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Wiesecker Nachwuchs verzweifelt am 1. FCS

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Schluss. Aus. Ende. Im Relegations-Rückspiel setzt sich die B-Jugend des 1. FC Saarbrücken bei der TSG Wieseck durch. Foto: Bär © Bär

Der Traum ist geplatzt: Auch im Relegations-Rückspiel zur Fußball-Bundesliga unterliegen die B-Junioren der TSG Wieseck dem 1. FC Saarbrücken.

Gießen. Schade, der Bundesliga-Aufstieg für die Wiesecker B-Junioren ist passè. Nach der 0:2-Niederlage im ersten Aufstiegsspiel beim 1. FC Saarbrücken unterlag der Hessenligameister auch im Rückspiel dem Regionalliga-Südwest-Vertreter mit 2:3 (0:1). Und das nach turbulenten 80 Minuten letztlich verdient.

Denn auf dem bestens präparierten Rasen im Glutofen des Wiesecker Stadions vor offiziell 1150 enthusiastisch mitgehenden Zuschauern war der Drittliga-Nachwuchs aus dem Saarland vor allem vor der Pause das eindeutig spielbestimmende Team. Vor den Augen des ehemaligen Saarbrückener Bundesliga-Profis Niko Semlitsch und zahlreich mitgereisten Fans hatte allerdings die TSG die erste Tor-Annäherung, als Saarbrückens Felix Jubelius bei einem Klärungsversuch per Kopf fast ein Eigentor unterlaufen wäre (8.).

TSG Wieseck - 1. FC Saarbrücken 2:3

Ansonsten aber merkte man den Jungs von Deniz Solmaz die Bürde, den 0:2-Rückstand aufholen zu müssen, deutlich an, während der 1. FCS sich seinerseits dank geschickter Raumaufteilung Feldvorteile erspielte. Herausragend dabei: Saarbrückens Zehner Andy Breuer, bei dem als Denker und Lenker alle Fäden zusammenliefen. Ihn bekamen die Gastgeber nie in den Griff. Das 0:1 durch den ebenfalls kaum zu bremsenden Tim Walle (14.) war die zwangsläufige Konsequenz der spielerischen Überlegenheit der Gäste, der Wieseck bis zum Pausenpfiff des souveränen Schiedsrichters Jonas Fischbach (Freudenberg) nur noch eine halbe Kopfballchance des auffälligen Kevin Luca-Gleissner entgegenzusetzen hatte. Er verfehlte das Tor aber deutlich.

Mit dem Pausenrückstand noch gut bedient, kam Wieseck mit guter Moral, einem nun aufdrehenden David Kirchhoff und sehr viel mehr Mut zurück. Intensiv angefeuert von der vollbesetzten Tribüne, nahm Kirchhoff sein Herz in beide Hände und setzte den Ball nach tollem Sololauf an den Pfosten, Gleissner staubte aus kurzer Distanz zum 1:1 (50.) ab. Dass die Hoffnung auf die Wende nicht lange anhielt, lag daran, dass Saarbrücken sich nur kurz schüttelte, dann aber wieder die Spielkontrolle übernahm und durch Tim Walle, begünstigt vom nur zaghaften Eingreifen der TSG-Defensive, schnell auf 1:2 (57.) stellte. Und das, obwohl der überragende Breuer in Minute 53 verletzungsbedingt raus musste.

Der zu lasche Zugriff in der Rückwärtsbewegung war gegen die individuell überlegenen Gäste ein Manko, die schwachen Flanken und ungenauen Ecken, die kaum Gefahr brachten, ein weiteres. Großartig aber war gleichwohl der Einsatz der Platzherren, die nach dem 1:2 ihre stärkste Phase hatten. Hitze hin oder her, Rückstand her oder hin. die Wiesecker Jungs kamen zurück und nach Chancen für Gleissner (60./62.) auch zum nun verdienten 2:2 durch den eingewechselten Mohamed Walid Haddou. Das war der Startschuss für eine hochdramatische Schlussphase mit viel Hektik, Rudelbildung, einem Elfmeter für die Gäste, den Walle an den Pfosten setzte, bei dem aber auch Kirchhoff Gelb-Rot kassierte. Zu einer unnötigen Tätlichkeit ließ sich in der Schlussminute der frustrierte TSG-Torwart Edin Kandic hinreißen, der, über den halben Platz rennend, einen gegnerischen Akteur bei Rudelbildung umstieß. Folgerichtig die rote Karte und in der Nachspielzeit sogar noch das 2:3, mit dem Louis Keßler die Saarländer endgültig in die Bundesliga schoss.

TSG Wieseck: Kandic; Erol, Topali, Hahn, Kirchhoff, Gleissner, Dervishi, Perez-Garcia (51. Haddou), Henkel (80.+1 Honemann), Koch (66. Bauer), Schäfer.

1. FC Saarbrücken: Mutter, Curto, Rhani, Jubelius, Mignot, Walle (80. plus 3 Weibel), Sahin (41. Tuttolomondo), Breuer (53. Sahan), Kloster (52. Schneider), Keßler, Schmelzer.

Tore: 0:1 Walle (14.), 1:1 Gleißner (52.), 1:2 Walle (57.), 2:2 Haddou (72.), 2:3 Keßler (80.+3). - Schiedsrichter: Fischbach (Freudenberg). - Gelb-Rote: Kirchhoff (78.). - Rot: Kandic (80.).

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