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Vorsicht vor viel Geschwindigkeit

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Von: Thomas Suer

Hessenligist FC Gießen empfängt heute Viktoria Griesheim und Trainer Cimen warnt vor Gästen

Gießen (thos). 28 Gegentore hat Viktoria Griesheim, am Samstag um 14 Uhr Gast im Gießener Waldstadion, in der Fußball-Hessenliga bereits kassiert, das ist Ligarekord. Ein Rekord, auf den die Mannschaft von Richard Hasa sicher gerne verzichten würde.

Dass es trotzdem mit elf Zählern momentan noch zum Relegationsplatz »über dem Abstiegsstrich« reicht, liegt auch daran, »dass sie einige Male überraschende Punkte geholt haben«.

FC Gießen - Viktoria Griesheim (Heute, 14 Uhr)

Gießens Trainer Daniyel Cimen, der das sagt, ist selbstverständlich bestens im Bilde über den Gast aus Südhessen, hat er doch »zwei, drei Spiele auf Video gesehen«, um den Kontrahenten akribisch zu analysieren. Und Cimen weiß auch, dass sich die von Griesheim eingefangenen Tore relativieren, denn alleine in den beiden Partien gegen die Eintracht waren es deren elf.

Ansonsten habe die Viktoria aus Griesheim »viel Geschwindigkeit über die Außen und einen erfahrenen Sturm«, weiß der Trainer um die Offensivqualitäten der Viktoria, die ihrer namensgebenden Siegesgöttin zum Trotz aber in Gießen als Verlierer vom Platz gehen soll. »Wir spielen zuhause und es ist schon unser Anspruch, dieses Spiel zu gewinnen.«

Zumal der 37-Jährige nach dem 3:3 beim SV Steinbach auch einige Tage später noch ein wenig darüber nachdenken muss, ob die Begegnung in Osthessen eher einen Punktgewinn darstellt, oder eher zwei Punkte Verlust. Denn der FC Gießen hatte den Gastgeber lange beherrscht, lag trotzdem 1:3 im Rückstand, weil viele Chancen nicht genutzt wurden.

Dass er dann aber mit einer Schlussoffensive doch noch den einen Punkt holte, wertet Daniyel Cimen als »wichtig für die Moral und das Selbstvertrauen. Am Ende sind wir dann doch positiv rausgegangen. Das war wichtig.«

Schwere Analyse

Der Ex-Eintrachtprofi kennt die Unwägbarkeiten des Fußballs allzu gut, um nicht voreilige Schlüsse zu ziehen: »Manchmal sind Spielverläufe eben so, dass sie sich schwer analysieren lassen.« Und Steinbach sei ein Beispiel dafür. Nichtsdestotrotz hat der FC Gießen mit 18 Zählern, bei einem allerdings schmalen Torverhältnis von plus drei (17:14) eine Punktausbeute, die Cimen vor der Saison sicher gerne genommen hätte.

Denn am elften Spieltag liegen die Rot-Weißen in Tuchfühlung zu den Spitzenteams auf Rang fünf, punktgleich mit der zunächst als übermächtig eingeschätzten U21 der Frankfurter Eintracht. Und das, nach dem Ausfall von Aykut Öztürk und Mert Pekesen, zunächst ohne echten Stürmer, ehe der »Glücksfall Leonid Akulinin« (Cimen) noch an Bord kam. »Er hilft uns unheimlich weiter mit seiner Erfahrung und der Art, wie er den Ball festmacht, behauptet und ablegt«, freut sich der Trainer über den Ukrainer, der es aufgrund der Situation »in seiner Heimat« nicht leicht hatte, sich einzufinden.

Dass sich seine Verletzung als nicht ganz so schwerwiegend wie befürchtet herausstellte, hilft dem FCG auf der dünn besetzten Position in der Spitze enorm. Akulinin leidet an einer Patellasehnenreizung, ist in Behandlung, kann aber »schmerzorientiert« belasten. Allerdings habe die Nummer 29 zuletzt wegen einer Erkältung zwei Tage gefehlt. »Ich hoffe aber, dass es gegen Griesheim geht«, so Cimen, der Pekesen wieder im Aufbautraining weiß. Er braucht noch ein bisschen Zeit, ebenso wie Deniz Vural mit seinem Muskelfaserriss und Denis Mangafic, der an einer Zerrung laboriert, aber beim nächsten Spiel wohl wieder am Start sein wird.

Gute Defensive

Und auch Torhüter Daniel Duschner meldet sich wieder gesund, sodass nur noch der langzeitverletzte Aykut Öztürk große Sorgenfalten hervorruft. Aber an der Defensive und dem Torwart liegt es beim FCG laut Statistik eh nicht. 14 Gegentreffer sind mehr als akzeptabel im Ligavergleich. Und das, obwohl Gießen auch gegen die Eintracht schon deren fünf kassiert hat.

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