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»Waren in der Serie einen Tick besser als wir«

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Ravensburg (wbe). Der Traum vom Finaleinzug bei den Playoffs in der Deutschen Eishockey-Liga 2 und den damit verbundenen Derbys gegen die Frankfurter Löwen ist für den EC Bad Nauheim geplatzt.

Im fünften Aufeinandertreffen in der Halbfinal-Serie gegen die Ravensburg Towerstars unterlagen die Roten Teufel am Freitagabend vor 3148 Zuschauern bei den Oberschwaben nach großem Kampf mit 3:5 (1:2, 1:1, 1:2). Die vierte Niederlage in Folge bedeutete beim Modus »Best-of-Seven« das vorzeitige Saisonaus.

Bad Nauheims Headcoach Harry Lange war am Ende ein fairer Verlierer. »Es war heute ein verdienter Sieg für Ravensburg, auch wenn wir noch einmal alles versucht haben. Insgesamt muss man anerkennen, dass Ravensburg in der Serie einen Tick besser war als wir«, meinte Lange, der - genau wie sein Gegenüber Peter Russell - von einer großartigen Serie sprach.

Erneut hatten die Ravensburger den besseren Start und gingen nach 70 Sekunden durch Sam Herr in Front. Die Towerstars-Fans hatten aber kaum Zeit, richtig zu jubeln, denn bereits 90 Sekunden später zappelte der Puck nach einem Schuss des Kanadiers Joel Messner zum 1:1 in den Maschen des Towerstars-Tors. Danach die große Möglichkeit zur Führung für die Gäste: Erst scheiterte Tristan Keck nach einem Solo an Keeper Jonas Langmann, dann kreierte der EC bei einer vierminütigen Überzahl zu wenig Gefahr vor dem Tor der Ravensburger, die ein starkes Penalty-Killing spielten. Kaum hatten die Oberschwaben diese kritische Situation gut überstanden, kamen sie mit Vehemenz zurück. Das 2:1 von Robbie Czarnik war fast schon die logische Folge der Ravensburger Überlegenheit.

Auch im zweiten Abschnitt waren die Oberschwaben die tonangebende Mannschaft. Erst als James Bettauer wegen Spielverzögerung auf die Strafbank musste, setzten sich die Roten Teufel vor dem Ravensburger Tor fest, konnten aber keine ihrer Möglichkeiten gegen den stark haltenden Langmann verwerten. Im Gegenzug zeigten die Gastgeber ihre Effektivität, indem Josh MacDonald einen Angriff nach präzisem Zuspiel von Fabian Dietz zum 3:1 abschloss. Der EC gab aber noch nicht auf und kam noch einmal zurück, als Jordan Hickmott 87 Sekunden später auf 2:3 verkürzte.

Mit der einzigen aber dafür folgenschweren Strafzeit für Bad Nauheim (Stefan Reiter) ging es dann in das letzte Drittel. Josh MacDonald, Ravensburgs Spezialist für Überzahlsituationen, war erfolgreich zur Stelle und knallte den Puck zum 4:2 in die Maschen. Jetzt musste der EC Bad Nauheim sein Heil in der Offensive suchen, mobilisierte im zwölften Spiel innerhalb von 24 Tagen die letzten Kräfte und schaffte tatsächlich durch Tobias Wörle (53.) noch den Anschlusstreffer.

In der dramatischen Schlussphase setzte EC-Coach Harry Lange alles auf eine Karte, nahm seinen Goalie Felix Bick, der über die 60 Minuten mit glänzenden Paraden mehrfach sein Team im Spiel gehalten hatte, vom Eis. Doch statt des Ausgleichs besiegelte Sam Herr mit dem Empty-Net-Goal zum 5:3 das Saisonende für den bis zuletzt aufopferungsvoll kämpfenden EC Bad Nauheim.

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