1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

»Wumms« für den Schulsport

Erstellt:

Als wäre es ein Fingerzeig. Innerhalb weniger Wochen mussten die Schulsporthallen in Holzheim, Watzenborn-Steinberg und Leihgestern geschlossen werden. In der Stadt Gießen stehen die Sporthallen der Liebigschule und der Theodor-Litt-Schule schon länger nicht mehr zur Verfügung. Im Landkreis ist nicht nur die Halle der Clemens-Brentano-Schule in Lollar marode.

»Wir haben einen Sanierungsstau«, gibt Sportdezernent Christopher Lipp im Blick auf die 24 kreiseigenen Sporthallen unumwunden zu. Diese sind überwiegend in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut worden. Vor rund 50 Jahren also. Aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren, so Lipp, sind meist die Schulgebäude, nicht aber die Turnhallen saniert worden.

Was sich gerade in den Zeiten der Pandemie rächt. Wer zufällig eine Gruppe von Grundschülerinnen und -schülern bei sportlichen Übungen erlebt, der ist fast schon entsetzt über die große Zahl an Bewegungs-Legasthenikern. Im Blick auf Koordination, Motorik, Ausdauer und Beweglichkeit hapert es an allen Ecken und Enden. Die negativen Folgen für die Gesundheit und das Wohlergehen in den nachfolgenden Jahren sind durch unzählige Studien hinlänglich belegt.

»In den nächsten Jahren müssen wir kontinuierlich sanieren und neu bauen«, sagt Christopher Lipp. Gut so. Doch das reicht nicht! Auch hier ist ein großer »Wumms« von Bund, Land und Kommunen für den Schulsport notwendig. Das sind unsere politisch und gesellschaftlich Verantwortung tragenden Entscheider den nachfolgenden Generationen im Kindesalter schuldig!

Von Albert Mehl

Auch interessant