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Wenn eine 47-Jährige spielen muss

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Köln (mol). Die HSG Kleenheim-Langgöns hat den zahlreichen Ausfällen in der Dritten Frauenhandball-Liga Tribut zollen müssen und die wichtige Partie beim 1. FC Köln 01/07 klar verloren. Dabei konnte das Team, das von zahlreichen Spielerinnen aus der Landesliga-Mannschaft unterstützt werden musste, nur bis wenige Minuten nach der Pause mithalten.

Dann fehlte der Truppe von Martin Saul, dem zudem von Christian Manderla auf der Bank assistiert wurde, sowohl die Kraft und auch die nötige Qualität, sodass die drittletzte Saisonpartie letztlich klar mit 18:27 (9:13) verlorenging.

1. FC Köln - HSG Kleenheim-L. 27:18

»Ich bin sehr stolz auf die kämpferische Leistung meiner Mannschaft. In jeder Sekunde der Partie hat wirklich jede Spielerin versucht, ihr Bestes zu geben. Dass es unter diesen Voraussetzungen nicht reicht, auch konditionell, ist leider klar. Die Spielerinnen, die dem Druck über 60 Minuten hätten standhalten sollen, konnten dies leider auch nicht, sodass es nicht für mehr gereicht hat«, beschrieb Saul. Der emotionale Höhepunkt aus SGK-Sicht ereignete sich in der 17. Minute, als Christiane Bork-Werum der Treffer zum 7:10-Zwischenstand gelang. Dass die 47-jährige Co-Trainerin allerdings überhaupt auf dem Feld stehen musste, zeugt zum einen von der enormen Anzahl der Ausfälle und wirft zum anderen die Frage auf, welchen sportlichen Wert der DHB (Deutscher Handball-Bund) einer Dritten Liga beimisst, wenn er Spielverlegungen unter diesen widrigen Umständen nicht mehr zulässt.

In den ersten Minuten der Partie in der Halle der Europaschule agierten die Mittelhessinnen absolut auf Augenhöhe, Franziska Dietz gelang dementsprechend auch der 5:5-Ausgleich (9.). Doch in den folgenden Minuten blieb Kleenheim-Langgöns im Angriff torlos und hatte große Probleme mit den Kölner Damen, die sich daher zunächst auf 9:5 (16.), später sogar auf 12:7 absetzen konnte. Mit einer Abwehrumstellung auf eine 4:2-Variante hatte Saul dann aber Erfolg, weil die SGK den Gastgeberinnen durch hohe Lauf- und Kampfbereitschaft nur wenig anbot.

Bork-Werum trifft

So kämpfte sich Kleenheim-Langgöns nach dem Pausen 9:13 nochmal heran, ein Doppelpack von Nina Eggers sorgte für den 13:15-Anschluss. Doch die kräfteraubende Spielweise hatte doch merklich Körner gekostet, sodass die Gäste den Faden im eigenen Angriff und den Anschluss in den folgenden Minuten doch sehr schnell verloren.

Ein einziger Treffer gelang der SGK zwischen der 38. und 56. Minute noch, sodass die Kölner zunächst vorentscheidend auf 18:13 (40.), später sogar bis auf 25:14 (!) davonziehen konnten. In der Endphase gelang es der Saul-Sieben, den Rückstand immerhin unter die Zehn-Tore-Marke zu drücken, was im Lager des heimischen Vertreters aber natürlich auch nicht mehr für eine gewisse Zufriedenheit sorgen konnte.

»Wir müssen nun schauen, ob Spielerinnen für das Spiel gegen Königsdorf am kommenden Sonntag zurückkehren können, aber ich rechne aktuell mit dem Schlimmsten«, so Saul abschließend.

Köln: Aurich, Kochs - Kottmann (7/2), Engel, Weismantel (4), Kilmer (2), Flohr, Juhnke (4/4), Lüdge (1), Funken (2), Boenners (1), Slomka (1), Demmerath (2), Malich, Schut (3).

Kleenheim-Langgöns: Hahn, Bork, Buhlmann - Eggers (6), Dietz (3), Pietzner, Wolf, Rüspeler, Kleinpell, Suchantke (1), Knop, Paliga, Klug (5/4), Bork-Werum (1), Heidt, Weber (2).

Schiedsrichter: Bittner/Casselmann (Dreieich). - Zuschauer: 150. - Zeitstrafen: eine (Weismantel) - zwei (Pietzner, Kleinpell). - Siebenmeter: 7/6 - 4/4.

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