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»Wollen nach der Pause voll angreifen«

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Gießen. »Wir wollen in der Rückrunde richtig durchstarten!« Das hört sich bei einem Trainer eines Tabellenletzten, der neun Punkte Rückstand auf die sicheren Ränge hat, wie Zweckoptimismus an. Alternativ nach billigen Durchhalteparolen.

Aber Thomas Turgut, Coach des Fußball-Verbandsligisten FC Gießen II, schiebt die Begründung gleich nach: »Die Mannschaft hat eine gewisse Anlaufzeit gebraucht, aber das Potential ist da. Der Kader ist groß und auch stark genug. Wir haben auch Pech gehabt und dreimal Punkte fast mit dem Schlusspfiff noch verloren. Wir brauchen in der Rückrunde eine Serie von fünf, sechs Siegen und werden auf keinen Fall resignieren.«

Die Runde fing für die Regionalliga-Reserve bereits deprimierend an. Zwar führten die Mannen von Turgut zum Saisonauftakt gegen den FC Waldbrunn mit 3:1, aber in der dritten Minute der Nachspielzeit glich der Gegner noch zum 4:4 aus. Dann folgten vier zum Teil deutliche Niederlagen in Waldgirmes (2:5), gegen Niedernhausen (1:6), beim VfB Marburg (0:1) und gegen Eltville (1:5), bevor am sechsten Spieltag der erste Dreier beim 2:0 in Schwanheim gelang. Noch zwei Auswärtssiege folgten: Zunächst beim 6:2 über Bauerbach, dann der 2:1-Erfolg beim FC Cleeberg.

Eigentlich hätten es vier Dreier sein können, aber das 4:1 gegen den RSV Weyer wurde nach Protest des Villmarer Clubs als Niederlage gewertet, weil die Gießener mit Aykut Öztürk einen für die Verbandsliga nicht spielberechtigten Regionalliga-Akteur eingesetzt hatten.

Jugend forscht

Die deutlichste Schlappe bei insgesamt neun Niederlagen erlitten Gino Parson und Kollegen mit dem 0:9 beim Lokalrivalen FC TuBa Pohlheim, wobei allein Kevin Rennert mit fünf Treffern die Turgut-Truppe demütigte. Kuriosum am Rande des Derbys: Mit Gino Parson auf Pohlheimer Seite und Kilian Parson beim FC II trafen Vater und Sohn aufeinander.

»Die Kinder sind inzwischen zu Männern geworden.« Das meint Turgut auch in Bezug auf die häufigen Ausleihen von Spielern aus der eigenen A-Jugend, aber auch wegen den ehemaligen Jugendspielern im Kader. Besonders in den letzten Partien machten Corona- und Quarantäne-Fälle es nötig, Akteure aus dem Nachwuchs einzusetzen. »Enorm entwickelt« haben sich laut Turgut besonders Mehmet Pektas, Luca Schneider und Davon Ferdek.

Bis zum Start der Vorbereitungsphase Mitte Januar auf die am 6. März beginnende Rückrunde wollen die FCG-Verantwortlichen noch personell nachrüsten und sind schon in Gesprächen. Zumal die »Verstärkung« aus dem Regionalliga-Team »nur ab und zu« realisiert werden konnte. Obwohl die Zusammenarbeit laut Turgut mit Regionalliga-Coach Daniyel Cimen und A-Jugendtrainer Eduardo Dursun gut funktioniert. »Wir wollen nach der Pause voll angreifen«, hat Turgut die Hoffnung auf eine erfolgreiche Aufholjagt des Tabellenschlusslichts noch nicht aufgegeben. Vielleicht klappt ja der Überraschung noch.

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