Grätschen im grauen Matsch

Gießen. »Genießt den Matsch, solange ihr noch könnt.« So oder so ähnlich hätte man die Jungs am Samstag auf den Hartplatz in Biebertal-Fellingshausen in die Fußball-Schlammschlacht schicken können. Ein entzückendes Stillleben ergab sich vor dem Anpfiff der B-Juniorenpartie zwischen den Gastgebern von der JSG Gleiberger Land und dem MTV 1846 Gießen kurz vor Anpfiff.

Die gerade noch zum Warmmachen genutzten Bälle ruhen in der von Graupelschauern reichlich aufgeweichten grauen Pampe. Und in diesem Moment lässt sich, bei allerdings arschkalten Temperaturen, sogar nochmal kurz die Sonne blicken. Bevor in Halbzeit zwei das Flutlicht seine Pflicht erfüllt.

Es sind diese Momente, die es ausmachen, das Fußballer-Dasein. Das, was uns alle Woche für Woche raus treibt, die Menschen sich in Vereinen engagieren lässt. Tee vom Gastgeber, für alle bereitgestellt, ein Spiel als Schlammbad, das aber dann doch ordentlich über die Bühne geht, mit Kampfgeist, gelungenen Spielzügen und schönen Toren.

Und natürlich die Generationen übergreifende Debatte vor und nach dem Spiel. Was die Jungs sich so anstellen? Alle vom Kunstrasen verwöhnt, da müssen sie halt durch. Wisst ihr noch, wir hatten nur so Plätze? »Ey, dat is Fußball«, sagt ein Vater, seines Zeichens rheinische Frohnatur. Ja, das ist Fußball. Kalte Füße, versiffte Klamotten, aber ein irgendwie, man muss es so sagen, geiles Erlebnis. Was sind das für bescheidene Zeiten, mit all den Corona-Pausen, den Unterbrechungen und Spielverboten. Ein Mist. Da ist eine wohlfeile Grätsche im Matsch doch eine wahre Wohltat dagegen.

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