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Wehe, wenn es in die Crunchtime geht

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Von: Steffen Bär

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Ein guter Angriff wie hier von Marek Bender (l.) und Julius Braun (r.) gelingt dem TV Waldgirmes gegen Langen viel zu selten. Foto: Bär © Bär

Waldgirmes (afi). Die Ersatzspieler der Gäste schunkelten ausgelassen und sangen »Hier regiert die SSG«. Die der Hausherren indes waren bemüht, den Protagonisten auf dem Feld Trost zu spenden. Und Lukas Zielinski haderte: »Wieder haben wir nicht schlecht gespielt, wieder aber hat uns das letzte Quäntchen Glück gefehlt.« Was der 32-Jährige meinte: »Sobald es in die Crunchtime geht, versagen uns die Nerven.

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TV Waldgirmes - SSG Langen 0:3 (22:25, 18:25, 19:25): Recht hatte der Trainer des Volleyball-Drittligisten TV Waldgirmes, dessen Team nach dem Auftaktsieg gegen die TGM Mainz-Gonsenheim inzwischen fünfmal in Folge als Verlierer eine Halle verlassen musste. So auch am Samstag in der Lahntalschule, in der die SSG Langen mit 3:0 (25:22, 25:18, 25:19) die Oberhand behalten hatte. Die Lahnauer sind inzwischen Vorletzter. Nur der TSV Speyer, bei dem Waldgirmes am zweiten Spieltag patzte, liegt noch hinter dem TVW. Von den nächsten fünf Partien steigen vier in der Fremde. Kein Wunder, dass die Stimmung bei den 55 Zuschauern nach dem Hessenderby ähnlich unterkühlt war wie der Spielort in Atzbach.

Gegen eine Sport- und Sängergemeinschaft, die selbst aus ihren ersten sieben Partien erst einmal siegreich hervorgegangen war, stimmten bei den Gastgebern Einsatz, Wille und Kampfgeist, es mangelte jedoch des Öfteren an der Abstimmung auf dem Feld, an der Blockarbeit und an der nötigen Konzentration beim eigenen Aufschlag. Das 5:11 in Satz eins hatten Libero Tobias Rücker und seine Nebenleute beim 20:20 und einem spektakulären »Hammer« von Marek Bender wieder ausgeglichen, doch Ex-Nationalspieler Jochen Schöps mit zwei gelungenen Angriffsaktionen und Georg Wolf, der beim Block kaum überwindbar schien, machten für Langen beim 25:22 den Sack nach 25 Minuten zu.

Im zweiten Durchgang hielten die Schützlinge von Lukas Zielinski dann nur bis zum 11:12 und einem Kracher von Henri Oetken mit. Beim 18:14 für Langen bat der TVW-Coach zur Auszeit, bei einem SSG-Netzroller zum 21:15 war die Vorentscheidung gefallen, die abermals Georg Wolf am Block gegen Davin Peters zum 25:18 vollendete.

Langener Wolf einfach zu bissig

Im dritten Satz trumpfte Peter Wolf, der einst in Liga zwei für Waldgirmes gespielt hatte, groß auf. Zusammen mit Jochen Schöps von den insolventen United Volleys in die die Deutsche Flugsicherung beherbergende 40 000 Einwohner zählende Stadt im Landkreis Offenbach gekommen, fand der TVW kein Mittel gegen die Schmetterbälle des Diagonalangreifers. Der TVW führte zwar 5:1, lag wenige Minuten später aber 11:14 zurück. Als Manuel Lohr krachend zum 18:18 vollendete, keimte bei Waldgirmes Hoffnung auf, die Artur Zarenko mit langen Fingern am Netz gegen Lohr, Henrik Templin und Henri Oetken aber zunichte machte.

Nach 74 Minuten war die Messe gelesen und Lukas Zielinski um die Erkenntnis reicher, dass »meine Männer immer ab dem 18. Punkt beginnen, nachzudenken.« Das muss sich schnell ändern.

TV Waldgirmes: Templin, Mülke, Lohr, Hagen (n.e.), Peters, Rasuli, Drößler, Rücker, Oetken, Kersting (n.e.), Schossee (n.e.), Trautmann, Braun, Bender.

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