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»Wir sind sehr zufrieden«

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Zufrieden mit ´der Bundesligasaison. Die Keglerinnen vom KC 87 Wieseck, hinten von links: Cornelia Gebauer, Ramona Wilczek, Sabrina Brill, Ann-Kristin Alexander. Vorne von links: Julia Weiser, Luisa Stark, Beatrix Sorrentino Di Bernardi, Christina Vogel. Es fehlt: Jessica Dix. Außerdem nicht auf dem Bild ist Andrea Dort, die in dieser Saison nicht zum Einsatz kam, da sie eine Pause einlegt. © Gebauer/KC 87

Gießen . Den letzten Spieltag am kommenden Samstag können die Bundesliga-Damen des KC 87 Wieseck gelassen vom Sofa aus beobachten. Denn die Mannschaft um Conny Gebauer, die Woche für Woche für die pünktliche und astreine Übermittlung der Spielberichte zuständig ist, haben ihre Spielzeit in der höchsten Liga bereits hinter sich. Zum Abschluss gab es bereits am vorvergangenen Wochenende ein glattes 3:

0 gegen den SKC Langenfeld/Paffrath. Vierter Platz, bis dato beste Platzierung überhaupt für die Kegeldamen aus Gießens Vorstadt.

Ja, es gibt auch Bundesligisten außer den Gießen46ers, der HSG Wetzlar oder dem RSV Lahn-Dill. Aber auch, wenn man es Woche für Woche in der Zeitung platziert und selbst vielleicht mal mehr, mal weniger häufig in seiner Freizeit eine ruhige Kugel geschoben hat, fragt man sich schon: Wie machen die das eigentlich? Weite Auswärtsfahrten, Training und Spiele in Corona-Zeiten? Und welchen Sport betreiben die leistungsorientierte Keglerinnen eigentlich in der langen Pause, die jetzt schon beginnt und erst Anfang Herbst endet? Wir haben nachgefragt.

Frau Gebauer, der KC 87 Wieseck hat in der Bundesliga der Damen Platz vier belegt. Wie zufrieden ist das Team damit?

Wir sind wirklich mit dieser Runde sehr zufrieden. Die Möglichkeit auf den dritten Platz, also den Bronzerang zukommen, war nicht gegeben. Dafür sind Remscheid, Oberthal und Lünen zu stark. Diesen drei Teams gegenüber war der Abstand irgendwann zu groß. Schade, weil wir bei unseren verlorenen Heimspielen gegen Remscheid und Oberthal ersatzgeschwächt waren. Und gegen Lünen ging halt nichts, das war der berühmte gebrauchte Tag.

Wie sich die Corona-Pandemie und daraus resultierende Vorschriften bei den populären Mannschaftssportarten ausgewirkt haben, ist bekannt. Was war für Sie beim Kegeln die größere Herausforderung: Der sportliche Aspekt oder die Hygienebestimmungen? Jeder Verein hat sein Hygienekonzept gehabt, von daher war das nicht so problematisch. Etwas komplizierter war es, als die Bundesländer uneinheitliche Regeln hatten. Wir hatten noch 2G, da war in NRW schon 2Gplus. Wir haben uns aber gut ausgetauscht, sind mit der gebotenen Vorsicht, aber nicht überängstlich rangegangen. Bei uns in der Mannschaft waren alle geimpft, sodass wir da auch ein Stück weit Sicherheit hatten. Wir hatten aber durch Corona keine Einschränkungen und mussten auch keine Spiele verlegen.

Wie war das eigentlich in der ersten Corona-Saison?

2020 wurden vier Spieltage gespielt, dann mussten wir erst verschieben, im Februar 2021 wurde dann alles annulliert und die Runde abgebrochen. Damals waren wir aber auch davor schon skeptisch, ob man die Runde würde durchziehen können. Das Gefühl hatten wir bei der aktuellen Saison eigentlich nicht.

Und sportlich waren Sie auch nicht skeptisch?

Da nach dem 1. Juli noch eine Mannschaft zurückgezogen hatte, war klar, dass es keine Absteiger geben würde. Deshalb konnten wir doch recht locker in die Saison gehen. In den Jahren zuvor haben wir uns immer Ziele gesteckt, zum Beispiel unter die ersten Vier zu kommen, und waren da manchmal vielleicht ein wenig zu verbissen. Das war diesmal nicht der Fall. Vielleicht lief es auch deshalb so gut.

Die Saison ist ja schon sehr früh beendet, im Grunde haben sie jetzt ein halbes Jahr Pause...

Das ist aber nichts Besonderes. Es war immer schon so, dass die Kegelsaison von September bis März läuft, danach geht es um Bezirks-, Landes- oder auch Deutsche Meisterschaften. Von uns nehmen diesmal aber nur vier Spielerinnen an den Meisterschaften teil. Im März sind die Bezirkstitelkämpfe, im April geht es um die Landestitel, im Mai folgt dann die Deutsche Meisterschaft. Dann ist Pause bis September. In der jetztigen Saison haben wir im Übrigen nur einmal trainiert, sonst ist es aber auf alle Fälle zweimal pro Woche. Da geht es dann auch mal auf Bilder oder man macht 200 Wurf, um sich auf den Wettkampf intensiv vorzubereiten.

Sie haben ja auch einige längere Fahrten zubewerkstelligen, wenig bis keine Einnahmen, wie kann man sich ihr Vereinsleben vorstellen und wie finanziert sich so eine Runde?

Vor allem freuen wir uns, wenn Corona vorbei ist, dass wir dann alle wieder zusammensitzen können. Wir spielen mit sechs Personen, dann kommen noch drei hinzu. Egal, wer gerade dabei oder nicht dabei ist, wir verstehen uns prima. Das ist eine echte Mannschaft und ein guter Teamgeist. Auch nach dem letzten Spieltag haben wir die Saison nochmal gemeinsam Revue passieren lassen.

Und wieviel Aufwand bedeutet die Bundesliga?

Es geht schon mal ein ganzer Samstag drauf, wenn man ins Saarland oder nach Nordrhein-Westfalen fährt. Zum Glück haben wir die Stadtwerke im Boot, die uns finanziell unterstützen, denn eine Saison mit den ganzen Fahrtkosten muss auch erst einmal gestemmt werden. Bei Heimspielen müssen wir zudem den Schiedsrichter stellen, der kostet auch ein wenig. Und dann gibt es noch die Meldegebühren. Ansonsten bringt man beim Kegeln eher noch Geld mit und muss bei manchem Aufwand schon ein wenig bekloppt sein. Aber es macht Spaß.

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