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Von grauer Maus zum stolzen Adler

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Frankfurt (pep). Was für ein Jahr für die Frankfurter Eintracht! 70 Punkte in einem Kalenderjahr hat der Klub noch nie zuvor geholt. In einer dreiteiligen Serie beleuchten wir den Höhenflug der Adler, die trotz allem auch einige Male ins Trudeln geraten waren.

Eintracht-Serie, Teil III: Schock und Spaß

Den Start in die aktuelle Saison mühsam zu nennen, wäre untertrieben. Dem Pleite-Auftakt in Waldhof (Pokalaus) und Dortmund (2:5) folgten zähe Spiele und jede Menge Unentschieden. Sechs Stück in Folge, wettbewerbsübergreifend. Die Eintracht nervte die Fans und sich selbst.

Selbst die ersten Siege brachten keine grundsätzliche Besserung. Dem 1:0 im Europacup in Antwerpen folgte der erste Sieg bei den Bayern seit mehr als 20 Jahren. Es waren trügerische Erfolge auf die prompt unglaublich schlechte Spiele folgten. Das 1:2 zu Hause gegen Hertha BSC, ausgerechnet gegen den neuen Klub des ungeliebten ehemaligen Sportvorstandes Fredi Bobic, hatte den Klub erschüttert.

Der Trainer hatte schon viel versucht, aber wenig hatte funktioniert. Die Leistungen ähnelten denen eines Abstiegskandidaten. Die neuen Spieler hatte große Probleme, schnell war von Fehleinkäufen die Rede. Doch die Bosse behielten die Nerven. Der Trainer sowieso. Oliver Glasner war auch in diesen schweren Zeiten von seinen Spielern und sich selbst überzeugt. Es wurde viel diskutiert bei der Eintracht in diesen Tagen, aber nie über, sondern immer mit Oliver Glasner. Und nach und nach verbesserte sich die Gesamtlage. Zunächst nur die Resultate, mit diesem Rückenwind dann auch die Leistungen einzelner Spieler und der gesamten Mannschaft.

Es kamen die Wochen der »Last-Minute-Tore«. Tuta zum 1:1 gegen Leipzig in der Nachspielzeit, Jens-Petter Hauge zum Sieg in der letzten Minute in Piräus, Rafael Borré zum 2:1 in der Nachspielzeit in Fürth. Und dann nochmal Evan Ndicka zum 2:1 in der letzten Sekunde gegen Union Berlin. Da war dann schon nicht mehr von Glück die Rede. Gegen Union hatte die Eintracht am 13. Spieltag Ende November mit einer überzeugenden Leistung endlich den ersten Heimsieg in der Bundesliga geschafft. Der Knoten war geplatzt. Der Spaß am Fußball war zurück. Parallel dazu wurden auch die Neuen immer besser. Jesper Lindström flitzte auf einmal durch die Liga, Kristijan Jakic machte seinem Namen als »Krieger« alle Ehre, Rafael Borré wurde gefährlicher. Alleine Sam Lammers hat noch nicht gezündet.

Starker Trainer

Aber längst klopfen jene Sportvorstand Krösche auf die Schulter, die noch vor ein paar Wochen wegen der Einkaufspolitik mit dem Finger auf ihn gezeigt hatten. Und Glasner? Dem wird allseits ein gutes Zeugnis für die Arbeit im ersten Halbjahr ausgestellt. Ruhig und doch emotional hat er die Mannschaft geführt, klug und besonnen.

Von den letzten sieben Spielen hat die Eintracht sechs gewonnen. Die letzte Woche des Jahres brachte den maximalen Ertrag: Drei Spiele, drei Siege, das spektakuläre 5:2 gegen Leverkusen, das besonders süß schmeckende 3:2 bei Borussia Mönchengladbach gegen den Ex-Trainer, und das prestigeträchtige 1:0 im Nachbarschaftsduell mit Mainz. Platz sechs in der Liga und Achtelfinale in der Europa-League am Ende des Jahres, davon haben sie in Frankfurt vor zwei Monaten noch nicht einmal zu träumen gewagt.

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