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Alle überragend: Ian Weber glänzt beim TVH.

Weber sorgt für vorzeitige Bescherung

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Hüttenberg. Noch unter der Woche hatte Trainer Johannes Wohlrab eine Reaktion gefordert - und seine Schützlinge haben geliefert! Am Mittwochabend hat sich der TV Hüttenberg im Verfolgerduell der 2. Handball-Bundesliga mit 33:29 (16:13) gegen den TuSEM Essen durchgesetzt und damit die Scharte der jüngsten Niederlagen gegen Emsdetten (19:33) und Rostock (27:

34) eindrucksvoll ausgewetzt.

TV Hüttenberg - TuSEM Essen 33:29

Es war ein Sieg, den sich die Gastgeber mit harter Arbeit, kollektiver Geschlossenheit und insbesondere aufgrund einer beeindruckenden Willensleistung redlich verdienten. Entsprechend ausgelaugt, jedoch vor allem ausgelassen feierten die Gastgeber ihre Saisonpunkte Nummer 22 und 23 nach dem letzten Heimspiel dieses Jahres.

Lediglich zu Beginn der Partie hatten die Hüttenberger ob ihrer zwei vorangegangenen Pleiten in der ein oder anderen Situation noch etwas verunsichert gewirkt, konnten sich jedoch bereits in der Anfangsphase auf den herausragenden Akteur auf der Platte verlassen.

Es war TVH-Rückraum-Allrounder Ian Weber, der seinen Mitstreitern mit unerschrockenem Einsatz und eiskalten Nerven voranging. Der 22-Jährige übernahm, nachdem sein Kapitän Dominik Mappes per Siebenmeter an Gästekeeper Lukas Diedrich gescheitert war (7.), die Verantwortung und traf zunächst zwei Mal von der Strafwurflinie (9., 12.), ehe er mit seinem dritten und vierten Treffer in Serie zum 7:5 einnetzte (14.).

Dank der wichtigen Treffer Webers gewannen die Gastgeber mit zunehmender Spieldauer immer mehr an Sicherheit. So war es mit dem erst 18 Jahre alten Niklas Theiß der nächste Youngster, der die Blau-Weiß-Roten mit drei Treffern in Serie zum 14:12 auf Kurs hielt (26.). Hatte der TVH zu Beginn noch Probleme gehabt, die Essener Zentrumsachse um Spielmacher Eloy Morante Maldonado und Kreisläufer Markus Dangers zu bremsen, so lief sich Letztgenannter mit zunehmender Spieldauer immer häufiger an seinem Widersacher Moritz Zörb fest, der trotz einer Kapselverletzung im Zeh auf die Zähne biss und sich in der zentralen Position der wechselnden Hüttenberger Abwehrvarianten in jeden Zweikampf schmiss.

In der zweiten Halbzeit gelang es den Gastgebern in jener Phase zwischen der 40. und 50. Minute, in der die Partie die Rostock am Wochenende noch gekippt war, durchgängig ruhig und abgeklärt zu agieren. Nachdem sie mit einem 4:0-Lauf zu 20:13 in den zweiten Durchgang gestartet waren (37.), kehrte phasenweise sogar jene Leichtfüßigkeit in den Angriffsaktionen zurück, die das »Original aus Mittelhessen« über weite Strecken der Hinrunde ausgezeichnet hat: Theiß traf nach einem Mappes-Assist per Kempa zum 22:16 (42.), Vit Reichl bugsierte das Harzleder mit dem Rücken zum Tor und im Fallen zum 25:19 über die Linie und Weber traf vom eigenen Kreis per »Empty-Net-Goal« zum zehnten Mal bei seinem zehnten Versuch (53.).

Auch die offene Deckung, die der TuSEM in den letzten fünf Minuten der Partie einsetzte, änderte nichts mehr am Ausgang der Partie - und ebenso wenig daran, dass der TVH sich in der Spitzengruppe des Unterhauses eindrucksvoll zurückgemeldet hat.

Hüttenberg: Plaue, Rüspeler - Schwarz (2), Kneer, Kirschner (3), Opitz, Theiß (5), Fujita, Weber (12/3), Rompf (1), Zörb, Reichl (2), Mappes (5), Klein (1), Jockel (1), Schreiber (1).

Essen: Diedrich, Bliss - Ellwanger, Glatthard (1), Rozman (1), Dangers (4), Becher (4), Ignatow (2), Scczesny (2), Müller (1), Firnhaber, Seidel, Morante Maldonado (10/4), Klinger (4).

Schiedsrichter: Biehler/Dietz (Offenburg) - Zuschauer: 440 - Zeitstrafen: Hüttenberg sechs (Klein, Zörb zwei, Rompf, Weber, Kirschner), Essen drei (Klinger, Szczesny, Glatthard) - Rote Karte: Glatthard (52., Essen) wegen groben Foulspiels - verworfene Siebenmeter: Klingler und Morante Maldonado (5.,49., beide Essen) scheitern an Plaue, Mappes (7., Hüttenberg) scheitert an Diedrich.

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