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»Waren auch Tränen dabei«

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Bleibt dem Verein verbunden, hört aber als Trainer auf: Dennis Frank. Foto: fro © fro

Gießen (mol). An drei Spieltagen sind die Teams der Fußball-Gruppenliga Gießen/Marburg in diesem Kalenderjahr noch gefordert und können ihre Punkteausbeute nach Möglichkeit noch um neun Zähler aufstocken. Nachdem dies in den letzten Wochen hervorragend geklappt hat, möchte Aufsteiger TSG Wieseck seinen zweiten Tabellenplatz am Sonntag untermauern und ist beim Drittletzten FSV Braunfels sicherlich in der Favoritenrolle.

Nach der Derbyniederlage gegen den Aufsteiger am letzten Sonntag wollen die TSF Heuchelheim nun gegen den FC Ederbergland II in einem weiteren Heimspiel in die Erfolgsspur zurückkehren und keinen weiteren Boden auf die Tabellenspitze verlieren. Zu einem »Sechs-Punkte-Spiel« im Kampf um den Klassenerhalt kommt es zudem am Gießener Heegstrauchweg, wo sich der gastgebende MTV 1846 mit dem FC Gießen II um ganz wichtige Zähler duelliert. Beim Blick auf die Tabelle wird es zwar nicht ersichtlich, aber in Kesselbach steht am Sonntagnachmittag eine ganz besondere Partie auf dem Programm.

SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen - SG Oberes Edertal (Sonntag, 15.15 Uhr in Kesselbach): Aus rein sportlicher Sicht dürfte es fraglich sein, ob die derzeit mit fünf Punkten abgeschlagen auf dem letzten Platz liegenden Lumdataler selbst mit einem Dreier im Abstiegskampf nochmal einen Fuß in die Tür bekommen. 14 Zähler beträgt der Rückstand auf das »rettende Ufer« nämlich schon. Doch drei Punkte würden besonders einen Mann freuen: Dennis Frank. Der Spielertrainer der SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen ließ unter der Woche nämlich die Bombe platzen und teilte seiner Mannschaft mit, mit Beginn der Winterpause nicht mehr als Coach zur Verfügung zu stehen.

Weshalb die Partie gegen den Aufsteiger in Kesselbach gleichzeitig die letzte auf eigenem Platz darstellt, ehe noch die Auswärtspartien beim VfB Wetter (26. November) und bei der SpVgg. Leusel (4. Dezember) folgen. Danach ist Schluss für den 41-Jährigen, nach fünfeinhalb Jahren auf dem Platz und auf der Bank der Lumdataler.

Die fast schon aussichtslose Tabellensituation ist allerdings nicht der Grund für das Ende von Franks Trainer-Engagement, wie dieser versichert. »Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht nach dieser langen Zeit. Da waren auch Tränen dabei, als ich das den Jungs im Training mitgeteilt habe. Die waren doch ziemlich überrascht und auch mitgenommen«, berichtet Frank von vielen hängenden Köpfen, die er in der darauffolgenden Einheit beobachtet hat und benennt die Gründe für seinen Rückzug »Wenn ich etwas mache, dann mache ich es mit Leib und Seele, voll und ganz. Ich merke aber doch, wie sehr das letzte Jahr an mir gezehrt hat. Besser gesagt fiel vor allen Dingen meiner Frau auf, wie sehr sich auch in der Freizeit alles um Fußball gedreht hat. Wenn du gewinnst, ist es vielleicht positiver Stress, und es fällt dir gar nicht auf. Aber wir steckten Ende letzter Saison bereits im Abstiegskampf, das hat schon viele Körner gekostet. Und ich bin ja hier Spieler, Trainer, Vorstandsmitglied, praktisch Mann für alles. Das war einfach irgendwann zu viel. Ich möchte einfach wieder mehr Zeit für meine Familie haben«, gibt der KOA-Coach einen unverblümten Einblick.

Da derzeit viele Emotionen im Spiel sind, möchte Frank auf die bisherige Situation nur kurz eingehen (»Wir hatten von Anfang an unheimlich viele Verletzte. Ich konnte nie die gleiche Elf in zwei aufeinanderfolgenden Spielen aufbieten. Zudem haben wir aus guten Chancen zu oft viel zu wenig gemacht, während wir uns oftmals zu leichte Fehler erlaubt haben, die dann gnadenlos bestraft wurden. Wir waren ganz oft nicht die schlechtere Mannschaft, aber aufgrund dieses Mixes hat es eben viel zu oft nicht für Zählbares gereicht«), gibt aber noch einen Ausblick, wie es bei den Lumdatatalern weitergehen wird.

»Die Trainersuche läuft natürlich schon. Da müssen wir aber natürlich zweigleisig planen. Dass Neuanfänge auch nach Abstiegen klappen können, beweisen die letztjährigen Gruppenliga-Absteiger SV Emsdorf und der RSV Büblingshausen, die ihre Kreisoberligen derzeit anführen. Ich bin natürlich nicht ganz weg, auch weiterhin im Vorstand tätig und werde weiterhin mithelfen. Aber natürlich wird es dann auch den nötigen Abstand geben«, beschreibt Frank.

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