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Zu den Adlern in die Hauptstadt

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Hüttenberg. Auf die Zweitliga-Handballer des TV Hüttenberg wartet am Sonntagvormittag zu ungewohnter Uhrzeit (12.30 Uhr) eine äußerst knifflige Aufgabe. Die Schützlinge von Trainer Johannes Wohlrab treffen mit dem VfL Potsdam auf die diesjährige Überraschungsmannschaft der Liga - und müssen zu allem Überfluss auch noch auswärts ran.

VfL Potsdam - TV Hüttenberg (Sonntag, 12.30 Uhr)

Was üblicherweise als Nachteil daherkommt, könnte für das »Original aus Mittelhessen« derzeit allerdings gerade ein Grund zur Hoffnung sein. Denn anstatt wie in der Vorsaison vor allem im heimischen Sportzentrum zu punkten, sind die Hüttenberger in dieser Spielzeit besonders fleißig darin, auswärts Zähler zu sammeln. Drei der vier Hüttenberger Saisonsiege wurden in der Fremde eingefahren, darunter ein bärenstarkes 27:26 beim Dessau-Rosslauer HV Ende September, was bis jetzt noch immer die einzige Niederlage der Bauhausstädter darstellt.

Eine ähnliche Leistung wird auch am Sonntagvormittag notwendig sein, um dem Team aus der brandenburgischen Landeshauptstadt gefährlich werden zu können. Das Team von Trainer Bob Hanning spielt bislang eine hervorragende Saison und liegt aktuell mit 15:7 Punkten auf Rang fünf.

Talentschuppen

»Das ist kein normaler Aufsteiger, der da auf uns wartet. In Potsdam stehen die besten Jugendspieler Deutschlands unter Vertrag und sind an die Füchse Berlin gebunden. Da steckt ein funktionierendes System dahinter«, weiß Wohlrab. Bereits seit Frühjahr 2013 besteht eine Kooperation zwischen dem VfL und den Füchsen, die jedoch im Sommer 2021 noch einmal intensiviert wurde.

Und Tausendsassa Hanning, selbst seit 2005 in unterschiedlichen Positionen bei den Füchsen aktiv gewesen, damit die Möglichkeit gibt, sich im Talentepool der Hauptstadt zu bedienen. Die enge Zusammenarbeit beider Clubs ist auch der Grund, weshalb die Hüttenberger bereits um 12.30 Uhr antreten müssen. Und dies nicht in der Potsdamer MBS-Arena, sondern in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Zuschauer, die sich eine Eintrittskarte für die Partie der Mittelhessen gegen die »Adler« gekauft haben, dürfen auf ihren Sitzen bleiben und direkt im Anschluss noch die Bundesliga-Partie zwischen den Füchsen und dem TBV Lemgo-Lippe schauen. »Wir haben für diese Idee von vielen Seiten schon Anerkennung erhalten. Dieser Doppelspieltag in der Schmeling-Halle eröffnet uns die Chance, den Postdamer Fans zu zeigen, wo das alles hinführen könnte und wie schön es ist, gemeinsam groß zu werden«, so Hanning.

Hannings Team

Die Mannschaft, die der stets polarisierende 54-Jährige betreut, ist nicht nur hoch veranlagt und talentiert, sondern auch »blutjung. Mit uns gemeinsam wartet da die jüngste Mannschaft der Liga auf uns. Sie haben einen richtig guten Rückraum und man erkennt ein klares Konzept, mit dem die Mannschaft auftritt«, weiß Wohlrab. Der Hüttenberger Coach hatte unter der Woche eine Hiobsbotschaft zu verdauen. Rückraum-Allrounder Joel Ribeiro, der sich im DHB-Pokal-Duell gegen Bietigheim eine Fußverletzung zugezogen hat, wird mehrere Wochen ausfallen. Bei einer Untersuchung in Frankfurt hat sich herausgestellt, dass sich der Portugiese einen Muskel im Fuß gezerrt hat. »Das tut mir unglaublich leid für den Jungen, er kommt wegen seinen Verletzungen nicht richtig in Fahrt, hatte zuletzt aber eine tolle Phase«, so Wohlrab, der mit Ribeiro und Paul Kompenhans auf zwei Langzeitverletzte verzichten muss.

Zudem wird wohl auch Jannik Hofmann die Fahrt nach Berlin, die bereits am Samstag stattfinden wird, vermutlich nicht antreten. Der Grund für die Abwesenheit des Linksaußen ist jedoch ein äußerst erfreulicher: Der 27-Jährige erwartet die Geburt seines ersten Kindes. »Es kann jetzt jederzeit losgehen. Ich habe ihn freigestellt, damit er dabei sein kann«, so Wohlrab.

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