Wenn es doch angerichtet wäre

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Es ist angerichtet. So in etwa lautet eine Standardeinleitung für ein bevorstehendes, sportliches Highlight. Und ein Hessenpokalspiel an einem lauen April-Nachmittag ist ganz gewiss ein Leckerbissen. Vor allem wenn der heimische Regionalligist auf die Fußball-Prominenz eines Drittligisten trifft.Der SV Wehen-Wiesbaden zu Gast im Waldstadion. Ex-Profi Rüdiger Rehm an der Seitenlinie neben Ex-Profi Daniyel Cimen, Viertelfinale, vielleicht dann doch als Flutlichtspiel, Ordnungskräfte, die die 2500 Zuschauer zu ihren Parkplätzen dirigieren, Musik im Stadion, es riecht nach Bratwurst und die Ultras beider Seiten in Anfeuerlaune.

Ja, es wäre angerichtet gewesen für ein Spiel, das tatsächlich eine vierstellige Zuschauerzahl verdient gehabt hätte. Intensiv geführt, insbesondere von Gießen griffig und mit Zug zum Tor gespielt - ein klasse Abend als Werbung für den Fußball. Aber es ist ja Corona, Pandemie, keine Zuschauer erlaubt. Und so sitzen die üblichen Verdächtigen auf der Tribüne, ein paar Journalisten, Auswechselspieler, verletzte Akteure, ein paar Funktionäre, die Ordnungskräfte. Das war's. Ein gutes Spiel - ohne Resonanz, die es verdient gehabt hätte. Das ist der Sport, an den wir uns in einem Jahr gewöhnt haben, wir sollten uns aber nicht daran gewöhnen, das zu mögen. Es fehlt was, wenn es so angerichtet ist. Rüdiger Dittrich

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