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Wende ins Goldglück

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Der Jubel ist grenzenlos: Die deutsche 4x100m-Staffel mit der Niederkleenerin Lisa Mayer (von links) sowie Gina Lückenkemper, Alexandra Burghardt und Rebekka Haase gewinnt EM-Gold. Foto: dpa © dpa

Gießen. Was für eine grandiose Wendung: Lisa Mayer rutschte in letzter Instanz in den Staffel-Kader für die European Championships in München, durfte dann nach dem Ausfall von Tatjana Pinto sowohl im Vorlauf als auch im Finale an. Und stand nun am Sonntagabend mit der Goldmedaille um den Hals auf dem Siegertreppchen am Olympiaplatz in München.

Es ist Mayers erste Goldmedaille auf internationaler Ebene. Nach Bronze mit der Staffel bei der EM 2016 und Silber bei der U20-EM 2015 über 100 m ist der Sieg in München mit Sicherheit Mayers größter Karriereerfolg.

Und zweifelsohne ein sehr emotionaler: Komplett überwältigt lag Mayer nach dem Lauf unter dem Jubel des Olympiastadions unter Tränen auf dem Boden der Startzielgeraden. »Ich dachte, als ich gesehen habe, dass wir Europameister sind, ich breche emotional zusammen. Es ist unfassbar«, sagte Mayer kurze Zeit später im Interview mit dem ZDF.

Auf der Gegengeraden hatte Mayer nach eher suboptimalem Wechsel mit Alexandra Burghardt die Staffel in Position gebracht und anschließend an Gina Lückenkemper übergeben. Rebekka Haase brachte den Stab in 42,34 s vor Polen (42,61 s) und Italien (42,84 s) als Erste ins Ziel. Mitfavorit Großbritannien hatte beim ersten Wechsel das Holz verloren und war damit raus. Der französischen Staffel erging es ebenso. Nach Jahren der Probleme, der verpassten Starts, der Absagen wirkt die Medaille wie eine kleine Erlösung für Lisa Mayer: Es geht ja doch noch. Die Niederkleenerin gehört weiterhin zu den schnellsten Frauen Deutschlands und bleibt weiter in der Riege des Spitzensports präsent.

Ehrenwert auch Mayers weitere Worte nach dem Lauf: »Ich glaube an dieser Stelle sollte ich auch Tatjana nennen, die vielleicht hier gestanden hätte und leider verletzungsbedingt nicht laufen konnte. Ich bin für sie und für Jessy Wessolly und Lisa Nippgen, die unser Team unterstützt hat, mitgelaufen.« Für die Ehrenrunde der Läuferinnen blieb das Stadion weiter voll. Bei der Siegerehrung war der Olympiaplatz außerhalb des Stadions ebenfalls komplett gefüllt.

Wer es nicht dort hingeschafft hatte - die Veranstalter sperrten den Platz wegen Überfüllung sehr schnell - lauschte der Nationalhymne von der anderen Seite des Sees im Olympiapark und applaudierte den Sportlerinnen.

Zuvor hatte bereits Speerwerfen Julian Weber seine Goldmedaille erhalten. Es war nicht nur für Lisa Mayer und ihre Staffelkolleginnen eine magische Nacht.

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