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Wohlrab gehen Kreisläufer aus

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Von: Nico Hartung

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Toll gekämpft, nach der Niederlage gegen Nordhorn-Lingen aber doch lange Gesichter auf der Bank des Handball-Zweitligisten TV Hüttenberg. © Röczey

Hüttenberg . »Wir mussten das alle erst einmal sacken lassen«, blickt Johannes Wohlrab auf den Auftritt seiner Mannschaft vom Mittwochabend zurück. Mit 24:26 mussten sich die Zweitliga-Handballer des TV Hüttenberg am Ende der HSG Nordhorn-Lingen geschlagen geben, zogen sich dabei jedoch mehr als nur achtbar aus der Affäre. Vielmehr verlangten sie dem Spitzenteam physisch alles ab, lieferten einen mitreißenden Kampf und hätten sicherlich einen Punkt verdient gehabt.

»Darauf können und müssen wir aufbauen«, gibt Wohlrab als Marschroute vor, wenn seine Mannschaft bereits an diesem Wochenende wieder gefordert ist. Am Sonntag (Anwurf: 17 Uhr) gastieren die Hüttenberger beim HC Elbflorenz.

HC Elbflorenz - TV Hüttenberg (So., 17 Uhr)

Weil die Blau-Weiß-Roten in den vergangenen zweieinhalb Wochen angesichts zahlreicher Corona-Fälle weder im Vollbesitz ihrer Kräfte noch wirklich eingespielt sind, hängen die Trauben für den Tabellenfünften auch in Sachsen hoch. Vor allem dann, wenn sich der Blick auf die Verletztenliste richtet, die nach den Ausfällen von Kapitän Dominik Mappes (Schultereckgelenksprengung) und Joel Ribeiro (Aufbautraining nach Knie-Operation) noch einmal um einen gewichtigen Name erweitert wurde: So gab Wohlrab bekannt, dass Vit Reichl sich in Folge seiner Covid-Infektion eine Herzmuskelentzündung zugezogen hat, die ihn aller Voraussicht nach »mindestens drei oder vier Monate außer Gefecht setzen wird. Die Saison ist für ihn damit praktisch vorbei«, weiß der 35-Jährige, für den der tschechische Nationalspieler bei eigenem Ballbesitz stets die Nummer eins am Kreis gewesen ist.

Doch Reichl ist längst nicht der einzige Kreisläufer, der dem TVH-Coach nicht zur Verfügung steht. Bei Moritz Zörb steht die endgültige Diagnose für seine Verletzung im linken Knie noch aus, nachdem am Mittwoch der Vizekapitän humpelnd das Spielfeld verlassen musste. Nun ist die Reihe an Youngster Patrick Jockel - sollte man meinen. Doch der 2,06 Meter große Nachwuchsmann wird das TVH-Ensemble nicht nach Dresden begleiten können, weil er für seinen Erstverein TV Gelnhausen beim zeitgleich stattfindenden Drittliga-Auswärtsspiel gegen den HSC Coburg II auflaufen muss. »Mal schauen, wen ich da aus unserem Aufgebot noch auf dieser Position einsetzen kann«, lacht Wohlrab mit einem Anflug von Galgenhumor. Deshalb wird Till Uth abermals aus der U23 hochgezogen werden, womöglich noch ein weiterer Kandidat aus der zweiten Männermannschaft oder gar der U19 »Es nutzt nichts zu jammern, das bringt uns nicht weiter. Wir müssen uns stattdessen bewusst machen, dass wir trotz unserer aktuellen Situation gegen den haushohen Favoriten Nordhorn nahe dran an einem Sieg waren«, impft der Trainer seinen Schützlingen vor dem Gastspiel in der Dresdner Ballsportarena ein, in der sich bis zu 1000 Zuschauer unter 2G-Plus-Bedingungen einfinden dürfen und in der auch Linksaußen Christian Rompf nach überstandener Erkrankung »hoffentlich wieder ein Teil unseres Kaders werden wird«, so Wohlrab.

Aber nicht nur der TVH, auch der HC Elbflorenz musste eine Niederlage einstecken. Beim TuSEM Essen brach das Team von Trainer Rico Göde nach einem 13:14-Pausenstand komplett ein und kassierte letztlich eine 25:34-Pleite.

Nach einem Reha-Training werden die Hüttenberger noch zwei Handballeinheiten absolvieren, ehe der Mannschaftsbus am Wochenende gen Sachsen rollen wird. »In Dresden ist es immer brutal schwer. Wir werden unsere Angriffe lange ausspielen und viel Geduld haben müssen«, so Wohlrab. Nicht nur in der Offensive - sondern auch beim Warten darauf, dass die Verletzten und Angeschlagenen irgendwann wieder zur Verfügung stehen.

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