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»Wir haben uns überrumpeln lassen«

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Gießen (dhn). Hätte man am Sonntagvormittag den Spielern und Verantwortlichen der TSF Heuchelheim mitgeteilt, sie würden fünf Tore bei ihrem Gruppenliga-Gastspiel in Ehringshausen schießen, hätten wohl sämtliche Beteiligten schmunzelnd und händereibend ihr Einverständnis ausgedrückt. Hätte man aber im gleichen Atemzug hinzugefügt, dass auf der Gegenseite gleich sieben Treffer fallen würden, wären die Kinnladen bei den Turn- und Sportfreunden aber ebenso schnell nach unten gefallen.

So ist es aber tatsächlich geschehen: 5:7 lautete das Endergebnis einer fulminanten wie verrückten Partie, deren Sieger am Ende, wer hätte es gedacht, höchst zufrieden waren. Die SG Ehringshausen/Dillheim, amtierender Meister der Kreisoberliga West und somit Aufsteiger, spielte sich insbesondere in der Anfangsphase förmlich in einen Rausch. Dass Nils Schmidt die Heuchelheimer bereits nach elf Minuten in Front brachte - geschenkt. Denn nur sechs Zeigerumdrehungen später stand es bereits 4:1 für die Hausherren, darunter ein Eigentor durch Schmidt.

»Eigentlich wollten wir so lange wie möglich das 0:0 halten«, war SG-Trainer Marc Steinbrenner erst einmal auf defensive Stabilität aus, die mit einer Dreierkette gewährleistet werden sollte. Die Gastgeber zeigten sich gallig im Gegenpressing, machten das Mittelfeld eng und nahmen die Heuchelheimer Angreifer in Manndeckung. »Dadurch haben wir uns überrumpeln lassen, hatten viele Fehler im Aufbauspiel und viele Ballverluste, die der Gegner genutzt hat«, musste auch TSF-Mittrainer Yannik Pauly in der Nachbetrachtung zugeben.

Ein indirektes Lob für die Gangart der Ehringshäuser, die insbesondere in Stürmer Max Hanold eine gehörige Portion Effizienz vor dem gegnerischen Kasten aufwiesen. Der erst 17-Jährige steuert vier der sieben Treffer selbst bei, wusste zudem auch als Assistgeber zu überzeugen. »Ich habe ihm gesagt, er soll einfach rausgehen und sein Spiel spielen. Dann hatte bei ihm alles gepasst«, ist SG-Übungsleiter Steinbrenner mächtig stolz auf seinen Youngster, der »ein riesiges Talent ist, das wir behutsam aufbauen wollen«.

Auf der anderen Seite bemängelt Pauly nicht nur die fehlende Konzentration im Abwehrverhalten, sondern auch in der Offensive. Denn man sei, ordnet er ein, nicht chancenlos gewesen. »Ob man es glaubt oder nicht, aber wir hatten noch viele Chancen, die wir nicht genutzt haben. Auf beiden Seiten wäre mehr möglich gewesen.« Trotz vier Elfmetern im gesamten Spiel, drei davon auf Heuchelheimer Seite, die allesamt in die Maschen gingen.

»Müssen wieder besser stehen«

Welche Lehren zieht man nun also aus einem derart seltsamen Spiel? Für die Heuchelheimer Turn- und Sportfreunde steht fest: »Wenn wir in einem Spiel so viele Tore kassieren wie in allen Partien zuvor zusammen, ist für uns klar, worin der Trainingsschwerpunkt diese Woche liegen sollte.« Heißt: Es soll zurück zur defensiven Stabilität gefunden werden, die die Blau-Weißen insbesondere in den ersten sechs Saisonpartien auf den Spitzenplatz der Gruppenliga katapultierte. »Wir müssen beim nächsten Spiel wieder besser stehen. Da die Gegentore in Ehringshausen häufig aus eigenen Fehlern resultierten, müssen wir da bessere Lösungen finden«, so Pauly. Damit auch wieder weniger Tore zum Sieg reichen.

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