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Initiator Jörg Theimer (u.r.) ist mit der Teilnehmerzahl des Silvesterlaufs zufrieden. Collage: Theimer

KURZ NOTIERT

World Wide Schiffenberg

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Gießen. Mit einer Finisher-Zahl von 519 Läuferinnen und Läufern ist der traditionelle 49. Sparkasse-Gießen Silvesterlauf »Rund um den Schiffenberg« zuende gegangen. Die Verantwortlichen des LAZ Gießen Stadt und Land mussten auch dieses Jahr wieder eine virtuelle Variante organisieren. Schon sehr früh hatte der Verein -wie schon im Jahr zuvor - auf einen Präsenzlauf verzichtet.

»Das war zwar im Vorfeld eine harte, aber im Nachhinein doch richtige Entscheidung. Andere Läufe sind erst kurz nach Weihnachten abgesagt worden, wir dagegen konnten bereits im Vorfeld eine klare Alternative anbieten«, so der Projektverantwortliche Jörg Theimer. Teilnahmebeschränkungen auf 250 Personen, Einhaltung von Hygienekonzepten und Abstandsregeln sowie 2G+ wollte und konnte man nicht realisieren.

Mit einer Erfüllungsquote von knapp 90 Prozent im Vergleich zur Anmeldung war das Feedback zum virtuellen Laufangebot gut, die Organisatoren dementsprechend zufrieden. »Viele waren nach den kurzfristigen Absagen in Hessen dankbar, doch noch an einer Veranstaltung teilnehmen zu dürfen. Der Trend der virtuellen Läufe ist aber deutlich rückläufig, denn der Wunsch nach Präsenzveranstaltungen nimmt zu«, beschreibt Theimer das derzeitige Laufangebot. Und doch hatten die Silvesterlauf-Verantwortlichen alle Hände voll zu tun. So habe der Upload der Laufzeiten mehr Unterstützung als im Vorjahr benötigt, auch die Medaillen waren nicht rechtzeitig eingetroffen. »Von vielen Teilnehmern haben wir trotzdem ein Dankeschön erhalten. Viele haben sich gefreut, dass sie mal wieder unter so etwas wie Wettkampfbedingungen starteten - wenn auch virtuell.« Bei all dem Lob hoffe man von Seiten der Ausrichter, dass diese virtuelle Form des Traditionslaufs letztmalig stattfand.

Auf der 10-km-Distanz behauptete sich Felix Mayerhöfer vom Team Salming Running in 33:49 Minuten. Der Bayer verwies damit Vorjahressieger Benjamin Lückert vom ausrichtenden LAZ Gießen/TSG Lollar (34:05) und Johannes Sören Gärtner (35:53, TSV Krofdorf-Gleiberg) auf die Plätze zwei und drei. »Ich wollte von Beginn an Tempo machen und einfach schauen, wie lange ich es halten kann. Dann lief es echt super, sodass ich gleichmäßig durchlaufen konnte. Nächstes Mal möchte ich den Marathon unter 2:30 finishen« so Mayerhöfer rückblickend. Auch Benjamin Lückert war zufrieden. »Auf meiner 4-km-Hausstrecke lief ich sehr couragiert an, das Tempo konnt eich lange halten. Die ersten drei Kilometer waren echt locker, danach musste ich kämpfen, konnte aber zum Schluss noch einmal zulegen. Mit meiner neuen persönlichen Bestzeit von 34:05 Minuten und Platz zwei in der Gesamtwertung bin ich sehr zufrieden.«

Direkte Konkurrenz wird vermisst

Im Feld der Damen gelang Sophie Cyriax vom Ultra Sport Club Marburg in 44:49 Minuten der virtuelle Sieg. »Ich bin im Stadion in Breidenbach gelaufen. Ich war zwei Minuten schneller als vor einem Jahr und daher zufrieden mit meiner Leistung«, so die Siegerin, die allerdings auch einräumt: »Ein echtes Rennen ist eben doch anders, das gewisse Quäntchen Adrenalin hat schon gefehlt.« Auf dem Silberrang lief mit 49:28 Minuten Binke Löffler aus Gießen, die den Lauf mit ihrem Ehemann Kai absolvierte. Mit Yella Alban (49:32, team-naunheim.de) ergatterte eine weitere heimische Läuferin den Bronzerang.

Der Halbmarathon-Sieg ging an Moritz Weiß von der LGV Marathon Gießen in guten 1:13:40. »Ich wollte eine Standortbestimmung für das aktuelle Training haben, da ich 2022 in Frankfurt den Ironman mache und Priorität jetzt gerade auf das Radfahren und Schwimmen lege. Daher hat mich ein Freund auf dem Rad begleitet und wir sind eine flache Runde in der Wieseckaue bis nach Reiskirchen gelaufen« so der Sieger. Auf Rang zwei lief Jörn Wack (1:24:02, Lauftreff Oberwalgern), Dritter wurde Dieter Gieseler (1:28:29, Abens).

