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Zehn torlose Minuten entscheiden

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Von: Nico Hartung

Hüttenberg. Die knapp 30 mitgereisten Gästefans gaben ihrer Freude bereits zwei Minuten vor dem Spielende Ausdruck. »Auswärtssieg, Auswärtssieg«, skandierten die Anhänger des TuS N-Lübbecke und stellten damit den heimischen Hüttenberger Anhang lautstärketechnisch deutlich in den Schatten.

TV Hüttenberg - TuS N-Lübbecke 29:37

Selbiges hatten die Gäste aus Nettelstedt in den letzten 20 Minuten der Partie auch getan. Nachdem die Hüttenberger über zwei Drittel der Partie Paroli geboten hatten und in Schlagdistanz geblieben waren, fiel der Endstand des Handball-Zweitliga-Duells letztlich etwas zu deutlich zugunsten der Ostwestfalen aus: Am Ende verlor der TVH sein drittes Pflichtspiel in Serie mit 29:37 (16:19).

Dementsprechend fiel es Johannes Wohlrab hinterher nicht schwer, von einem »absolut verdienten Sieg« für den Gegner zu sprechen. »Die Niederlage geht in dieser Höhe in Ordnung. Wir haben es bis zur 40. Minute kämpferisch eigentlich ganz gut gemacht, aber ab da sind uns dann auch einfach die Kräfte ausgegangen«, so der Hüttenberger Trainer, der mit Joel Ribeiro, Hendrik Schreiber, Timm Schneider und Paul Kompenhans auf gleich vier Rückraum-Akteure hatte verzichten müssen.

Bei Letztgenanntem hat sich der Verdacht auf eine ernsthafte Verletzung bestätigt: »Paul hat sich im Pokalspiel in Bietigheim eine Fraktur im Mittelfuß zugezogen, er wird uns mindestens sechs bis acht Wochen ausfallen«, so Wohlrab über den auf Krücken durch die Halle humpelnden Nachwuchs-Spielmacher.

Trotz des personellen Aderlasses waren die Hausherren über weite Strecken der Partie voll auf der Höhe. Für Hendrik Schreiber begann Johannes Klein im linken Rückraum, der beim 7:8 (12.) seinen zweiten Treffer erzielte. Nettelstedt legte vor, der TVH zog nach. Und wer gedacht hatte, dass die Gäste durch ihre 19:16-Halbzeitführung bereits in die Siegerstraße eingebogen waren, der sah sich kurz nach dem Seitenwechsel getäuscht. Klein sorgte mit seinen beiden Treffern zum 20:21 (38.) und 21:22 (39.) gleich zwei Mal für den direkten Anschluss, die Gastgeber waren dran.

Dann jedoch folgte die spielentscheidende Phase. Die von Ex-Nationalspieler Michael Haaß trainierten Lübbecker dachten gar nicht daran, nervös zu werden, sondern zogen ihren souveränen und unaufgeregten Spielstil bis zum Ende durch. Binnen neun Minuten zog der DHB-Pokalsieger von 1981 auf 29:21 davon und machte damit kurzen Prozess mit den Hüttenberger Hoffnungen.

Den Gastgebern gelang in dieser Phase schlicht gar nichts mehr. »In der Abwehr waren wir viel zu löchrig und verlieren die entscheidenden Eins-gegen-eins-Duelle. Unsere Hilfsmechanismen in der Deckung haben nicht funktioniert«, wusste auch Niklas Theiß später.

Der 19-jährige Halbrechte und seine Mitstreiter gaben die Partie in diesen Minuten jedoch nicht nur in der Abwehr, sondern auch im Angriff aus der Hand. Ein ums andere Mal zog der routinierte TuS-Rechtsaußen Peter Strosack auf der linken Hüttenberger Angriffsseite ein Stürmerfoul, so dass die Blau-Weiß-Roten zwischen Kleins 21:22 (39.) und David Kuntschers 22:29 (49.) zehn Minuten lang kein Tor erzielen konnten.

»Wir haben leichte Hoffnung, dass Joel Ribeiro und Hendrik Schreiber uns am kommenden Freitag in Eisenach wieder ein paar Minuten helfen können. Bei Timm Schneider könnte es vielleicht nach dem Auswärtsspiel in Coburg Mitte November etwas werden«, warf Wohlrab hinterher noch einen Blick in die Glaskugel - verbunden mit der Hoffnung, dass die »Auswärtssieg«-Gesänge im Hüttenberger Sportzentrum nach der dritten Heimpleite künftig wieder seltener zu hören sein werden.

Hüttenberg: Grazioli, Plaue (16.-30.) - Schwarz (1), Kirschner (2), Opitz (1), Theiß (3), Fujita (1), Weber (6/2), Zörb (1), Reichl (3), Hofmann (1/1), Klein (4), Jockel (2), Kuntscher (3).

N-Lübbecke: Katsigiannis, Asheim (ab 31.) - Genz (7), Holzhacker, ten Velde (3), Ebner (3), Petreikis , Strosack (4), Dräger (4), Kontrec (1), Mrakovcic (2), Nissen (3), Petrovsky, Skroblien (8/2).

Schiedsrichter: Schmitz/Schmitz (Mönchengladbach) - Zuschauer: 926 - Zeitstrafen: Hüttenberg vier (Theiß, Weber, Zörb, Klein), N-Lübbecke vier (Nissen drei/49., Disqualifikation, Dräger) - verworfene Siebenmeter: Weber (Hüttenberg) scheitert an Katsigiannis (25.), Hofmann (Hüttenberg) wirft an die Latte (47.).

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