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Wieder ein »Spielemarathon«

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Von: Nico Hartung

Hüttenberg. Profi-Handballer sind Druck, Hektik und Stress gewohnt. Eine derartige Terminhatz, wie sie ihnen der diesjährige Spielplan der 2. Bundesliga abverlangt, haben die Spieler des TV Hüttenberg wohl allerdings noch nie erlebt.

Geschuldet durch die pandemiebedingten Spielverlegungen, die gefühlt an bisher jedem Wochenende in der laufenden Saison bei irgendeiner Ansetzung angefallen sind, pendeln die Mannschaften des Unterhauses munter zwischen teilweise drei bis vier unfreiwilligen spielfreien Wochen und kraftraubenden Mehrfachbelastungen innerhalb weniger Tage.

Letzteres steht dem TV Hüttenberg in den kommenden zwei Wochen bevor - wieder einmal. Die Begegnungen gegen den TuS Ferndorf (11. Mai) und die Eulen Ludwigshafen (18. Mai), die beide aufgrund von positiv getesteten Spielern verschoben werden mussten, sorgen dafür, dass die Schützlinge von Trainer Johannes Wohlrab fünf Begegnungen in 14 Tagen absolvieren müssen. Oder anders ausgedrückt: zwei englische Wochen am Stück.

»Wir starten erneut in einen Spielemarathon, der uns einen engen Rhythmus vorgibt. Ein Spiel, zwei Tage Regeneration und Vorbereitung, und dann gleich die nächste Partie. Und das Ganze fünf Mal in Folge«, so der TVH-Trainer, der deshalb auch nur »von Spiel zu Spiel« denken will: »Es geht nur darum, sich physisch und psychisch bestmöglich auf die Aufgabe vorzubereiten, die unmittelbar vor einem liegt.«

Den Auftakt in dieses knallharte Programm bildet das Hüttenberger Heimspiel gegen den TSV Bayer Dormagen an diesem Samstagabend im heimischen Sportzentrum (Anwurf: 19.30 Uhr). Ein Duell, das, zumindest beim Blick auf die Tabelle, eine vermeintlich klare Angelegenheit werden dürfte, empfängt doch der Tabellenvierte TVH die auf Rang 18 platzierten »Wiesel«, die um das sportliche Überleben kämpfen. Doch eben genau da liegt das Problem: »Du siehst in dieser Liga jede Woche verrückte Ergebnisse. Es ist immer verdammt schwer gegen ein Team, das noch im Abstiegskampf steckt. Zumal sich der breite Kader der Dormagener im Vergleich zur Vorsaison, die sie auf Platz sieben abgeschlossen haben, kaum verändert hat«, so Wohlrab. Die Zentrumsachse des TSV-Spiels bildet dabei das Brüderpaar Hüter mit dem 26 Jahre alten Patrick am Kreis und dem zwei Jahre jüngeren Ian auf Rückraum Mitte. Bester Torschütze der Linksrheiner ist André Meuser aus dem rechten Rückraum, der es auf 120 Treffer bringt.

Ist das Duell gegen den Bayer-Club für Hüttenberg erst der Auftakt zu zwei englischen Wochen am Stück, so stecken die »Wiesel« bereits mittendrin.

In den letzten zehn Tagen bestritt die Mannschaft von Trainer Peer Gütz gleich drei Begegnungen: Zwei Niederlagen gegen Ludwigshafen (17:18) und Gummersbach (30:36) sowie ein Sieg gegen Emsdetten (31:28), der Dormagen zwischenzeitlich die Abstiegsplätze verlassen ließ. »Die Jungs arbeiten jede Woche hart, um den Klassenerhalt zu schaffen. In Hüttenberg sind wir in der Außenseiterrolle. Aber natürlich werden wir alles daransetzen, um dort eine Überraschung zustande zu bringen«, so Pütz. Verzichten muss der erst 30-jährige Übungsleiter aller Voraussicht nach weiterhin auf die beiden Linkshänder Artur Karvatski und Jakub Sterba, die beide noch verletzt sind.

Beim TVH kehrt der von einer Covid-Infektion genesene Tristan Kirschner zurück auf Rechtsaußen. Bis auf den angeschlagenen Christian Rompf, hinter dessen Einsatz noch ein Fragezeichen steht, und den ohnehin bis Saisonende ausfallenden Vit Reichl (Herzmuskelentzündung) kann Wohlrab auf den gesamten Hüttenberger Kader zurückgreifen. Ein Umstand, der dem anstehenden »Spielemarathon« wenigstens etwas verträglicher entgegenblicken lässt.

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