Die Konkurrenz der Damen entschied Jessica Lewerenz (1:34:27, team-naunheim.de) für sich. »Ich bin mit drei Jungs vom team-naunheim gelaufen. Ausgemacht war ein gemütliches Tempo zu finden. Geeinigt haben wir uns auf einen 4:30er-Schnitt. Punkt 10 Uhr ging es in Solms am Bahnhof los. Wir haben uns einen Rundkurs ausgesucht, den wir 2 1/2-mal gelaufen sind, bei tollem Wetter und viel Quatscherei. Klar wäre schneller gegangen, aber ich bin voll zufrieden, weil es uns vor allem mal wieder um einen schönen Jahresabschluss-Lauf ging«, meint die Siegerin. Mareike Schmidt (1:52:59, Licher Brauerei) und Valerie Schröder (1:53,36) folgten auf den weiteren Rängen.

Auf der 5-km-Strecke siegte Niklas Raffin (15:45, TSV Krofdorf-Gleiberg) vor Finn Regina (16:48, TV Wetzlar) und Jonas Schäfer (18:53, Theo rennt). »Ich bin auf der Bahn in Lollar gelaufen. Dort trainiere ich recht häufig und es herrschen meist sehr gute Bedingungen, um schnell zu laufen. Ich bin die fünf Kilometer allein gelaufen, es waren jedoch ein paar Familienmitglieder zum Anfeuern und Fotosmachen vor Ort«, zeigt sich Raffin mit seiner Zeit insgesamt zufrieden. »Mein Ziel war es, meine persönliche Bestzeit über diese Distanz anzugreifen. Das ist mir leider um vier Sekunden misslungen.« Starker Wind sowie die fehlende, direkte Konkurrenz haben, so der Sieger, eine bessere Zeit verhindert.

Die Athletinnen des TV Wetzlar errangen indes alle ersten drei Ränge der Damenwertung. Svea Regina (19:19 min) und Anne Trommershäuser (19:21) platzierten sich auf vor Betty Will 19:33).

Die 5-km-Distanz im Walking entschied Renate Münch (40:50, TV Großen-Buseck) vor Vereinskollegin Hannelore Momberger (40:55) und Susanne Brumhard (42:03, Theo rennt). Im Herrenfeld konnte sich Jens Farschtschiyan (40:30, Marschgruppe Deutsche Marine & Friends) vor Michael Brumhard (42:30, Theo rennt) und Thomas Buchkamp (43:08, TV Großen-Buseck) behaupten.

Mit Volker Schuster (1:19:16) und Martin Seipp (1:34:10) sowie bei den Frauen Heidrun Neidel (1:23:03, alle TSG Leihgestern), Melanie Walter (1:23,44) und Susen Orth (1:24,52, beide #diebestenMuddis) erreichten die Sieger und Platzierten der 10-km-Walking-Distanz das Ziel.

Beim Gassigehen hatte in der »Herrchenwertung« Ralf Strobl vom Team Rennlöckchen mit 23:00 Minuten die Hundenase vorne. Es folgte Andreas mit Maro Läufer vom TSV Krofdorf-Gleiberg in 25:02 und Jens Dapper (AWO Gießen) in 25:11 Minuten. Kerstin Hansmann (17:23, TV Seeheim), Cornelia Müller (18:34, Valeria & Idefix) und Elke Strobl (23:00, Rennlöckchen) folgten bei den Frauchen.

Gießener Schule oft vertreten

In der Teamwertung konnte sich mit 165 Finishern die Gießener Theodor-Litt-Schule, die unter dem Projektnahmen »Theo rennt« am Start war, platzieren. Silber ging an den Laufstall Weilburg mit 26 Teilnehmern. Auf dem Bronzerang reihten sich mit 14 Finishern die Läuferinnen und Läufer der TSG Leihgestern ein. Die Zeiten sind in diesem Jahr allerdings nur bedingt vergleichbar, da die Teilnehmer auf unterschiedlichen Strecken mit verschiedenen Bedingungen unterwegs waren.

Im Vorfeld hatte das LAZ Gießen die Starter aufgefordert, ihre Eindrücke mit Bilderpostings zu dokumentieren. »Am Freitagnachmittag ist unsere Instagram-Story fast übergelaufen. Wir haben eine tolle Social-Media-Resonanz der Teilnehmer erfahren. Alle waren somit trotz der besonderen Umstände ein Teil des Laufes« so LAZ-Vorsitzender Martin Theimer.

Ergebnisse, der Online-Urkundendruck sind unter www.silvesterlauf-giessen.de einzusehen. (jth)

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