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Weber als Antreiber und Dirigent

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Linden (niha/red). Highlight beim Linden-Cup: In einer überaus sehenswerten Partie bot Handball-Zweitligist TV Hüttenberg dem Bundesliga-Vertreter vom Bergischen HC lange Zeit Paroli, ehe doch eine 30:37-Niederlage zu Buche schlug. In der Regionalgruppe gewann die HSG Wettenberg auch ihr zweites Spiel.

TV Hüttenberg - Bergischer HC 30:37 (16:19): Wenngleich sie am Ende unterlagen: Den besseren Start in die Partie erwischten in jedem Fall die Hüttenberger. BHC-Trainer Jamal Naji, seit Juli Nachfolger des zu den Rhein-Neckar Löwen abgewanderten Sebastian Hinze, agierte konsequent mit dem siebten Feldspieler. Eine mutige taktische Maßnahme, von der zu Beginn allerdings nur der TVH profitierte. Weil sich der Erstligist in den ersten Aktionen gleich mehrere Fehlpässe leistete und Hüttenbergs Ian Weber gleich doppelt ins leere Tor traf, führte der TVH nach nicht einmal 180 Sekunden mit 3:0. Die in rot-schwarz gekleideten Schützlinge von Trainer Johannes Wohlrab agierten unbekümmert und forsch, Hendrik Schreiber traf über die zweite Welle zum 6:3 (7.). Es dauerte eine knappe Viertelstunde, ehe der Favorit aus Wuppertal und Solingen den anfänglichen Schlendrian nach und nach abschüttelte.

Der BHC spielte nun konsequenter, kombinierte sich mit Zielspieler Noah Beyer häufig durch die rechte Hüttenberger Abwehrseite und legte einen 10:4-Lauf hin. Doch der TVH hatte den besten Akteur des gesamten Spiels auf seiner Seite: Ian Weber agierte im Rückraum-Zentrum als Antreiber, Dirigent und Torjäger in Personalunion und hielt die Seinen beinahe im Alleingang am Leben. Sein 12:14 nach 25 Minuten war sein sechster Tagestreffer, das 15:17 drei Minuten später bedeutete bereits Treffer Nummer neun für Weber. Am Ende der Partie sollte es der Rechtshänder auf bärenstarke 14 Tore und damit die Hälfte aller TVH-Treffer gebracht haben.

»Zu Beginn haben wir das richtig gut gemacht und sind super ins Spiel gekommen. Wir hatten viele Ballgewinne und die nötige Aggressivität. Ich habe da viele gut Dinge gesehen«, so Wohlrab später. Der Vorsprung, den sich die Naji-Sieben in der ersten Hälfte erspielt hatte, bildete zugleich die Basis für den zweiten Durchgang, in dem sich die Hüttenberger zwar nie aufgaben, dem Kontrahenten allerdings auch nicht mehr ernsthaft gefährlich werden konnten.

So traf Lukas Stutzke zunächst zum 27:22 (54.), ehe Rechtsaußen Yannick Fraatz, Sohn von Legende Jochen »Scholle« Fraatz, kurz vor dem Ende mit einem sehenswerten Kempa für das 29:23 sorgte. »Wir haben uns ordentlich verkauft, am Ende ist mir das Ergebnis allerdings etwas zu hoch ausgefallen, auch weil wir heute über weite Strecken keine gute Torhüterleistung hatten«, resümierte TVH-Geschäftsführer Fabian Friedrich.

Tore Bergischer HC: Beyer (5), Ladefoged (5), Fraatz (5), Stutzke (5), Arnesson (3), Weck (3), Nothdurft (3), Person (3), Schönningsen (1), Gunnarsson (1), Babak (1), Bergner (1), Nikolaison (1).

Tore TV Hüttenberg: Weber (14), Schreiber (5), Fujita (3), Theiß (2), Ribeiro (1), Hofmann (1), Reichl (1), Opitz (1), Schwarz (1), Grazioli (1).

HSG Lumdatal - HSG Wettenberg 30:32 (19:17): Die Wettenberger entschieden auch das zweite Match der Regionalgruppe beim Linden-Cup für sich: Trotz 17:19-Rückstands zur Halbzeit bezwang der Oberliga-Absteiger dank einer Leistungssteigerung nach der Pause den künftigen Landesliga-Kontrahenten HSG Lumdatal mit 32:30. Im ersten Durchgang ging es die Truppe des neuen Coaches Thomas Schäfer noch verhalten an, erarbeitete sich dann aber mehr und mehr ein Übergewicht, während die Lumdataler wie schon am Vortag gegen Gastgeber Linden im Laufe der zweiten Hälfte Stück für Stück abbauten und nicht mehr so konzentriert im Abschluss agierten.

Tore HSG Lumdatal: Kühn (1), Henke (2), Schmitz (2), Rein (3), Mohr (3), Hofmann (1), Kern (1), Ziegler (1), Köhler (11/2), Heß (4), Vogel (1).

Tore HSG Wettenberg: Schwarz (3/2), Werner (1), Schmeel (8), Schnepp (1), Wingefeld (2), Piesch (3), Schmidt (5), Oyono (6), Weise (3).

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