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Wermutstropfen im Freudentaumel

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Bad Nauheim (wbe) Sportliche Effektivität hat derzeit einen konkreten Namen: EC Bad Nauheim. Fast wie im gesamten bisherigen Saisonverlauf in der Deutschen Eishockey-Liga 2 haben die Badestädter auch in den beiden zuletzt absolvierten Punktspielen wieder gnadenlos zugeschlagen. Einen Tag vor Weihnachten brachte die Keck/Vause-Kombination in Kaufbeuren bereits nach 11 Sekunden in der Overtime den Siegtreffer zum 5:

4 und damit den wichtigen Zusatzpunkt.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag im Duell gegen die Lausitzer Füchse holten die Roten Teufel gut zwei Minuten vor der Schlusssirene zum entscheidenden Schlag aus und gewannen durch ein Tor von Kontingentspieler Jerry Pollastrone mit 4:3 (0:1, 2:1, 2:1). Für Bad Nauheim war es in bisher 27 Meisterschaftsspielen bereits der 12. Sieg mit nur einem Tor Unterschied.

Die Begegnung am Sonntag gegen Weißwasser hatte gleich mehrere besondere Aspekte. Es war das direkte »Rückspiel« nach der 0:3-Niederlage des EC eine Woche zuvor in Weißwasser, es war erst einmal das letzte Spiel mit Zuschauer-Beteiligung (2188 Fans waren ins Colonel-Knight-Stadion gekommen) und es war auch noch das Comeback von Andreas Pauli nach langer Verletzungspause.

Pauli verletzt

Der Bad Nauheimer Publikumsliebling musste dann allerdings nach einem Check sechs Minuten vor dem Ende erneut verletzt vom Eis geführt werden. »Ich bin froh über unseren 4:3-Sieg, auch wenn es sich nach der Verletzung von Andi nicht so anfühlt«, meinte EC-Headcoach Harry Lange nach der Partie.

Die begann gleich mit einer kalten Dusche für die Gastgeber. Nach einem kapitalen Fehler im Vorwärtsgang bedankte sich Clarke Breitkreuz mit dem schnellen 1:0. Bad Nauheim benötigte etwas Zeit, um sich von diesem Rückschlag zu erholen. Erst hatten die Roten Teufel noch eine Zeitstrafe zu überstehen, ehe sie spielbestimmender wurden. Tore allerdings gab es keine mehr im ersten Drittel.

Das blieb dann erst einmal den Gästen vorbehalten, denn eine Überzahl-Situation (Wechselfehler) nutzte erneut Clarke Breitkreuz zum 2:0 für die Lausitzer, die fast im Anschluss ihrerseits ebenfalls eine Strafe wegen eines falschen Wechsels erhielten und Tobias Wörle war bei numerischer Überlegenheit zum Anschlusstreffer zur Stelle. Der frühere Kaufbeurer legte dann kurz vor der zweiten Pause zum 2:2-Gleichstand nach.

Im Schlussabschnitt vollendete Stefan Reiter einen von Mick Köhler und Jordan Hickmott klug vorgetragenen Angriff zum 3:2, doch die Antwort von Weißwasser ließ nicht lange auf sich warten. Keine zwei Minuten später nahm sich Richard Mueller ein Herz und überwand EC-Keeper Felix Bick zum 3:3.

In der Folge erarbeiteten sich die Lausitzer Füchse zwar das klar bessere Schussverhältnis, doch da war ja noch die bekannte Effektivität der Roten Teufel.

Als die Fans bereits mit der Overtime rechneten, war Bad Nauheim wieder zur Stelle. Diesmal in Form von Jerry Pollastrone, der einen Sololauf zum 4:3 abschloss und damit gut zwei Minuten vor dem Ende für den nächsten Dreier-Jubel der Bad Nauheimer nach einem knappen Spielausgang sorgte.

Im Stenogramm

Bad Nauheim - Weißwasser 4:3 (0:1, 2:1, 2:1) - Torfolge: 0:1 (2.) Breitkreuz, 0:2 (36.) Breitkreuz, 1:2 (38.) Wörle, 2:2 (40.) Wörle, 3:2 (46.) Reiter, 3:3 (48.) Mueller, 4:3 (58.) Pollastrone - Zuschauer: 2188 - Strafminuten: Bad Nauheim 4, Weißwasser 4 plus 10 (Hungerecker).

Ehrung verschoben

Eigentlich war für das Heimspiel des EC Bad Nauheim gegen die Lausitzer Füchse die Ehrung der beiden Bad Nauheimer Eishockey-Legenden Ladislav Olejnik und Ralf Pöpel geplant gewesen.

In Anbetracht des tragischen Todesfalls des Frankfurter Nachwuchsspielers Niclas Kaus, der sich im Spiel gegen die Nachwuchsmannschaft der Roten Teufel Bad Nauheim vor einigen Tagen nach einem Check mit unglücklichem Sturz schwer verletzt hatte und inzwischen im Krankenhaus verstorben ist, wurde die Ehrung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

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